Beide haben als Fußballbegeisterte schon vor ihrer Grundschulzeit davon profitiert, dank der Bundesligatabelle erstes Lesen zu lernen und Mannschaften sogar in ausländischen Städten geografisch verorten zu können.
Beide haben als Fußballbegeisterte schon vor ihrer Grundschulzeit davon profitiert, dank der Bundesligatabelle erstes Lesen zu lernen und Mannschaften sogar in ausländischen Städten geografisch verorten zu können.



Beide eint zudem, eingefleischte Fans von Eintracht Frankfurt zu sein. Der Unterschied besteht darin, dass Laurin Geis aus Großauheim elf Lenze zählt und Oberbürgermeister Claus Kaminsky 59 Lenze – und dass der Junge aus 55 Jahren Bundesligageschichte die Meister und Absteiger jeder Saison auswendig weiß.
Mit dieser Gedächtnisleistung wurde Laurin Geis unlängst dem deutschen Fernsehpublikum bekannt. Denn er trat in der ARD-Show "Klein gegen Groß" auf und stellte mit seinem Spezialwissen vier renommierte Fernseh-Sportmoderatoren in den Schatten. Wie er dabei aus Kurvendiagrammen anhand der Tabellenränge nach jedem Spieltag einer Saison die jeweiligen Meister und Absteiger herauszulesen vermochte, das imponierte OB Kaminsky so sehr, dass er Laurin samt Mutter Petra ins Rathaus einlud.
Die berichtete, wie der D-Jugendspieler von Germania Großkrotzenburg acht Wochen vor der Sendung sein Tabellen-Gedächtnistraining täglich intensiviert habe. Laurin erzählte mit Stolz, dass er als Preis von "Klein gegen Groß" eine Reise zu einem Heimspiel des FC Barcelona gewonnen habe und mit seinem Vater das Stadion Camp Nou besuchen werde – womit für ihn auch ein Traum wahr werde. Profifußballer zu werden, dieser Berufswunsch steht für den Elfjährigen fest. Dass er dabei die Schule nicht vernachlässigen solle, gab OB Kaminsky ihm mit auf den Weg. Wobei das Laurin, dessen Mutter selbst Lehrerin ist, allemal klar ist. Zudem haben ihm Nachwuchsspieler des Bundesligisten FC Augsburg, die anlässlich eines Hallenturniers in Hanau Gäste bei ihm zuhause waren, davon erzählt, dass sie bei schlechten Schulnoten das Vereinsinternat verlassen müssten.
Der Schüler des Großkrotzenburger Kreuzburg-Gymnasiums kennt aber ohnehin keine schulischen Probleme. Latein gehört zu seinen Lieblingsfächern. Diesen Ball nahm Kaminsky augenzwinkernd auf und meinte, er könne sein erstes Profi-Interview vor der Fernsehkamera mit einigen lateinischen Vokabeln führen. Das würde sich dann wohltuend abheben von den häufig gleichlautenden Floskeln mancher Bundesligaspieler, meinte der Oberbürgermeister.
Laurin berichtete, dass ihn auch der Vorstand von Eintracht Frankfurt wegen seines Fernsehauftritts eingeladen habe. Bei "Klein gegen groß" trug er im Berliner Fernsehstudio übrigens ein T-Shirt mit dem berühmt gewordenen Ante-Rebic-Zitat "Bruda, schlag den Ball lang!" vom Pokalsieg der Eintracht im vorigen Mai. Für den OB-Besuch hatte er sich das schwarze Eintracht-Trikot mit der Nummer 4 von Ante Rebic übergezogen. Und in dem zeigte er auf dem Rathaus-Flur einige Ballstafetten mit Kaminsky und dem Ball, den der Oberbürgermeister ihm geschenkt hatte.
Fotos: Stadt Hanau
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