Masken statt Kostüme in Schneiderei der Brüder-Grimm-Festspiele

Hanau
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Die Fans und Sponsoren lassen ihre Brüder Grimm Festspiele nicht im Regen stehen. Dies können Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Intendant Frank-Lorenz Engel bereits wenige Tage nach Einrichtung des Unterstützungsfonds feststellen. Die Solidarität mit den Ensemblemitgliedern, die besonders durch die wegen der Corona-Pandemie notwendige Absage der Festspiele betroffen sind, sei sehr groß. "Auch hier zeigt sich: Hanau steht zusammen", so Kaminsky und Engel.

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Eine Reihe von Sponsoren ist inzwischen dem Vorbild der Firma Umicore gefolgt, die ihren Sponsorenbeitrag für die Festspiele auch trotz der Absage aufrechterhalten hat. Von Evonik gibt es inzwischen ebenfalls die Zusage, an der geplanten Unterstützung festzuhalten. Auch die in Hanau ansässige Forma DunlopTech will ihre Sponsorenzusage einhalten. Einen beträchtlichen Zuschuss für den Unterstützungsfonds leistet auch das Hanauer Tankstellenunternehmen MTV-Förster. Hilfe kommt auch aus dem Pioneer Park Hanau: Die  Entwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau GmbH hat ihr finanzielles Engagement für die Festspiele bekräftigt. Auch die Brüder-Grimm-Stiftung der Sparkasse Hanau und die Nagel-Stiftung – seit vielen Jahren wichtige Förderer der Festspiele – werden ihren Beitrag zum Unterstützungsfonds leisten, freuen sich OB Kaminsky und Intendant Engel. Desweiteren hat der Förderverein der Brüder Grimm Festspiele, der ein beständiger Partner ist, ebenfalls bekundet, die Festspiele auch in diesem Jahr nicht im Stich zu lassen. Positive Signale gibt es auch vom Land Hessen und dem Kulturfonds FrankfurtRhein-Main, die in Aussicht gestellt haben, einen Großteil ihrer jährlichen Zuschüsse trotz des Ausfalls bereit zu stellen. Mit weiteren Sponsoren und Unterstützern sei man in guten Gesprächen, so Engel.

"Das sind beeindruckende Zeichen der Solidarität mit den besonders betroffenen Ensemblemitgliedern", stellt Intendant Frank-Lorenz Engel fest. Dies gelte nicht nur für die wichtigen Sponsoren, sondern auch für die Fans der Festspiele. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die bereits Tickets gekauft hätten, würden auf eine Rückerstattung verzichten und somit ebenfalls ihren Beitrag leisten. Gut angelaufen sei auch der Verkauf "virtueller Tickets", durch die man mit Beträgen von fünf bis 100 Euro Gutes tun könne. Diese Tickets, die zugleich als Spendenbescheinigung gelten, kann man bei Frankfurt-Ticket unter https://bit.ly/BGF-Spenden erwerben. Zusätzlich wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse Hanau unter der Nummer IBAN DE92 5065 0023 0000 0500 05 eingerichtet. Wer beim Verwendungszweck neben "BGF" auch Name und Anschrift eingibt, erhält automatisch eine Spendenbescheinigung – ab einer Summe von 200 Euro, denn bis zu dieser Grenze reicht dem Finanzamt der einfache Überweisungsbeleg.

Die Mittel des Unterstützungsfonds sollen vor allem den Künstlerinnen und Künstlern zu Gute kommen, von denen die meisten freiberuflich tätig und durch die Absage besonders betroffen sind. "Unser Wort, dass wir in dieser Krise niemanden alleine lassen, steht", so der Oberbürgermeister. Die Stadt habe sich deshalb inzwischen dazu entschieden, die geschlossenen Verträge mit dem Ensemble weitgehend zu erfüllen. "Wir sind dennoch weiterhin auf jede Unterstützung angewiesen", betont der Oberbürgermeister. "Die ersten positiven Signale von Sponsoren und Förderern haben uns aber so zuversichtlich gestimmt, dass wir in Vorlage treten konnten, damit die Ensemblemitglieder persönliche Sicherheit haben", so Kaminsky. Auch wenn es noch keine genauen Berechnungen gibt, könnte das Defizit der Festspiele in diesem Jahr im hohen sechsstelligen Bereich ausfallen, denn ein Großteil der üblichen Kosten fallen trotz der Absage an. "Insofern hilft uns wirklich jeder Euro, damit wir im kommenden Jahr wieder die gewohnte Qualität bieten können", so Engel.

Dass die Festspiele in diesem Jahr nicht im Amphitheater stattfinden können, muss aber auch nicht bedeuten, dass die Fans ganz auf "Märchen made in Hanau" verzichten müssen. Bei Facebook, Youtube und auf dem neuen Online-Portal www.hanaudaheim.de sind ab sofort Aufführungen der vergangenen Spielzeiten in voller Länge zu sehen – den Auftakt machte das Musical "Vom Fischer und seiner Frau" aus dem Jahr 2017. Weitere Live-Mitschnitte folgen. Auf der Plattform www.hanaudaheim.de gibt es ebenfalls die Möglichkeit, direkt für die Festspiele zu spenden. Zu sehen und zu hören sind dort auch die Schauspielerinnen und Schauspieler, die in diesem Jahr bei den Festspielen auf der Bühne gestanden hätten. Sie präsentieren sich oder Märchen in unterhaltsamer Form. Mit der Aktion will das Ensemble ein Zeichen setzen, dass die Bindung zwischen den Akteuren der Brüder Grimm Festspiele und ihren Fans auch in Corona-Zeiten nicht abreißt.

Auch in der Festspiel-Schneiderei wird eifrig gewerkelt: Dort entstehen derzeit die sogenannten "Hanau-Masken", die dazu beitragen sollen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Oberbürgermeister Kaminsky hatte die Bevölkerung darum gebeten, in der Öffentlichkeit generell eine Maske zu tragen und versprochen, dass für jene, die sich nicht selber eine Maske herstellen können, gesorgt werde. Seitdem nähen die Mitarbeiterinnen der Festspiel-Schneiderei quasi im Akkord Masken, die am Mittwoch (8. April) und Samstag (11. April) auf dem Hanauer Wochenmarkt erhältlich sein werden – zum Preis von 5 Euro. Die Einnahmen kommen dann wiederum dem Festspiel-Spendentopf zugute. Das Motto dieser Aktion lautet "Von den Festspielen – für die Festspiele".

Foto-Copyright: Stadt Hanau/David Seeger

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