"Marodierende Neonazis": Verfasser von Sprachnachricht bekannt

Hanau
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Wenige Stunden, nachdem am Donnerstag Abend rund 5.000 Menschen auf dem Marktplatz noch still trauernd den Opfern des Anschlags gedacht haben, verbreitete sich in den sozialen Medien eine Sprachnachricht, die von marodierenden Neonazis berichtete. "Fakt ist jedoch, dass die Sprachnachricht, dessen Urheber uns persönlich bekannt ist, etwa vier Jahre alt ist und in einem völlig anderen Zusammenhang gestanden hat", greift Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) einen der konkreten Fälle der im Netz kursierenden Falschnachrichten auf, um noch einmal mit Nachdruck gegen die Verbreitung von Spekulationen und Vermutungen ins Feld zu ziehen.

Mit jedem Tag kursieren neue Verschwörungstheorien und Falschnachrichten im Internet und verbreiten sich mit hoher Geschwindigkeit auf den unterschiedlichen Kanälen. Wie dabei die Fakten verdreht werden können, hat der hat der OB nach eigenen Worten auch schon am eigenen Leibe erfahren. Nachdem er in der Tatnacht von der BILD live per Telefon interviewt wurde, gibt es nun ein Video, in dem verbreitet wird, dass die Zeitung dem OB in einem Skript vorgeschrieben habe, was er sagen dürfe. "Das ist natürlich völliger Quatsch. Als ich mitten in der Nacht angerufen wurde, habe ich spontan geantwortet."

Wie der OB sagt, zeigen allein diese beiden Beispiele, wie wichtig eine kritisch hinterfragende Skepsis im Umgang mit solchen Informationen und Theorien sei, die leicht dazu geeignet seien, Ängste und Unsicherheiten zu schüren. Dabei gebe es aus Sicht der Polizei derzeit keinen Grund, im Zusammenhang mit dem Attentat von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen.

"Wer glaubt, neue Anhaltspunkte oder Fakten zum Tathergang zu haben, sollte diese umgehend den Beamten des Landes- und Bundeskriminalamt zur Verfügung stellen, denn diese gehen unter Leitung des Generalbundesanwalts jedem Hinweis akribisch nach. Zentral gesammelt werden Fotos oder Videos unter anderem auf dem eigens dafür eingerichteten Portal, das unter www.bka-hinweisportal.de erreichbar ist. Die telefonische Kontaktaufnahme ist unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0130110 möglich.

"Ich schließe mich ausdrücklich dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamten Sebastian Fiedler an, der in einem Interview gesagt hat, dass die Bevölkerung gut daran tut, den offiziellen Quellen zu vertrauen", lässt Hanaus Ob Kaminsky keinen Zweifel daran, dass es ihn über alle Maßen zornig mache, wenn manche Kreise mit gezielten und verstörenden Falschinformationen ein Klima der Verunsicherung und Angst erzeugen würden. "Jeder einzelne ist hier aufgefordert, einen Beitrag zur Klarheit und Wahrheit zu leisten, indem auf die Weiterverbreitung solcher Fake-News verzichtet wird."

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