Mit diesen Worten hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) auf die jüngsten Verordnungen der Hessischen Landesregierung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie reagiert. Sofern in der Öffentlichkeit in den letzten Tagen der Eindruck entstanden sei, dass Feiern nach den jüngsten Lockerungen fast wieder wie zu Vor-Corona-Zeiten möglich sei, so sei dieser falsch. "Veranstaltungen sind – unabhängig von der Teilnehmerzahl – nur unter sehr strengen Auflagen erlaubt", stellt Kaminsky klar. So seien zum Beispiel Anwesenheitslisten zu führen, der Mindestabstand einzuhalten oder die Weitergabe von Gegenständen auszuschließen. "Eine große Geburtstagsfeier ist unter diesen Gegebenheiten – auch im privaten Rahmen – quasi nicht möglich", so der Oberbürgermeister.

Das Land Hessen hatte in der vergangenen Woche die Verhaltensregeln und Vorschriften für Zusammenkünfte jeder Art geregelt und zudem präzisiert, was unter jenen Großveranstaltungen zu verstehen ist, die nach einem Beschluss von Bundes- und Landesregierungen bis zum 31. August verboten bleiben. Als Maßgabe für diese Großveranstaltungen hat das Land Hessen eine Teilnehmerzahl von 100 Personen festgesetzt. Es sind zwar auch mehr Teilnehmer möglich – allerdings nur ausnahmsweise, nach Genehmigung durch die zuständige Behörde (Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises) sowie unter kontinuierlicher behördlicher Überwachung. "Da es weiterhin darum geht, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sind Großveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern derzeit auch nicht angebracht", sagt Kaminsky.

Die Stadt Hanau hat deshalb entschieden, dass weitere städtische Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Betroffen sind unter anderem das Wilhelmsbader Wochenende mit der Sommernacht (24. bis 26. Juli) sowie das Hanauer Weinfest (13. bis 16. August). Vom Veranstalter bereits abgesagt wurde das Bundesäppelwoifest. Das Gartenfest in Wilhelmsbad wird nach eigenem Bekunden der Organisatorens nicht zu dem bisher bekannten Termin und in der bekannten Form stattfinden können. Doch auch andere Großveranstaltungen wie die Konzerte im Amphitheater seien für ihn nur schwer vorstellbar, so Kaminsky. "Die jeweiligen Veranstalter müssten sich entsprechende Genehmigungen beim Main-Kinzig-Kreis einholen und die Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften sicherstellen", stellt der Oberbürgermeister klar. Geprüft wird derzeit noch, welche Veranstaltungen des Kultoursommers (10. bis 26. Juli) möglicherweise stattfinden können.

Die Stadt Hanau hatte schon in den vergangenen Wochen mehrere Großveranstaltungen abgesagt: so unter anderem die Brüder Grimm Festspiele, das Hanauer Märchenfest, das Lamboyfest, das Bürgerfest oder die Feierlichkeiten zu 700 Jahre Steinheim. "Uns ist sehr bewusst, dass sich die Menschen danach sehnen, etwas zu erleben, Musik zu hören, Theater zu genießen, Spaß zu haben", erläutert Kaminsky. Die Absagen, teilweise auch mit großem zeitlichen Vorlauf, seien aber notwendig. "Die Veranstalter brauchen Planungssicherheit – und niemand weiß, wie sich die Lage entwickeln wird und wann Großveranstaltungen wieder erlaubt sein werden", so der Oberbürgermeister. Die Absagen träfen dabei aber insbesondere Künstlerinnen und Künstler besonders hart. Kaminsky: "Wir prüfen derzeit intensiv, wie wir das zumindest ein stückweit kompensieren können."

Die Reihe "HanauDaheim Online-Festival", bei der derzeit verschiedene Konzerte live aus dem Comoedienhaus ins Internet übertragen werden, habe sich als voller Erfolg erwiesen. "Wir werden diese Idee ganz gewiss ausbauen und weitere kreative Konzepte entwickeln, die dem Wunsch nach Unterhaltung gerecht werden", so der Oberbürgermeister.

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