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Dass die Stadt und der Koordinationsrat dennoch im wahrsten Sinn des Wortes Flagge zeigen, belegt, dass der Einsatz für 100 Prozent Menschenwürde auch in diesen Tagen weitergeht: Die komplette Philippsruher Allee ist mit den Fahnen der Wochen gegen Rassismus geschmückt – und der ausgefallene Poetry Slam soll alternativ im Internet stattfinden. Und eine kleine, aber feine Pflanzaktion am "Frei(R)Baum" am Hafentor versucht Hoffnung zu machen.

"Es ist eine Frage der Solidarität und Rücksichtnahme, jetzt auf vermeidbare Sozialkontakte zu verzichten", erinnern die Schirmherren Oberbürgermeister Claus Kaminsky und John Kannamkulam die HanauerINNen daran, dass es derzeit vor allem darum geht, Infektionsketten zu unterbrechen und selbst nicht als Überträger andere Menschen zu gefährden. Gemeinsam mit dem Hanauer Koordinierungsrat hätten es sich beide so kurz nach den schrecklichen rassistischen Anschlägen vom 19.02. 2020 gerne anders gewünscht. "Denn wir sehen die dringende Notwendigkeit über das Geschehene und den Schmerz in unserer Stadt zu reden und gemeinsam öffentlich Zusammenzustehen gegen Rassismus und Hass."

Umso schöner ist es, dass es in diesem Jahr erstmals dank vieler Sponsoren möglich war, mehr als 20 Fahnen mit dem Emblem der Wochen gegen Rassismus anzuschaffen. Am Marktplatz weht eine Flagge und alle Menschen, welche die Philippsruher Alle zum Beispiel vom Heumarkt Richtung Kurt-Schumacher-Platz fahren, kommen nicht umhin, die Zeichen der Solidarität zu sehen… "Der Kampf gegen Rechts, Gewalt, Hetze und Hass geht weiter", so das Motto im Koordinationsrat. Dort versucht man nach den Worten des Leiters, Wolfgang Kischel, alle Veranstaltungen später im Jahr nachzuholen: "Wir sagen die Veranstaltungen nicht ab, wir verschieben." Kannamkulam ergänzt: "Ich gehe fest davon aus, dass wir die geplanten Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Als Zeichen dafür stehen die gehissten Flaggen auf dem Marktplatz und der Philippsruher Allee."

Ein Programmpunkt der Wochen gegen Rassismus in Hanau ist traditionell der Poetry Slam der offenen Worte. Dieser musste schweren Herzens zwar ebenso verschoben werden, soll aber nun schon kurzfristig im Internet zu erleben sein: https://www.facebook.com/hanauerpoetryslam.

Hier will man gemeinsam  die Stimmen erheben. "Wir freuen uns, dass PoetINNen uns ihre Texte gegen Rassismus als Videos oder geschrieben zur Verfügung stellen und werden diese hier und auf anderen Kanälen in der nächsten Zeit veröffentlichen" heißt es von Seiten der Veranstalter, des Trägervereins Kulturzentrum Pumpstation (KUZ), der Volkshochschule (vhs) und des vhs-Fördervereins. "Häusliche Isolation, das Reduzieren von sozialen Kontakten im "echten Leben" soll uns nicht davon abhalten, Stellung zu beziehen und laut zu sein. Uns nicht treffen zu können, darf uns nicht davon abhalten - wenn auch virtuell - zusammen zu stehen, solidarisch zu sein und auch weiterhin der Opfer der rassistischen Morde in Hanau zu gedenken und deutlich zu sagen, dass Hass und Hetze, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Menschenverachtung bei uns keinen Platz haben dürfen. Nicht in den Kneipen, nicht auf der Straße und eben auch nicht im Netz!" So deutlich formuliert das Team des KUZ.

Und da auch viele kleine Schritte wichtig sind, wird im Rahmen der Kunstaktion Frei(R)Baum am Hafentor am Freitag, 20. März, Klaus-Jürgen Guth ab 16.00 Uhr im eingegrenzten Zaun-Innenraum Frühlingsboten einpflanzen. Er hofft auf Nachahmer, die jeweils ihre "Hoffnungsträger zum Frühlingsanfang" dort platzieren. Am Ende stimmen alle Beteiligten der Internationalen Wochen gegen Rassismus den Worten von John Kannamkulam zu, der in einem Post formulierte: "Benutzen wir in jedem Fall unsere Vernunft, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Hanau ist stark und hält zusammen. Wir haben es bewiesen und werden es weiter beweisen."

Foto: Fahnen der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" säumen die Philippsruher Allee.

Foto: Stadt Hanau

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