Vortrag: „Die Grafschaft Hanau – Münzenberg 1618 - 1648“

Hanau
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Am Dienstag, 24. September, 19.30 Uhr, referiert der Historiker Erhard Bus über das Thema „Die Grafschaft Hanau-Münzenberg 1618 – 1648“ im Schlossgartensaal/Neue Mensa der Karl-Rehbeinschule in Hanau.

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg litt zwischen 1618 und 1648 besonders unter den Kriegszügen durchziehender Heere, die hier Quartier nahmen, die Ernten requirierten, brandschatzten und mordeten. Schon zu Anfang der 1620er Jahre wurden viele Orte der Grafschaft „von spanischen Truppen überfallen und ranzioniert“. Im Anschluss an die Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 zeigte der Große Krieg seine grausamste Seite.

Zahlreiche Kirchenbücher schildern die Missetaten der Soldateska. So heißt es im Oberissigheimer Kirchenbuch: „Bernhard von Weimars recolligierte desparate Truppen haben im Januar 1635 die Pfalz verbrannt und die Wetterau jämmerlich eingeäschert, unter denen auch Oberissigheim gänzlich bis auf etliche Häuser von denselben abgebrannt worden, also weit übler als der Feind selber gehauset.“ Ähnliches vermeldet das Ostheimer Kirchprotokoll: „1634 sind mehrere Dorfbewohner von den Kroaten umgebracht und hingerichtet worden. 1635 sind einige Leute vom Feinde übereilt, misshandelt und totgeschossen, aber viele in Hanau begraben worden.“ Und was Merian über Windecken sagte, galt für weite Teile des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation: „Windecken ist ehemals ein sehr feines Stättlein gewesen, mit einer Ringmauer umgeben. Liegt aber jetzt zur Hälfte in Asche und ist in eine elende Wüstenei und Einöde geraten.“

Alt- und Neu-Hanau wurden durch eine moderne Festungsanlage geschützt, die auch Bewohnern des Umlandes Sicherheit bot. Die Belagerung Hanaus durch den kaiserlichen General Lamboy und die Verteidigung durch General Ramsay zog sich 1635/36 über Monate hin und forderte viele Opfer. Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen hat diese Ereignisse in seinem epochalen Roman „Simplicius Simplicissimus“ festgehalten. Der Vortrag wird von der Kooperation – Hanauer  Geschichtsverein 1844 e.V., Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt e.V., der Karl-Rehbeinschule und der Volkshochschule Hanau – getragen und ist gebührenfrei. Der Eingang zum Schlossgartensaal erfolgt über den Schlossgartenzugang Nordstraße in Hanau. Parken im Schulhof ist nicht mehr möglich.

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