Weitere Lockerungen im Freizeitbereich unter strengen Auflagen

Hanau
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"Es ist eine besondere Herausforderung für uns alle, die jetzt eingeräumten Lockerungen zu genießen und gleichzeitig alle notwendigen Beschränkungen weiterhin zu beachten", nimmt OB Kaminsky jeden einzelnen in die Pflicht, durch sein verantwortungsbewusstes Verhalten einen aktiven Beitrag dafür zu leisten, dass die bisher erreichten Erfolge in der Corona-Krise nicht wieder verloren gehen.

Nachdem am vergangenen Montag Teile der Stadtverwaltung unter strengen Hygienevorschriften wieder für den Publikumsverkehr geöffnet haben, folgen schrittweise weitere Service-Angebote. "Es zahlt sich jetzt aus, dass wir im Bürgerservice schon seit knapp zwei Jahren ausschließlich Terminkunden bedienen", erklärt Uwe Triebel als zuständiger Amtsleiter, dass es hier keiner Umstellung bedurfte, um die aus Gründen des Infektionsschutzes jetzt zwingend vorgeschriebenen Terminvereinbarungen einzuführen. "Der Ansturm hielt sich in Grenzen", deshalb gehen er und sein Team davon aus, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die Bedingungen des Ausnahme-Alltags in der Verwaltung schnell gewöhnen werden.

Direkte Auswirkungen haben diese Lockerungen in den Beschränkungen auch auf Eheschließungen, für die jetzt im Standesamt auch neue Termine vereinbart werden können. Allerdings finden die Trauungen bis auf weiteres nicht in Schloss Philippsruhe, sondern im Ordnungsamt statt. Dabei dürfen derzeit neben dem Brautpaar maximal acht weitere Personen während der Trauzeremonie anwesend sein.

Geschlossen bleiben bis auf weiteres die Stadtteilläden, da das Personal und die Infrastruktur quasi als Reserve vorgehalten werden. Auch städtische Veranstaltungsräume wie beispielsweise Bürgerhäuser bleiben noch bis zum 30. Juni für private Veranstaltungen und Vereinsaktivitäten geschlossen. Lediglich für städtische Gremiensitzungen können die Räume bei Bedarf schon früher genutzt werden.

Mit Blick auf ihre Sportstätten hat sich die Stadt für eine zweistufige Öffnung entschieden. Während die 10 Sportanlagen unter freiem Himmel bereits von Mittwoch, 13. Mai, an nutzbar sind, werden die 26 Hallen frühestens vom 18. Mai an wieder zugänglich sein. Gemäß der Prämisse "Vorsicht geht vor Tempo" ist dieses Vorgehen nötig, um die neuen Regelungen umsetzen zu können. So müssen die Nutzer ein schriftliches Hygienekonzept vorlegen. Kontaktsport ist verboten. Auch Zuschauer sind nicht erlaubt.

Unter besonderen Hygienemaßnahmen darf zum kommenden Wochenende auch das Historische Museum Schloss Philippsruhe wieder seine Pforten öffnen. "Von Samstag, 16. Mai, an sind Besuche im Schloss mit der Sonderausstellung ‚Leben im Krieg‘ immer samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr möglich", erklärt Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Fachbereich Kultur, Stadtidentität und internationale Beziehungen. Die Sonderausstellung zum Kriegsende vor 75 Jahren wird bis Ende Juni 2021 verlängert. Hoppe weist darauf hin, dass bis auf weiteres jedoch keine Führungen, Kindergeburtstage, Vorträge oder Gruppenveranstaltungen stattfinden können. Das Museumscafé erwartet samstags und sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr seine Gäste und bittet um vorherige Reservierung.

"Leider können wir das GrimmsMärchenReich derzeit nicht aufmachen, denn das Mitmachmuseum mit vielen Spielstationen, lebt vom Anfassen. Das aber erfordert einen Desinfektionsaufwand, den wir nicht leisten können", ergänzt Kuratorin Nina Schneider. Gleiches gilt für das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum Hanau-Wilhelmsbad. Museumsleiterin Victoria Asschenfeldt: "Kindern zu sagen, sie dürften in einem interaktiven Museum nichts berühren, ist wie Baden ohne Wasser." GrimmsMärchenReich und Hessisches Puppen- und Spielzeugmuseum bleiben in der Konsequenz mindestens bis zu den Sommerferien geschlossen.

"Wir haben uns zudem entschieden, die städtischen Stadtteilmuseen in Steinheim und Großauheim vorerst geschlossen zu halten. Die Sonderausstellung über 700 Jahre Stadtrechte Steinheim wird erst im Herbst im Schloss Steinheim eröffnet. Der Beginn der Schau über den in Großauheim geborenen Insektenforscher und Künstler Leopoldo Richter verschiebt sich coronabedingt ebenfalls in den Herbst 2020", so Hoppe.

Die Angebote anderer Träger haben allerdings eigene Spielregeln: So kann die Ausstellung "Menschen, Räder, Erinnerungen" im RadWerk in Klein-Auheim unter Regie des dortigen Heimat- und Geschichtsvereins vom 17. Mai an immer sonntags von 13 bis 17 Uhr besucht werden. Das dort angesiedelte Café Kuchenstil öffnet samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Das Deutsche Goldschmiedehaus, das durch die Gesellschaft für Goldschmiedekunst bespielt wird, öffnet am kommenden Freitag wieder und ist dann immer freitags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zugänglich.

Unter ganz besonderen Bedingungen findet damit auch der diesjährige Internationale Museumstag am 17. Mai statt. Während üblicherweise alle Museen für ein entspanntes Flanieren und Kennenlernen werben, könnte das digitale Angebot für einen kleinen Ersatz für die derzeit geschlossenen Häuser sorgen. Auf der Internetseite www.museumstag.de erwarten auch die Hanauer Museen, ihre virtuellen Besucherinnen und Besucher, einzelne Beiträge sind auch auf www.hanaudaheim.de zu finden.

Während in hessischen Alten- und Pflegeheimen seit Anfang der Woche Besuche wieder erlaubt sind und einmal pro Woche ein Angehöriger für eine Stunde in die Einrichtung kommen darf, bleibt das Besuchsverbot in den beiden Hanauer Kliniken bis auf weiteres bestehen. Ausnahmeregelungen davon gibt es nur für Eltern oder Sorgeberechtigte von minderjährigen Kindern sowie für enge Angehörige von Patienten in palliativer Situation. Erste Lockerungen für die Geburtshilfe-Station sind derzeit in Planung.

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