Stadt verlängert Projekt zur Integration von Zuwanderern aus Süd-Ost-Europa

Hanau
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Die Stadtverordnetenversammlung hat am 14. Dezember 2020 den Beschluss gefasst, ein Kooperationsprojekt zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwandern aus Süd-Ost-Europa fortzuführen und die Angebote sogar auszuweiten.

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Entsprechend erhöht wurde auch das Budget für das Kooperationsprojekt des Kommunalen Sozialen Dienstes (KSD) und der PädArt gGmbH, die als freie Träger im Auftrag der Stadt agieren. Die entstehenden Mehrkosten in Höhe von knapp 35.000 Euro stehen in 2021 im Haushalt zur Verfügung - vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt.

"Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom August 2019 wurde das Kooperationsprojekt zur weiteren Integration von Zuwander*innen aus Süd-Ost-Europa mit einer Gesamtlaufzeit über drei Jahre mit einem jährlichen Kostenvolumen in Höhe von 40.000 Euro initiiert", erinnert Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Grundlage für die Auflage des Projektes sei der Zuzug von EU-Bürgerinnen und Bürgern aus Rumänien und Bulgarien und anderen Süd-Ost-europäischen Ländern, sowie der Umzug von Personen aus der der Daimlerstraße in unterschiedliche Wohngebiete der Stadt Hanau gewesen. "Hiermit einher gingen Beschwerden und Unterstützungsnotwendigkeiten in Schulen, Kindertagesstätten, im direkten Wohn- und Nachbarschaftsumfeld, aber auch unter ordnungspolitischen Aspekten", berichtete Weiss-Thiel. Mit Beginn des Kooperationsprojektes seien verschiedene Angebote an die Zuwander*innen vor Ort gemacht worden: Unter andere eine Sprechstunde Gebeschussschule, Elternnachmittage, Sozialberatung im Nachbarschaftshaus Lamboy/Tümpelgarten, eine Sprechstunde im Mehrgenerationshaus Nord-West und aufsuchende Stadtteilarbeit.

"Aktuell werden durch den beauftragten Träger insgesamt circa 118 Familien mit rumänisch oder bulgarisch Herkunft in unterschiedlicher Intensität betreut", berichtet Weiss-Thiel. Inhalte der Betreuung seien unter anderem Unterstützung bei SGB-Antragstellungen, Sicherung der Gesundheitsfürsorge, Fragen und Problemlösungen in Bezug auf Schul- und Kitabesuche, Erziehungskonzepte, die Vermittlung bei Nachbarschaftskonflikten sowie Beratung und Hilfestellung rund um den Bereich Arbeit. "Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit im Stadtteil Nord-West", berichtet der Bürgermeister. Hier komme es zu einem erhöhten Konfliktpotential zwischen neu zugezogenen EU-Bürger*innen und der bestehenden Wohnbevölkerung. Durch Immobilienankäufe und die Folgevermietung seien unterschiedlichste Problemlagen und die Notwendigkeit einer Konfliktregulierung entstanden. "Darüber hinaus entstanden in Folge des rassistisch motivierten Attentats vom 19. Februar zusätzliche Beratungsbedarfe aufgrund einer emotionalen Verunsicherung und Verängstigung der Zuwander*innen", sagte Weiss-Thiel.
Die in dem Stadtverordnetenbeschluss von August 2019 festgeschriebene Finanzierung in Höhe von 40.000 legte eine personelle Ausstattung von einer halben Stelle zur Grunde. "Diese erscheint nunmehr – aufgrund der sehr guten Projektannahme aller beteiligten Personen und Institutionen –, aber auch im Hinblick auf die beschriebene, sich veränderte Bedarfssituation nicht mehr ausreichend", erläutert der Bürgermeister. Angestrebt werde die Ausweitung der pädagogischen Arbeit auf eine ganze Vollzeitstelle ab Januar 2021. Damit einhergehen sollen wöchentliche Sprechstunden im Bereich Innenstadt, Konfliktmanagement im Stadtteil Nord-West und verstärkte aufsuchende Arbeit. "Dies bedeutet eine finanzielle Erhöhung des Projektes um 34.880 Euro pro Kalenderjahr. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich somit pro Kalenderjahr auf 74.880 Euro", erläuterte der Bürgermeister. Dies sei angesichts der großen Integrationsbedarfe ein gutes und wichtiges Investment in die Stadtgesellschaft, schloss Weiss-Thiel.

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