Zu einem Besuch kam der Landtagsabgeordnete Aloys Lenz in das Medienzentrum der Stadt Hanau, das sich seit einigen Jahren in der ehemaligen Hessen-Homburg Kaserne befindet.
Zu einem Besuch kam der Landtagsabgeordnete Aloys Lenz in das Medienzentrum der Stadt Hanau, das sich seit einigen Jahren in der ehemaligen Hessen-Homburg Kaserne befindet.
Vom Leiter der Einrichtung, Phillipp Gubelt, ließ sich Lenz über die Arbeit des Medienzentrums informieren. Dort befindet sich auch das Bildarchiv der Stadt Hanau, „eine beeindruckende Sammlung von Bildmaterial der Stadt und ihrer Umgebung“ , wie Lenz unterstrich. Das Bildarchiv ist eines der größten kommunalen Bildarchive Hessens, so Gubelt. Mehr als 350.000 Aufnahmen dokumentieren in einzigartiger Art und Weise die Stadtgeschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts über die Zerstörung der Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Briten und Amerikaner bis in die heutige Zeit hinein. Besonders beeindruckt zeigte sich Lenz über die Aufnahmen, die vor dem Bombardement gemacht wurden. Sie zeigen, dass Hanau vor dem Krieg eine alte Stadt mit viel Fachwerkbauten und historischer Gebäudesubstanz war. Erste Bilder existieren aus dem Jahr 1880. Der spätere Stadtphotograph Weber begann in den 30er Jahren, zunächst privat Aufnahmen von der Stadt zu machen. In dieser Zeit wurde die Einrichtung von Bildstellen zur Verpflichtung. Auch in Hanau konnte eine zusätzliche Person eingestellt werden, die über eine entsprechende Ausbildung verfügte, wodurch die Arbeit professionalisiert werden konnte.
Eine intensive Aufnahmetätigkeit fand insbesondere im Jahr 1945 statt, in dem Weber, die Katastrophe der Zerstörung ahnend, besonders viel vom damaligen Stadtbild dokumentierte. Er lagerte das Bildmaterial im Tresorbunker der Sparkasse ein, um sie damit vor der Zerstörung zu bewahren. Wurden alle Bilder bis zum digitalen Zeitalter noch in schwarz-weiß aufgenommen, fertigt das Bildarchiv seit über 12 Jahren fast ausschließlich Buntbilder an. Die Aufnahmen beschränken sich nicht nur auf Gebäude, sondern auch repräsentative Ereignisse in der Stadt werden aufgenommen. Aktuell sei das Team rund um den heutigen Stadtphotographen Roland von Gottschalck dabei, die Bilder in mühsamer Handarbeit zu digitalisieren und sie damit auch online verfügbar zu machen. Ein Teil dieser Bilder wurde bereits in einer Bilddatenbank abgelegt, die im Laufe des Jahres 2013 über das Internet öffentlich zugänglich gemacht werden soll. Den Zugang dazu erhält man über die Internetseite www.medienzentrum-hanau.de. Über eine Beschreibung sollen die Bilder systematisch auffindbar sein. Dies sei der lobenswerte Versuch, die jüngere Generation für die Geschichte der Stadt Hanau zu interessieren. Lenz zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Aufnahmen. „Sie geben einen sehr guten Eindruck über das Leben in Hanau in früheren Zeiten“, betonte Lenz. Wie Gubelt berichtete, komme es nicht selten vor, dass Emigranten aus aller Welt, die in Hanau gelebt haben, um Erinnerungsbilder aus ihrer alten Heimat bitten. Diesen Service übernehmen man besonders gerne, so Gubelt.
Das Medienzentrum beinhaltet zudem eine Sammlung von Materialien, die hauptsächlich für den Gebrauch in Schulen bestimmt ist. Wie Lenz erfahren konnte, stehen insgesamt 12.000 Medien zur Verfügung, darunter 5000 Videos, 2000 DVDs und CD-ROMS. Ergänzt wird der Bestand duch 7.000 downloadbare Onlinemedien, die über das Online-Medienportal den Hanauer Schulen zur Verfügung stehen. Das Medienzentrum bietet hauptsächlich informatives und lehrreiches Material an, das im Unterricht eingesetzt wird, aber auch von Vereinen und Kirchen bezogen werden kann. Lenz empfahl gerade auch den Schülerinnen und Schülern in Hanau, sich das Angebot des Medienzentrums einmal anzusehen und dort nach hilfreichen Materialien für ihren Schulalltag zu suchen. Insbesondere für Referate und Hausarbeiten werde gutes Material geboten, um die Arbeiten ansprechend gestalten zu können.
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