Städtische Jugendberufshilfe in Zeiten von Corona

Hanau
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Derzeit ist die berufliche Zukunft von jungen Menschen, die die Schulen verlassen, aufgrund der Corona-Epidemie sehr unsicher und kaum planbar.

„Was soll ich werden, welcher Beruf passt zu mir, welche Schritte muss ich gehen?“, sind Fragen, die ohnehin in den vergangenen Jahren immer schwieriger zu beantworten gewesen sind. In der aktuellen Situation sind Schulabschlüsse zwar erreicht, lassen aber teilweise den Übergang in eine Ausbildung oder weiterführende Schule nicht zu.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Hanau, Axel Weiss-Thiel, appellieren die Träger der Jugendberufshilfe an die Betriebe, trotz der aktuellen Krise „geschlossene Ausbildungsverhältnisse fortzusetzen und sich auch im kommenden Ausbildungsjahr weiter für die Sicherung des Fachkräftebedarfs zu engagieren.“ Der regionale Ausbildungsmarkt ist nicht mehr aufnahmefähig und Alternativangebote, wie beispielsweise Maßnahmen und Praktika die auf beruflichen Anforderungen vorbereiten, werden an Bedeutung gewinnen. So lag die Anzahl der Ausbildungsplatzsuchenden von Oktober 2019 bis Mai 2020 bei mehr als 2.229 gegenüber 1.968 gemeldeten Ausbildungsstellen. Der Lehrstellenmangel wird sich aufgrund der wirtschaftlichen Krise noch verstärken und berufliche Wünsche und Anschlussperspektiven der jungen Menschen bleiben unerfüllt. Hier gilt es die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zu fördern und die Angebote der städtischen Jugendberufshilfe zu stärken.

In dieser Situation sind die Beratungsangebote der kommunalen Jugendberufshilfe mehr denn je gefragt. So hat die Stadt Hanau vor nahezu 15 Jahren Angebote und Hilfen zur beruflichen Orientierung in Kooperation mit freien Trägern der Jugendberufshilfe geschaffen. Die Fragen rund um Ausbildung und Beruf werden dabei von Beratungsfachkräften an zahlreichen Schulen, Jugendzentren sowie der Kontakt-und Anlaufstelle hanauer joblotsen angeboten. Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche oder Praktika sind weiterhin ebenso wesentlich wie Hilfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung von Interviews. Sichtbar werden hier die sich rapide veränderten Anforderungen und Umstellungen der Unternehmen.

Die Corona-Pandemie macht auch hier deutlich, wie zentral die vertrauensvolle und langjährige Zusammenarbeit und Förderung dieses Bereiches ist. So konnte der Kontakt und die Begleitung der Schülerinnen und Schüler sowie Ratsuchenden auch während des Lockdowns aufrecht erhalten werden. Die langjährige, vertrauensvolle und strukturierte Zusammenarbeit mit Schulen und die Arbeit im regionalen Netzwerk zeigen hier deutliche Erfolge. Klar wurde dabei auch: Die Angebote sind etabliert, sei es in Schulcurricula, im Regelunterricht, in Schulkonferenzen oder der Elternarbeit.

Aufgrund der langjährigen systematischen Arbeit im Rahmen der Jugendberufshilfe wurde auch für andere qualifizierte Angebote der Berufsfindung der Weg in die Schulen geebnet. Berufebörsen, Informationsveranstaltungen der regionalen Unternehmen zwischen „Schule und Betrieb“ Ausbildungsplatzbörsen sowie zahlreiche weitere Angebote werden von den Trägern in Kooperation mit den Schulen angeboten. Ziel ist es, Jugendlichen beim Thema Berufsorientierung durch den vorhandenen Informationsdschungel zu helfen und die jeweils individuell passenden Schritte und Möglichkeiten einzuleiten. Mit den regionalen Angeboten an Schulen und in Jugendeinrichtungen unterstützen die Träger jährlich ca. 1000 Schüler*innen bei der Berufswahl, bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz und informieren über weiterführende Schulen und Berufswege. Die Clearingstelle „hanauer joblotsen“ hilft durchschnittlich 300 Jugendlichen weiter.

Die Angebote werden professionell umgesetzt von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, dem Internationalen Bund, der Jugendwerkstatt Hanau und der Evangelischen Fachstelle Jugendberufshilfe Hanau „Pilot“. „Es hat sich bewährt, dass die Stadt bei der städtischen Jugendberufshilfe auf den Sachverstand und die hohe Fachlichkeit von Partnern setzt, deren Kernkompetenz genau im benötigten Segment liegt“, so Bürgermeister Weiss-Thiel. Im Einzelnen finden die Beratungsangebote der Jugendberufshilfe in Kooperation mit der Lindenauschule in Großauheim und Eppsteinschule in Steinheim, dem Schulzentrum Hessen-Homburg und der Tümpelgartenschule, der Ludwig-Geissler-Schule, sowie der Otto-Hahn-Schule, der Eugen-Kaiser-Schule, den hanauer joblotsen und dem Jugendzentrum Kesselstadt statt. Auch in den Sommerferien sind die oben genannten Einrichtungen für Schulabgänger*innen und Eltern zu erreichen.

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