Elternbeirat: Erste Woche nach den Ferien war katastrophal

Hanau
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Nachdem die Stadt Hanau in einer Pressemitteilung in ihrer Funktion als Schulträger die digitalen Voraussetzungen für Distanzunterricht positiv herausstellte (wir berichteten), meldet sich nun der Elternbeirat einer Klasse der Otto-Hahn-Schule zu Wort.

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"Die erste Woche nach den Weihnachtsferien lief für die Schüler und Schülerinnen dieser Klasse katastrophal. Die Familien zu Hause waren extrem gestresst, da es an allen Ecken und Enden Probleme gab. Niemand trifft klare Aussagen, welche Regeln im Gesamtunterricht gelten. Nach den Rückmeldungen zu urteilen, war die letzte Woche im Homeschooling für unsere Klasse die Schlimmste seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Das passt nicht zu der Einschätzung des Bürgermeisters und des Bildungsdezernenten. Unsere Schule benutzt die HPI-Schulcloud, eine Lösung die speziell für den digitalen Unterricht entwickelt wurde. Diese Lösung bietet einige Vorteile, hat aber wie jedes moderne IT-System seine Tücken und ist immer wieder von technischen Problemen betroffen. Der Montag begann direkt mit einem Hackerangriff, der das System für mehrere Stunden lahmlegte. Aber die Technikprobleme sind nur ein Punkt von vielen. Es bedarf an den Schulen ebenfalls neuer Konzepte, Weiterbildungen der Lehrer und auch der Schüler für die neue Unterrichtsform. Hier ist im letzten Jahr viel verschlafen worden. Man hat sich in den Ministerien daran geklammert, dass man in den Schulen wieder bald in den Normalzustand zurückkehrt und hat die Probleme ausgesessen", heißt es in einer Mitteilung.

Und weiter: "Zur erwähnten guten digitalen Aufstellung der Schulen, möchte ich folgende Punkte aus der Praxis auflisten:

1. Ein Ausbau der Schule mit WLAN und die Anbindung ans Internet ist bisher nicht erfolgt. Die Benutzung von mobilen WLAN-Hotspots wird durch das Schulamt und die Schulleitung blockiert. Dadurch ist es Lehrern nicht möglich aus der Schule Videounterricht abzuhalten. Es ist engagierten Lehrern untersagt worden, kurzfristig eigene WLAN-Hotspots zu verwenden. Das bedeutet, wenn ein Lehrer in der Schule für Aufsicht oder andere Aufgaben eingeteilt ist, kann er meistens an diesem Tag keinen Videounterricht abhalten.

2. Bis jetzt gibt es keinerlei Anzeichen, dass Lehrer einen Laptop von der Schule für den digitalen Unterricht erhalten. Die Ministerien der Länder blockieren die Freigabe der 500 Mio. €, die von der Bundesregierung im Frühjahr 2020 kurzfristig bereitgestellt wurden. Da die Lehrer nur mit privaten Geräten von zu Hause arbeiten, kann man sie nicht verpflichten oder realistischer Weise auch nicht erwarten, dass sie regelmäßigen Videounterricht abhalten. Es gibt bisher auch keinerlei zentralen technischen Support für die Lehrer. Das alles wird von engagierten Lehrern und Eltern nebenher gemacht.

3. Zu den angeblich 2000 verteilten Endgeräten gab es bisher keinerlei einheitliche Information, wie diese zur Verfügung gestellt werden. Der Text im Artikel stellt den Vorgang als abgeschlossen dar, aber bei den Familien ist bisher nicht viel angekommen und man muss den Informationen hinterherlaufen. Scheinbar wurde davon wieder viel auf die Lehrer abgewälzt. Das als Erfolgsmeldung zu verkaufen, ist realitätsfern.

4. Leider verwundert es mich nicht, dass im Rathaus oder im Schulamt der Eindruck herrscht, dass alles gut vorangeht. Durch die Corona-Maßnahmen ist auch die Kommunikation der Elternbeiräte mit der Schule wesentlich schwieriger geworden. Einen schulweiten Erfahrungsaustausch und das strukturierte Sammeln von Rückmeldungen von Eltern und Schülern findet nur durch einzelnes Engagement statt. Es wäre dringend nötig, auch die Elternbeiräte und Schülervertretungen mit einer digitalen Lösung zu vernetzten. An einigen Schulen gibt es bereits Lösungen dafür. Hier muss aber vom Ministerium und der Stadt viel mehr kommen, da die Schulen mit den aktuellen technischen Veränderungen meist schon überfordert sind. Gerade die Familien und Schüler, die am meisten unter der Situation leiden, tun sich schwer dazu Rückmeldungen zu geben. Hier müssten die Schulen viel stärker unterstützt werden, damit sie wesentlich aktiver den Kontakt zu den Schülern halten können. Wie angespannt die Personalsituation bereits vor Corona war, weiß wohl jeder, der Kinder an einer Schule hat. Damit die Lehrer den anspruchsvollen Unterricht mit digitalen Methoden leisten können, müssen sie von anderen Aufgaben entlastet werden. Teilweise muss Videounterricht ausfallen, da Hauptfachlehrer in der Schule als Raumaufsicht für die Schüler der unteren Klassenstufen benötigt werden.

Man kann über die Darstellung im Artikel nur erstaunt den Kopf schütteln, wenn man jeden Tag mit diesen Problemen zu kämpfen hat. Das Schlimme daran ist aber, dass es den Eindruck bestärkt, man wäre nun in der Lage, die Lücken der Wissensvermittlung in den letzten Monaten aufzuholen. Wenn jetzt einfach so weitergemacht wird, bezahlt die junge Generation den Preis dafür mit schlechteren Chancen im späteren Leben und ganz besonders die, die es sowieso schon schwerer haben."

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