"Die Hanauer Bürger sind wieder die Gekniffenen"

Hanau

"Wir sollten im Kommunalwahlkampf die alten blauen Plakate mit dem Aufdruck 'Die Realisten' aufhängen, so können wir uns am besten von der CDU abgrenzen!“

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
Morgenpost

So begann AfD-Ortssprecher Harald Walter die Aussprache über die Meldungen aus dem CDU-Stadtverband. Und weiter: „Anders als mit Humor kann man die Streitereien bei der CDU nicht kommentieren. Da macht sich eine Partei die 2016 nur 22,8 % bekam, Sorgen um die Regierungsübernahme und einen OB-Kandidaten und schmäht im gleichen Atemzug die einzige denkbare Koalitionsalternative im bürgerlichen Lager. Wenn man bedenkt, dass 2016 die Bundes-CDU noch 10 Prozent stärker war als in aktuellen Umfragen und die AfD 2016 in Hanau nicht antrat plus die Tatsache, dass die CDU in den vergangenen vier Oppositionsjahren nicht öffentlich wahrnehmbar war, kann sich die Partei doch ausrechnen, dass ohne eine grundlegende Wende in Programm und Personen 2021 der Hanauer CDU ein Debakel droht.“

Auch der stellvertretende Hanauer Sprecher Mehmet Baysöz lässt wenig Verständnis erkennen: „Wenn man die Presseartikel liest, scheint es so zu sein, dass Margret Härtel viel Wahres gesagt hat und das Ohr am Volk hat.“ Harald Walter sieht realistisch keine Zusammenarbeit im OB-Wahlkampf: "Unsere Erfahrungen in Gelnhausen und in Bruchköbel zeigen, dass unsere AfD-Wähler schon zu motivieren sind, verkrustete Strukturen abzuwählen. Allerdings ist die Hanauer CDU unter ihrem Insolvenzverwalter Stamm kein Partner, mit dem wir einen gemeinsamen bürgerlichen Kandidaten stellen könnten. Für Hanau wäre es ja schon ein Fortschritt, wenn die CDU wenigstens unsere Anregungen ins Parlament tragen würden. Es wäre Herrn Stamm kein Zacken aus der Krone gefallen, wenn er mit uns einen Bürgerentscheid zur Kreisfreiheit gefordert hätte. Welche Gründe hätte das verwelkte Kleeblatt, die Koalition der Verlierer, gehabt, den Hanauern zu verweigern, was Neuberger und Erlenseeern zugestanden wurde? Auch die Kritik an der Schieberei mit dem Cabotgelände oder an der Schlossplatzbebauung hätte eine echte Opposition aufnehmen müssen. Kein Ton auch zum Frischwasserverbrauch des geplanten Internetknotens. (Hier soll eine elektrische Leistung, die dem Verbrauch der Stadt Hanau entspricht, tatsächlich mit Trinkwasser gekühlt werden! Statt wie im Rest der Welt Rückkühlkreisläufe zu bauen.) Ebenso aktuell hätte eine Opposition die Pflicht zu fragen: Warum opfert man die Gewerbetreibenden der Langstraße und die Mobilität aller Hanauer und unserer Besucher, nur aus dem einen einzigen Grund: Dass man die Rowdys in ihren tiefergelegten Autos nicht in den Griff bekommt? Die Hanauer Bürger sind wieder die Gekniffenen, weil der Staat Recht und Ordnung nicht aufrecht halten kann.“

Baysöz hatte das letzte Wort: „Ja, da schließt sich der Kreis. Warum soll die Hanauer CDU besser sein als die im Bund! Es wird Zeit, dass die AfD in die StaVo einzieht. Die aktuellen Menschen dort repräsentieren ja sowieso nur die 38,5% Wahlbeteiligung von 2016. Das werden wir ändern, indem wir ein Angebot machen für die 60%, die letztes Mal nicht gewählt haben. “


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