Treffen für Alleinerziehende in Hanau

Hanau

Ein Treffen für Alleinerziehende findet am Sonntag, 12. August von 10.30 bis 12.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus Fallbach in der Reichenberger Straße 59 in Hanau statt.

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Das Frauenbüro der Stadt Hanau und das "Lokale Bündnis für Familien Hanau" laden dazu ein, das Treffen zu nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Gemeinsamkeiten zu teilen. In Hanau allein sind 2.247 Haushalte betroffen, in denen Kindern mit nur einem Elternteil leben. Diese hohe Zahl war Anlass für das "Lokale Bündnis für Familien Hanau" ein Treffen für Alleinerziehende zu veranstalten. Die Vorbereitung und Planung der Veranstaltung übernahmen Christine Hechler, Mathias Grasmück und Michaela Weiß vom "Lokalen Bündnis für Familien Hanau" und das Frauenbüro der Stadt.

Der Programmablauf für das Alleinerziehenden Treffen gestaltet sich zu Anfang mit einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Maja Bott, Landesvorsitzende im Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) wird im weiteren Verlauf der Veranstaltung über Ziele und Aktivitäten des Verbandes berichten. Grit Chiani vom Kommunalen Center für Arbeit ist mit einem Stand vor Ort und gibt Informationen zum Thema "Maßnahmen in besonderen Lebenslagen". Dazu gehören beispielsweise Informationen zu einer Ausbildung in Teilzeit für Alleinerziehende mit Kindern unter drei Jahren. Chiani wird auch über Kostenzuschüsse zum Bildungs- und Teilhabepaket informieren. An einem weiterer Infostand der Stadtteilmütter wird über Angebote und Aktivitäten in und um Hanau für Kinder aller Altersstufen informiert.

Die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland war 2016 mit 1.6 Millionen Menschen angegeben, in Konsequenz leben rund 2.2 Millionen Kinder unter 18 Jahren in einer Ein-Eltern-Familie. Ein Trend der sich in den letzten Jahren zu bestätigen scheint. "Es ist weiterhin mit einer Zunahme zu rechnen, denn immer mehr Eltern trennen sich oder entscheiden sich von vorne herein für ein alleiniges Zusammenleben mit den Kindern", erläutert Monika Kühn-Bousonville, Frauenbeauftragte der Stadt Hanau. Kühn-Bousonville bekräftigt: "Kinder alleine zu erziehen verlangt besonderen Einsatz. Es stellt hohe Anforderungen an die Mütter und Väter und verlangt dabei deren ganzen Einsatz." Alleinerziehend zu sein ist in Deutschland inzwischen gesellschaftliche Normalität geworden, jede vierte Familie in Deutschland hat nur einen Elternteil. "Die Menschen, die sich dieser Aufgabe täglich stellen verdienen Hochachtung", erinnert Kühn-Bousonville eindringlich. Sie berichtet davon, dass die finanzielle Situation oft schwierig sei – ein Drittel der Alleinerziehenden lebe von Sozialtransfer. Damit steige das Armutsrisiko, dass besonders die Kinder treffe.

"Die geteilte Verantwortung in Paarbeziehungen, obliegt in dieser besonderen Lebenssituation, nur einem Elternteil. Das erfordert jeden Tag aufs Neue eine besondere Anstrengung", macht Kühn-Bousonville die Bedeutung der Veranstaltung deutlich. "Als Alleinerziehende sind familiäre Unterstützung, Nachbarschaftshilfe, oder gute Freundinnen besonders wichtig", spricht Kühn-Bousonville das Thema Kinderbetreuung an. "Aber was tun, wenn aufgrund von Umzug keine sozialen Netzwerke vorhanden sind? Dann ist der Kontakt zu Gleichgesinnten besonders hilfreich und kann diese Anstrengung etwas erleichtern", zeigt Kühn-Bousonville Wege für Hilfesuchende auf. Die Frauenbeauftragte weist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung durch die Kindertagesbetreuung der Stadt Hanau für Kinder von drei bis sechs Jahren hin. Das flächendeckende Angebot von Kindertagesstätte und Tagespflege, mit einem zehnstündigen Betreuungsangebot, sei gerade im Hinblick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine gute Stütze im Alltag.

Das "Lokale Bündnis für Familien Hanau" will den Alleinerziehenden einen Raum geben, um die Möglichkeit des Kennenlernens zu schaffen. Die Veranstaltung läuft sinngemäß unter dem Motto: "Kennenlernen – Austauschen –Vernetzen". Nach den Worten von Kühn-Bousonville kann durch gegenseitige Unterstützungen ein Netzwerk entstehen, auf das die Einzelnen in Notsituationen zurückgreifen können. Die dabei gewonnene Zuversicht und Stärke könne Alleinerziehende bei ihren Aufgaben entlasten. Der Austausch über die Alltagssituationen, dass Gefühl nicht alleine zu sein mit den Themen, eine gemeinsame Freizeitgestaltung, gegenseitiges Unterstützen, Informationen zu bestimmten Themen, gemeinsame Ideen entwickeln aber auch zusammen nach Problemlösungen zu suchen, können Ergebnis eines Kennenlernens und eines vernetzten Miteinanders bei Kaffee und Kuchen sein.

Das Frauenbüro der Stadt Hanau und das "Lokale Bündnis für Familien Hanau" haben zum Ziel, dass Alleinerziehende Eltern von diesem Angebot profitieren können und sich ihre Lebenssituation dadurch verbessert. Nach Möglichkeit sollen diese Treffen fortgeführt werden und als festes Angebot für die Hanauer Einwohner offeriert werden. Kühn-Bousonville fasst das Ziel der Veranstaltung kurz und prägnant zusammen: "Wir wollen dazu beitragen, dass es zukünftig in Hanau ein gutes Netzwerk für Alleinerziehende gibt". Für Fragen und weiterführende Informationen steht die Frauenbeauftragte Kühn-Bousonville unter 06181/295467 den Hanauerinnen und Hanauern zur Verfügung.


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