Kreis und Stadt untersagen geplantes Fastengebet

Hanau
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Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau haben am Samstagmorgen in einer Dringlichkeitssitzung gemeinsam beschlossen, dass das für Sonntag, 24. Mai, im Herbert-Dröse-Stadion geplante Fasten-Gebet verschiedener muslimischer Institutionen nicht stattfinden darf. Die am Mittwochabend seitens des zuständigen Gesundheitsamtes des Main-Kinzig-Kreises erlassene Genehmigung der Veranstaltung wurde widerrufen.

„Angesichts der jüngsten Entwicklungen beim Infektionsgeschehen in Hanau ist das Risiko zu groß“, sagen die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in einer gemeinsamen Erklärung.

Am Freitag war bekannt geworden, dass sich bei einem Gottesdienst in Frankfurt mindestens 16 Personen aus Hanau mit dem Corona-Virus infiziert haben. Das Infektionsgeschehen in der Brüder-Grimm-Stadt und im Rhein-Main-Gebiet habe sich dadurch verändert. Es sei derzeit noch nicht abzusehen, welche Folgen die Ereignisse in Frankfurt für die Region hätten. „Vor diesem Hintergrund wäre es unverantwortlich, wenn in Hanau mehrere hundert Muslime zum gemeinsamen Fastengebet zusammenkämen“, so Simmler und Kaminsky.

Der Muslimische Arbeitskreis sowie verschiedene Hanauer Moscheen hatten am Mittwochabend vom Main-Kinzig-Kreis unter strengen Auflagen die Genehmigung für ein Fastengebet im Herbert-Dröse-Stadion erhalten. Angesichts der Werbung, die seit Freitag im Internet für die Veranstaltung gemacht werde, sei inzwischen auch davon auszugehen, dass Muslime aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nach Hanau angereist und möglicherweise mehr als 1000 Gläubige gekommen wären. „Die Teilnehmerzahl zu kontrollieren ist, vor allem auch bei der Anreise, nicht mehr möglich“, ergänzen die Erste Kreisbeigeordnete und der Hanauer Oberbürgermeister.

Beide betonen in ihrer Stellungnahme auch, dass die Muslime bei der Genehmigung am Mittwoch nicht bevorzug behandelt worden seien. „Uns ist ein schlüssiges Konzept vorgelegt worden, das alle vom Land Hessen vorgesehenen Hygienereglungen berücksichtigt hat. Deshalb gab es am Mittwoch auch keinen Grund, die Veranstaltung abzusagen“, so Simmler und Kaminsky weiter. Durch die Meldungen aus Frankfurt und die breite Bewerbung der Veranstaltung hätte sich die Bewertungsgrundlage aber verändert. „Wir alle sind in der Pflicht, unsere Entscheidungen vor den aktuellen Entwicklungen des Infektionsgeschehens immer wieder zu überprüfen. Das haben wir am Samstagmorgen in einer gemeinsamen Sitzung getan. Wir haben alle die Verantwortung, die gesundheitlichen Risiken für die Menschen zu minimieren, das gilt im übrigen auch für die muslimischen Gemeinden“, stellen Simmler und Kaminsky fest.

Über die Absage haben sie den Muslimischen Arbeitskreis am Samstagmorgen auch unmittelbar telefonisch informiert. Dabei brachten sie auch ihr Bedauern zum Ausdruck, dass die muslimischen Gemeinden in den vergangenen Tagen schon so viel Arbeit in die Veranstaltung gesteckt hätten. „Wir hoffen sehr darauf, dass die Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans im kommenden Jahr wieder wie gewohnt stattfinden können“, so Kaminsky abschließend.

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