Stadt Hanau organisiert Lieferservice für in Not geratene Bürger

Hanau
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Mit einem kommunalen Lieferservice will die Stadt Hanau während der Corona-Krise die Versorgung von Bürgern sicherstellen, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können. Der Service startet am Freitag, 20. März, und soll die Grundversorgung der Betroffenen sicherstellen.

Getreu dem Motto "Hanau lässt keinen allein" solle dafür gesorgt werden, dass sich auch die am stärksten von den Einschränkungen Betroffenen keine Sorgen um die Bewältigung des Alltags machen müssen, erklärt dazu Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in einer Pressemitteilung. Der Lieferservice wird von der Stadt in Kooperation mit Rewe Markt Cifci organisiert und koordiniert. Dabei gehe es nicht darum, den bereits bestehenden Lieferdiensten Konkurrenz zu machen, erklären dazu Barbara Battenhausen und Bernd Michel von der Stadt, die das Projekt leiten. Der Service sei vor allem als Notdienst gedacht, insbesondere für ältere Menschen, denen dieses System bisher fremd ist, die alleinstehend sind oder sich das eigenständige Einkaufen nicht zutrauen.

Die Abwicklung soll dabei möglichst einfach und unkompliziert ablaufen. Die betroffenen Personen können sich beim speziell gebildeten Versorgungsteam per Telefon unter 06181-2958130 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden und mit der Stadt Kontakt aufnehmen. Das Versorgungsteam ist ab Freitag, 20. März, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr telefonisch erreichbar.

Hier wird dann die Bestellung aufgenommen, wobei eine Notfall-Produktauswahl angeboten wird, die auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als Grundversorgung vorgeschlagen wird. Die Produktliste, die zudem im Internet www.versorgung.hanau.de einsehbar ist, umfasst dabei unter anderem Nudeln, Konserven, Obst, Gemüse und auch Drogerieartikel. Die Bestellung wird dann mit Hilfe des Supermarktes zusammengestellt und am Folgetag von Mitarbeitern der Stadt Hanau an die Betroffenen geliefert.

Dabei wird ebenfalls streng auf die Hygiene-Empfehlungen geachtet. Ein direkter Kontakt zwischen Helfer und Kunden ist nicht vorgesehen. "Wir stellen uns das so vor, dass der Helfer die Ware vor die Tür stellt, klingelt und dann in entsprechendem Abstand wartet, bis der Besteller die Lieferung angenommen hat. Aus diesem Grund wird die Bestellung auch nicht an der Haustür kassiert. Die Stadt Hanau finanziert die Bestellung vielmehr im voraus und schickt dann eine Rechnung an die Besteller", erläutert Bernd Michel.

"Leider können wir durch die aktuelle Lage, die durch die verantwortungslosen Hamsterkäufer entstanden ist, keine konkreten Produkte mit definierten Preisen anbieten", so Barbara Battenhausen. Vielmehr sei auf der Produktliste jeweils ein Mindest- und ein Höchstpreis pro Produkt vermerkt, wobei garantiert werde, dass jeweils das günstigste verfügbare Produkt geliefert wird.

Zusätzlich gibt es ein Angebot mit zahlreichen Tiefkühl-Fertiggerichten eines externen Anbieters, das vor allem für Menschen gedacht ist, die nicht mehr selbst kochen können. Außerdem findet man auf der Internetseite oder als Beratung am Telefon Hinweise auf Restaurants, die auch außerhalb der begrenzten Öffnungszeiten fertige Mahlzeiten zum Abholen oder als Lieferservice anbieten, wobei auch hier das Versorgungsteam der Stadt Hilfestellung leisten kann.

"Für uns ist wichtig, dass sich niemand in dieser Stadt Sorgen machen muss, mit seinen Problemen allein da zu stehen", so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zu dem außergewöhnlichen Angebot. Man denke dabei vor allem an Menschen, die keine andere Hilfsmöglichkeit finden. In diesem Zusammenhang lobt der OB aber auch die zahlreichen Initiativen von Vereinen, Organisationen, Privatpersonen und Nachbarn, die Hilfe anbieten und sich solidarisch um ihre Mitbürger kümmern. Nach der schrecklichen Terrornacht des 19. Februar habe die Losung gelautet "Hanau steht zusammen". Dies spüre man jetzt auch in der Corona-Krise und das mache dankbar und stolz, so der Oberbürgermeister abschließend.

Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).

Die Stadt Hanau hat unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das täglich von 7 bis 20 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051/8510000), an die Nummer des Landes Hessen (0800/5554666) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt. Menschen, die Probleme mit Versorgung haben, können sich bei der Stadt Hanau unter 06181/2958130 melden.

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