„Wir wollen unbedingt weitermachen und noch mehr lernen“ - mit diesem Wunsch traten Menschen aus dem Stadtteil Lamboy-Tümpelgarten an den Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, den Diplompädagogen Michael Schröder, heran.

Der zweite Elternkurs mit dem Lamboyladen, an dem Elternpaare und auch Mütter alleine teilnahmen, wurde zwar schon Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen, aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragten bei Pynur Scharle, der Leiterin des Stadtteiltreffs und Schröder immer wieder nach, wann der nächste Kurs denn nun endlich starte? Da einige TeilnehmerInnen schon ältere Kinder haben, war es der Wunsch, intensiv über das Thema Pubertät zu sprechen und zu lernen, diese schwierige Phase auf dem Weg zum Erwachsenlernen besser zu verstehen.
In der vergangenen Woche trafen sich dann einige Eltern, die an den bisherigen Kursen teilgenommen hatten, mit der Kursleiterin, der Diplom Psychologin Nazan Onagaclar, dem Kursleiter Serdol Solmaz und der Leiterin des Lamboyladens, Pynur Scharle. Der abgelaufene Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ war der erste, den der Hanauer Ortsverband durch eine Frau und einen Mann gemeinsam durchführen ließ. „Ein solches Tandem hatte sich schon in anderen Städten sehr bewährt“, wie Schröder erläuterte, „da es insbesondere Vätern viel leichter fällt, einem männlichen Kursleiter gegenüber eigene Probleme zu schildern!“
Beide Kursleitungen sind erfahren in der Anleitung der Elternkurse und selbstverständlich durch den Landesverband geprüft. Ein Vorteil der türkischstämmigen Kursleitungen ist natürlich, dass bisweilen auch etwas in der Muttersprache erklärt werden kann, was in deutscher Sprache doch nicht so deutlich war. Sehr hilfreich hat sich selbstverständlich ebenso die Kenntnis der unterschiedlichen Kulturen erwiesen.
Beim Nachtreffen, das stets für die Hanauer Kinderschützer und die Kooperationspartner sehr wichtig ist, da hier direkte Rückmeldungen zum Kurs kommen, übergaben die Kursleitungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Elternkurses im Lamboyladen ihre Zertifikate für die Teilnahme am Kurs. Die Diplompsychologin Nazan Onagaclar sprach dabei sehr persönliche Worte und rief damit nochmals Situationen aus den 10 Kurstreffen in Erinnerung.
Nicht nur die Kursteilnehmer, auch Pynur Scharle und Michael Schröder, waren doch sehr ergriffen über diese Worte und den nachfolgenden intensiven Austausch. Gefragt nach den Ergebnissen schilderte eine Mutter, dass sich durch den Kurs zuhause bei ihr so viel verändert hätte. Eltern schilderten, dass sie nicht mehr so schnell wütend werden und sich nun leichter bremsen könnten, wenn die Kinder sie reizen. Andere Eltern berichteten voller Stolz, dass sie sich seit Kursende nicht mehr in Anwesenheit der Kinder gestritten hätten und Entscheidungen nun gemeinsam treffen würden. Eine Mutter sagte, dass das Verhältnis zu ihrem Ehemann sich entscheidend geändert habe; Ängste seien abgebaut worden bzw. würden schnell angesprochen werden. Alle berichteten, dass die Kommunikation miteinander und die Stimmung in der Familie durch den Kurs erheblich besser geworden sei.
Ganz besonders wurde die Schilderung einer Mutter beachtet: „Ich hatte meinen Mann mit vielen Vorurteilen in den Kurs geholt. Aber nach den ersten Sitzungen konnte er kaum abwarten, dass es endlich wieder Sonntag wird und der nächste Kurs stattfindet!“ Nach diesem Lob musste selbstverständlich die Zusage für den dritten Kurs mit dem Lamboyladen – zum gewünschten Thema Pubertät - erneuert werden. Scharle und Schröder versprachen, die Organisation umgehend in Angriff zu nehmen.
Für den Deutschen Kinderschutzbund ist es sehr wichtig, die Elternkurse mit anderen Kooperationspartnern zu organisieren, die im Stadtteil bekannt und etabliert sind. „Der Lamboyladen und das Nachbarschaftshaus sind für uns auch weiterhin eine ganz zentrale Anlaufstelle“, zieht Schröder ein Resümee.
„Mitarbeiter wie Pynur Scharle oder Christine Schäfer, die bei den Menschen im Stadtteil bekannt sind, zu denen diese Vertrauen haben, sind der Schlüssel für den Erfolg unserer Elternkurse, mit denen wir sehr vielen Hanauer Familien in den letzten Jahren eine Hilfe bei der Erziehung ihrer Kinder gegeben haben“ ergänzt dann auch der 1. Vorsitzende der Hanauer Kinderschützer, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, nicht ohne Stolz.
Der Ortsverband Hanau kann seine Arbeit nur mit Unterstützung von Sponsoren wie der Sparkasse Hanau und der Bürgerstiftung, durch die städtische Förderung einzelner Angebote und mit Hilfe seiner Mitgliederbeiträge organisieren. Die Hanauer Kinderschützer freuen sich daher immer über Spenden auf das Konto Nr. 92 09 966 bei der Sparkasse Hanau (BLZ: 506 500 23).
Nähere Informationen sind der Homepage des Vereins zu entnehmen: www.Kinderschutzbund-hanau.de
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
















