Eine Bürgerin beschwert sich, dass ihre Biotonne heute nicht entleert wurde und die Müllabfuhr diese anscheinend vergessen habe. Nach kurzer Abstimmung

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mit der Einsatzleitung der Müllabfuhr, die ebenfalls in der Daimlerstraße 5 ansässig ist und ebenso wie die Abfallberatung zum Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) gehört, zeigt sich, dass sich in der Biotonne Plastik befand. Deswegen hatten die städtischen Müllwerker diese Biotonne nicht geleert, weil Fremdstoffe wie z. B. Plastikbeutel den weiteren Verwertungsweg in der Kompostierungsanlage empfindlich stören, denn sie müssen als Restmüll aussortiert und entsorgt werden.

Nur ein Anruf von vielen, den Marscheck heute wieder annimmt. Neben der Kundenberatung zum Thema Abfall informiert sie auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hanau, welchen Müll man wann und wo entsorgen kann und welche Kosten das mit sich bringt. Viele wissen z.B. gar nicht, dass für drei Sperrmüllabholungen a 3 Kubikmeter pro Haushalt und Jahr HIS keine Gebühr erhebt. Auch die Anlieferung von bis zu 2 Kubikmeter an sperrigen Gegenständen des Haushaltes ist auf dem Wertstoffhof kostenlos. – Und deswegen, mutmaßt Marscheck, lande leider immer noch Unrat illegal im Wald, auf Wiesen oder am Wegesrand.

Da die Beschwerden über diesen wilden Müll ständig zunehmen und weil HIS alleine dieser Mengen nicht mehr Herr wird, rief Stadtrat Thomas Morlock im September 2018 die Initiative der "Sauberkeitspaten" ins Leben. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger können sich bei HIS melden, wenn sie Straßen, Grünflächen, Spielplätze und öffentliche Plätze in Hanau sauber halten möchten. Marscheck versorgt sie mit Müllsäcken, Handschuhen und Zangen, um diesen Müll zu entfernen. Die Säcke werden dann bei der nächsten Leerung der Restmülltonne mitgenommen.

Erfreulicherweise meldeten sich seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Ehrenamtliche dafür als zuvor. Mittlerweile gibt es 64 Gruppen (Kitas, Schulen) und Einzelpersonen als "Sauberkeitspaten". Diese entscheiden selbst über die Häufigkeit und Dauer ihrer Sammlung. Emma Kurz, die unter Leitung von Marscheck ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Abfallberatung bis vor wenigen Tagen absolvierte, erzählte von einem Fall in Großauheim, wo ein "Sauberkeitspate" 16 Restmüllsäcke füllte, in die je 70 Liter Müll passen. Diese musste HIS dann per Lkw abholen, denn dafür hätte der Laderaum eines Autos nicht ausgereicht.

Ein weiteres Aufgabengebiet von Marscheck ist die Abfallpädagogik, speziell für Kitas und Grundschulen. Dabei kommen die Mädchen und Jungen auch in den Genuss einer Führung über den Wertstoffhof. "Das macht den Kindern immer besonderen Spaß, da es interessanter als nur ein Vortrag im Klassenraum ist", erzählt die Abfallberaterin. "Schon allein beim Anziehen der neon-orangefarbenen Warnwesten sieht man ein Lächeln bei vielen Kindern – jetzt fühlen sie sich wie ein echter Müllmann", sagt sie weiter.

Marscheck legt viel Wert auf den persönlichen Kontakt mit den Bürgern der Stadt – gleich welcher Herkunft und welchen Alters. Sie will künftig mit einer "universellen Sprache" arbeiten, damit Sprachbarrieren kein Hindernis mehr sind. Daher kann sie sich vorstellen, ein Konzept zu entwickeln, bei dem mit Bildersprache alle erreicht werden können.

Foto: Abfallberaterin Leonie Marscheck macht für die Stadt umfangreiche Kundenberatung.

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