Vor allem, weil es inzwischen kaum noch welche gibt. Kliniken, Pflege und Rettungsdienste schlagen Alarm: Ohne Schutzausrüstung können sie sich nicht um hochinfektiöse Patienten kümmern, würden damit zudem die eigenen Mitarbeiter gefährden.

Zu den betroffenen Berufsgruppen gehören auch die niedergelassenen Ärzte. Ihnen wird in Hanau nun umfassend und unbürokratisch geholfen: In Absprache mit dem Main-Kinzig-Kreis und als Ergänzung zu dessen Materialversorgung kümmert sich ein Logistik-Team um zusätzliche Lösungen. Damit werden vorübergehende Engpässe aufgefangen, die sich durch noch nicht stabile Nachschubsysteme vom Bund zu den Ländern ergeben. "Die Hausärzte werden begriffen als die erste Linie vor den Kliniken und müssen auch höchste Priorität genießen", sagt Dr. Silke Hoffmann-Bär, Leiterin der Stabsstelle Gesundheit, "daher haben wir eine eigene kleine Versorgungsstruktur aufgebaut."

"Unbürokratisch" heißt hier das Zauberwort: Gespendete Schutzausrüstung und Material, das lokale Unternehmen zur Verfügung stellen, werden möglichst zügig nach Anfrage an die Praxen weitergegeben. Dabei gehen die Lieferungen, die kostenfrei von Kreis, Land oder Bund eintreffen, auch kostenlos an die Ärzte. "Material, das die Stadt selbst einkaufen muss, wird genau so unkompliziert durchgereicht, aber in den Fällen gibt es eine Rechnung dazu. Diese entspricht dann dem durchschnittlichen Einkaufswert. Klar ist aber, dass kein großer Verwaltungsaufwand entstehen wird. Es muss schnell ausgeholfen werden, damit die Ärzte ihren Praxisbetrieb für die Bürgerinnen und Bürger aufrecht erhalten können", so Hoffmann-Bär.

Die Mengen von Schutzmaterialien, die die Stadt nun vorhält, seien allerdings keineswegs so groß, dass man von einem Logistiklager reden könne: "Es geht wirklich nur um Notrationen." Das Team koordiniert bisher mehr 100 Hanauer Arztpraxen, hinzu kommt als Nächstes eine Abfrage an die hiesigen Zahnärzte und Kieferorthopäden. Zur Logistik gehört auch eine Recherchegruppe im Hintergrund: Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dokumentieren die ärztlichen Bedarfe, nehmen Bestellungen auf und behalten die Bestände im Blick. "Das Team ist motiviert und arbeitet uns super zu. Wir sind froh, dass wir diese Schnittstelle haben, um den Ärzten auch an der Stelle einen möglichst unkomplizierten Kommunikationsweg zu bieten", sagt Silke Hoffmann-Bär.

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