Auszeit für pflegende Angehörige von demenziell Erkrankten

Hanau
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Wer ein Familienmitglied betreut, das an Demenz erkrankt ist, fühlt sich oft überwältigt von der Aufgabe und alleingelassen mit vielen widerstrebenden Gefühlen.

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Damit sich Betroffene austauschen und gegenseitig unterstützen können, findet im Mehrgenerationenhaus Fallbach seit rund zehn Jahren das ‚Café Auszeit‘ für Menschen mit an Demenz erkrankten Angehörigen statt. Hier haben sie die Möglichkeit, in gemütlicher Atmosphäre mit anderen Betroffenen über ihren – oft schwierigen – Alltag sprechen.

Eingeladen sind nicht nur die pflegenden Angehörigen, sondern selbstverständlich auch die erkrankten Familienmitglieder. Während des ersten Teils des Treffens genießen alle miteinander in lockerer Atmosphäre ein gemeinsames Frühstück, bzw. Kaffee und Kuchen. Für die zweite Stunde wird die Gruppe getrennt: Zum einen haben hier nun die pflegenden Angehörigen die Gelegenheit, sich in einem moderierten Gesprächskreis auszutauschen, bestimmte Themen zu vertiefen oder aktuelle Informationen zum Thema Demenz zu erhalten. Zum anderen verbringen währenddessen die erkrankten Angehörigen und die eigens dafür ausgebildeten Betreuungskräfte mit verschiedenen Aktivitäten, wie gemeinsamen Singen oder Spielen, eine anregende Zeit.

"Pflegende Angehörige können dieses Angebot selbstverständlich auch ohne ihre erkrankten Familienmitglieder nutzen", erläutert Gerta Rebentisch vom Mehrgenerationenhaus Fallbach, die die Gruppe leitet. "Auch, wenn die erkrankten Familienmitglieder tagsüber anderweitig betreut werden, oder nicht mehr zu Hause leben, sind die Angehörigen gleichermaßen willkommen.", erläutert sie. "Wir kommen schon seit Jahren hierher und die Gruppe ist mir sehr wichtig geworden. Sie ist wie ein zweites Zuhause für mich und meinen Mann - wir sind sehr froh, dass wir diese Anlaufstelle haben", berichtet eine Angehörige. "Ich habe sehr viele nützliche Tipps und Informationen hier erhalten, die mir helfen, den Alltag mit meinem erkrankten Partner zu bewältigen", berichtet eine zweite. "Für mich ist es wichtig, dass ich hier auch mal meinen Frust und Ärger abladen kann, und ich weiß die Anderen verstehen mich, denn sie sind mit den Situationen ja selbst sehr vertraut", sagt eine weitere Teilnehmerin. "Zu Hause bin ich 24 Stunden im Dienst. Hier kann ich mich endlich mal entspannen und auf den Austausch einlassen, auch weil ich meinen Mann so gut betreut weiß, erzählt sie. "Bei unserer feinfühligen und individuellen Betreuung, bleiben auch diejenigen gern, die ursprünglich skeptisch oder misstrauisch waren", fügt Rebentisch an. Zwei weitere Gäste des Café Auszeit kommen regelmäßig zu den Treffen, obwohl ihre erkrankten PartnerInnen inzwischen in einer Einrichtung beziehungsweise verstorben sind. "Es hat sich einfach ein so schönes Vertrauensverhältnis entwickelt", berichteten sie. Zudem könnten die Neuzugänge von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen profitieren.

"Wir freuen uns über neue Gäste und haben noch Platz in unseren Reihen", sagt Gerta Rebentisch. "Gerne können sich interessierte Angehörige bei mir melden und informieren oder – nach vorheriger Anmeldung- einmal hereinschnuppern. Das Café Auszeit findet zweimal im Monat statt: Jeweils am zweiten Freitag im Monat gibt es dieses Angebot in der Zeit von 15:30 bis 17:30 Uhr als Nachmittagsveranstaltung (mit Kaffee und Kuchen) und immer am letzten Freitag im Monat, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr, wird ein Frühstück angeboten. Das nächste Café-Auszeit findet am Freitag, 25. Oktober in der Zeit von 10 bis 12 Uhr statt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Kontakt: Gerta Rebentisch (Telefon 06181-6686785) im Mehrgenerationenhaus Fallbach, Reichenberger Straße 59, 63452 Hanau.

Tipp: Im Mehrgenerationenhaus Fallbach finden zudem einmal jährlich spezielle Pflege- und Betreuungskurse für Angehörige von an Demenz Erkrankten statt. Die Kosten des Kurses werden von der Pflegekasse rückerstattet. Adressaten sind sowohl Angehörige, als auch alle am Thema Interessierten. Die Schulung ist darüber hinaus auch als Basiskurs für Menschen geeignet, die an ehrenamtlicher Mitarbeit interessiert sind. Referentin ist eine Mitarbeiterin der Alzheimer Gesellschaft. Hier werden Fragen bezüglich des veränderten, oftmals sehr belastenden Verhaltens der Erkrankten, geklärt werden. Denn je mehr Wissen vorhanden ist, sowohl über den Krankheitsverlauf als auch über den dementsprechenden adäquaten Umgang mit den Betroffenen, desto stressfreier kann eine Betreuung gelingen. Auch die medizinischen und rechtlichen Belange werden in dieser, insgesamt sehr alltagsnahen Veranstaltung, von fachkundigen Referenten thematisiert. Bei dieser Schulung sind auch Erkrankte Angehörige willkommen, denn während der Veranstaltung wird eine professionelle Betreuung für sie angeboten.

Foto: Damit sich Betroffene austauschen und gegenseitig unterstützen können, findet im Mehrgenerationenhaus Fallbach seit rund zehn Jahren das ‚Café Auszeit‘ für Menschen mit an Demenz erkrankten Angehörigen statt. Hier haben sie die Möglichkeit, in gemütlicher Atmosphäre mit anderen Betroffenen über ihren – oft schwierigen – Alltag sprechen.

Foto: Stadt Hanau

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