Stadt baut Datenbank mit freiwilligen Helferinnen und Helfern auf

Hanau
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Die Stadt Hanau will wegen der Corona-Pandemie für alle Fälle eine Datenbank mit freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Bürgerschaft aufbauen.

Es gebe zwar von städtischer Seite aktuell keinen Bedarf an Hilfskräften, man wolle aber vorbereitet sein, falls sich die Situation verschlechtert, heißt es dazu vom Krisenstab der Stadt. Vorausschauend handeln, um im Ernstfall gerüstet zu sein, sei die Devise.

"Trotz der erheblichen Einschränkungen werden die notwendigen Dienstleistungen in der Stadt erbracht und funktionieren derzeit ohne größere Probleme", sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Stadt könne aktuell sogar wichtige nicht-städtische Einrichtungen mit eigenem Personal unterstützen, wie etwa der Einsatz von städtischen Objektbetreuern bei der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel gezeigt habe. Gleichzeitig sei man dankbar, dass zum Beispiel der Schaustellerverband mit Lkw-Fahrern kurzfristig einzelne Personallücken bei der städtischen Müllabfuhr geschlossen habe. "Das ist ein eindrucksvoller Beweis, dass das Motto ‚Hanau steht zusammen‘ nicht nur ein Slogan ist, sondern dass das in unserer Stadt gelebt wird."

Niemand wisse aber, wie sich die Pandemie weiterentwickle und wie sich das auf den Personalstand in den relevanten Bereichen auswirken könnte. Eine einzige Infektion könne zum Beispiel dazu führen, dass eine ganze Einsatzgruppe ausfalle, weil alle Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne müssten, so der OB. Für diese Fälle möchte man gerüstet sein und gegebenenfalls auf freiwillige Helferinnen und Helfer zurückgreifen können. "Unser Ziel ist es", so der Oberbürgermeister, "alle Versorgungsleistungen so optimal wie möglich aufrecht zu erhalten, auch wenn es zu personellen Engpässen kommen sollte."

Konkret bittet die Stadt Freiwillige mit bestimmten Kompetenzen, sich jetzt schon zu melden - vorsorglich. Zum Beispiel Lkw-Fahrer, die derzeit freigestellt sind und eventuell beim Bauhof oder den Entsorgungsbetrieben der Stadt aushelfen könnten. Gefragt seien auch Menschen mit Kenntnissen aus dem Gesundheitsbereich. Zum Beispiel ehemalige Alten- und Krankenpfleger, die jetzt in ihrem neuen Beruf auf Kurzarbeit gesetzt sind und bereit wären, im Notfall die Kranken- und Pflegeeinrichtungen zu unterstützen. Denkbar wären auch Köche oder Küchenhilfen, die wegen der Schließung von Restaurants jetzt Zeit für einen ehrenamtlichen Einsatz hätten. Darüber hinaus können sich aber auch Bürgerinnen und Bürger ohne spezielle aktuell benötigte Qualifikationen melden, die bei leichten Tätigkeiten helfen könnten, etwa beim für hilfsbedürftige Personen eingerichteten Lieferservice der Stadt.

Dabei muss der Einsatz nicht immer zwangsläufig zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit führen. "Wir können uns auch durchaus vorstellen, Hilfskräfte zum Beispiel an Lebensmittelgeschäfte zu vermitteln, die Unterstützung im Lager oder beim Regale auffüllen benötigen – gegen Entlohnung, versteht sich", so die städtische Projektleiterin Barbara Battenhausen. Um sich als möglicher Helfer registrieren zu lassen, braucht man lediglich ein Online-Formular ausfüllen und an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zurücksenden. Das entsprechende Formular steht auf der Homepage www.corona.hanau.de zum Download bereit.

"Zurzeit benötigen wir keine Hilfe im großen Stil", betont Battenhausen noch einmal ausdrücklich, "wir wollen einfach nur für alle Fälle vorbereitet sein". Es könne also durchaus sein, dass die registrierten Helferinnen und Helfer nie zum Einsatz kommen. Oder nur einige in konkreten Fällen benötigt werden. Aus der Flüchtlingssituation von 2015 wisse man, dass die Hilfsbereitschaft der Hanauerinnen und Hanauer ungeheuer groß sei. Damals hätten sich viel mehr Helferinnen und Helfer gemeldet, als benötigt wurden und deshalb sei mancher enttäuscht gewesen, dass seine Hilfe letztlich nicht gebraucht wurde. Das könne jetzt auch passieren, so Battenhausen. Aber man solle dabei an eins denken: Am besten sei es schließlich, wenn gar keine freiwilligen Helfer eingesetzt werden müssten, weil die Krise dank der Anstrengung aller begrenzt und bald überwunden werde, so Battenhausen abschließend.

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