Hanau: Langstraße wird zur Fußgängerzone

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"Eine Fußgängerzone, wie wird sie für 2020 in der Langstraße zwischen Steinheimer Straße und Hirschstraße vorsehen, hat viele Vorteile", ist Stadtrat Thomas Morlock überzeugt. Erste positive Reaktionen von dort ansässigen Einzelhändlern "bestärken uns in dieser Ansicht" sagt er, nachdem er diesen Umgestaltungsplan vor wenigen Tagen im Struktur- und Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung erstmals öffentlich vorgestellt hatte.

In einer Versammlung am Donnerstag, 31. Oktober, um 19 Uhr im Congress Park Hanau besteht Gelegenheit zu Gedanken- und Meinungsaustauch der unmittelbar betroffenen Anliegerinnen und Anlieger mit der städtischen Straßenverkehrsbehörde und dem Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS). Morlock erläutert, dass mit der beabsichtigten Fußgängerzone das zuvor geplante "Actibump" als Mittel gegen Raser in der Tempo 20-Zone Langstraße überholt sei.   Das von einer schwedischen Firma entwickelte System zwingt Autofahrer zum Tempodrosseln. Es beruht auf einem Radarmessgerät und Stahlplatten im Straßenbelag, die sich sehr schnell leicht absenken, wenn sich ein Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit nähert. Der Erziehungseffekt wird dadurch erzielt, dass der Fahrer beim Passieren ein unsanftes Poltern vernimmt.

"Für diese Tempobremse haben wir vom Regierungspräsidium nach Wochen noch immer keine offizielle Antwort, ob sie in Darmstadt für rechtmäßig gehalten wird", betont Morlock. Diese Zeit hätten die städtischen Fachleute genutzt, um Alternativen für die Langstraße zu prüfen, zumal "Actibump" nicht gegen die Falschparker in der Langstraße helfe. Allein in diesem Jahr habe die Stadtpolizei dort schon mehr als 2000 Parkverstöße geahndet. Morlock zufolge prüft HIS, ob sich "Actibumpo" an anderer, mit der Langstraße vergleichbarer Stelle in der Innenstadt als Tempobremse erproben lässt.

Die Beispiele der Parksünder und Raser zeigten, dass "Anlass besteht diese schön gestaltete Innenstadt-Querung attraktiver zu gestalten". Hier herrsche "Handlungsbedarf", damit "Aufenthalts- und Wohnqualität ebenso wie das Kleinklima in der Hanauer Innenstadt verbessert werden, wie es auch zu den Hauptforderungen der Bürgerinnen und Bürger beim Zukunftswochenende im vorigen März gehörte". Zwischen Freiheitsplatz und Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche bestehen bereits mehrere Fußgängerzonen, die diesen Zweck erfüllten. Das gleiche Recht hätten nun auch die Menschen in der Langstraße.

Zunächst soll die Fußgängerzone Langstraße in einem Verkehrsversuch erprobt werden. Verläuft der Test erfolgreich, wird die Straße im nächsten Schritt entwidmet, das heißt dem öffentlichen Verkehr entzogen. Dieser Verwaltungsprozess bedarf nach Morlocks Worten einiger Monate. Auf die Langstraße als City-Querung zu verzichten, ist nach Überzeugung des Hanauer Verkehrsdezernenten "gut verkraftbar". Denn die Zahl der fahrenden Autos sei verhältnismäßig gering und deute darauf hin, dass diese Route, die drei Fußgängerzonen kreuzt, "für den motorisierten Verkehr nicht unbedingt notwendig ist, zumal Alternativen vor allem über den City-Ring gegeben sind."

Andien- und Abholverkehre mit Lkw oder Auto bleiben auch in einer Fußgängerzone Langstraße "selbstverständlich möglich", wie Morlock betont. Die vorhandenen Parkplätze stünden als Flächen Menschen zu Fuß oder per Fahrrad zur Verfügung. "Zudem ergeben sich neue Möglichkeiten für Außengastronomie", so der Stadtrat weiter. Mit einer Fußgängerzone Langstraße soll auch der bisherige Parkplatz zwischen Deutscher Bank und Thomas Schmidt Brillen & Contactlinsen eine andere Nutzung erfahren. "Noch ist nicht entschieden, ob auf dieser städtischen Fläche ein kleiner Park oder Wohnbebauung entsteht", sagt Morlock. In einer Fußgängerzone Langstraße entfielen an den Kreuzungspunkten mit den bestehenden Fußgängerzonen Hammerstraße, Fahrstraße und Rosenstraße Konfliktpunkte, wenn sich nicht mehr wie bisher motorisierter Autoverkehr und Menschen zu Fuß begegnen, hebt er weiter hervor. Der Aufenthalt in der Innenstadt werde somit für Fußgängerinnen und Fußgänger "sicherer und attraktiver".

Schon mit Beginn des Verkehrsversuchs sind am Anfang und Ende der neuen Fußgängerzone versenkbare Poller geplant, die verhindern sollen, dass insbesondere nachts unerlaubt per Auto durchgefahren wird. Diese Poller sind elektronisch steuerbar per Handy oder Chipkarte. "Alle Anliegerinnen und Anlieger erhalten entsprechende Zugangsmöglichkeiten, um ihre Liegenschaften zu erreichen", versichert Morlock. Selbstverständlich werden auch Rettungskräfte damit ausgestattet.

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