Kaminsky: „Eine Maske schützt besser als keine Maske“

Hanau
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Ein Mund-Nasen-Schutz sorgt dafür, dass Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten aus Mund und Nase fliegen, zurückgehalten werden. Da das Corona-Virus genau auf diesem Wege verbreitet und übertragen wird, ist der laufende Expertenstreit rund um das Tragen von Schutzmasken für Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) weder nachvollziehbar noch hilfreich.

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Er hat in dieser Frage eine klare Position und die Bürgerschaft am Montag gebeten, auf freiwilliger Basis künftig im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und weiß sich in dieser Frage auf einer Linie mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, und dem renommierten Virologen Dr. Alexander Kekulé, die beide dafür werben, dass jeder eine Maske trägt, um seine Mitmenschen zu schützen.

"Auch wenn es keinen abschließenden letzten wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit geben mag", so Kaminsky, folge daraus für ihn kein Argument gegen das Tragen einer Maske. "Es fehlt auch jeglicher Beweis der Unwirksamkeit oder gar der Schädlichkeit." In Zeiten wie diesen sei es jedoch notwendig, wirklich jede Chance zur Reduzierung des Infektionsrisikos zu nutzen. "Ich bin mir sicher, dass jede getragene Maske eine größere Schutzwirkung entfaltet als keine Maske."

Gerade weil nicht jeder Infizierte seine Erkrankung sofort bemerkt, besteht das Risiko, dass er andere Menschen ansteckt, ohne dies zu wissen. Mit dem Tragen einer Maske könnte diese Gefährdung der Mitmenschen reduziert werden, vor allem jener, die sich negativen Einflüssen nicht entziehen können wie Busfahrer im ÖPNV oder Kassiererinnen im Supermarkt, Pflegepersonal oder Ärzte. "Wer heute eine Maske trägt, zeigt, dass er Rücksicht nimmt auf all diejenigen, die derzeit das öffentliche Leben in unserer Stadt am Laufen halten", hofft OB Kaminsky auf die Einsicht der Bevölkerung.

Dabei appelliert der OB an die Bürgerinnen und Bürger, keine professionellen Schutzmasken zu kaufen. "Diese werden dringend für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich oder für Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht." Selbstgenähte Baumwollmasken oder auch ein Tuch, das vor dem Gesicht getragen werde, würden den erhofften Effekt des Fremdschutzes erfüllen. "Wenn wir alle den Nächsten schützen, ist für das Wohlgehen aller gesorgt."

Überall in der Stadt entstehen derzeit in verschiedenen Schneidereien und Initiativen wiederverwendbare, stabile Schutzmasken aus Baumwolle. Auch die Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele fertigt. derzeit anstelle von prachtvollen Kostümen die benötigten Stoffmasken. Neben verschiedenen Entwürfen, die sich unter anderem im Internet unter www.maskeauf.de finden, hat die Stadt Hanau an einer eigenen Nähanleitung für Masken gearbeitet. Diese Anleitung für die Fertigung an der Nähmaschine kann sich jede und jeder auf der Internetseite www.corona.hanau.de herunterladen. "Wir lassen keinen allein", gilt nach den Worten des OB auch in der Maskenfrage. Wer keinen anderen Zugang zu einer selbstgenähten Schutzmaske hat, kann sich beim Bürgertelefon der Stadt Hanau, Telefon 06181/ 67660-2001, melden.

Außerdem engagiert sich der Krisenstab im Rahmen seiner Möglichkeiten, um die Hanauer Ärzte, Alten- und Pflegeheime, mobile Pflegedienste und Feuerwehren mit dringend benötigten Schutzmasken zu versorgen. In den vergangenen Tagen wurden die Bestände und Bedarfe unter anderem bei den niedergelassenen Ärzten in Hanau zusammengetragen. Parallel dazu baut der Krisenstab ein eigenes Lager auf, um kurzfristig fehlenden Schutzbedarf und -kleidung liefern zu können.

Auch ein Hilfspaket, das die chinesische Partnerstadt Taizhou auf den Weg geschickt hat, ist dieser Tage in Hanau angekommen. Die mehr als 100.000 Mundschutzmasken kamen zum richtigen Zeitpunkt. Auch die Baugesellschaft Hanau erhielt aus diesem Bestand ein Paket zur Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die per Dienstanweisung verpflichtet wurden, bei Kundenkontakt in den Wohnungen einen Mundschutz zu tragen, um einer weiteren Übertragung des Corona-Virus vorzubeugen.

Grafik: Stadt Hanau

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