Aktiv gegen Rassismus und Extremismus

Hanau
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Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport hat der Stadt Hanau für dieses und das kommende Jahr eine Fördersumme von 500.000 Euro für die Arbeit gegen Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt bewilligt.

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Das Geld fließt in die DEXT-Fachstelle Hanau "Was tun?! Wege aus dem Rassismus – zusammen für eine Stadt von Vielen". Mit seinem Programm "Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" fördert das Ministerium die Einrichtung sogenannter Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention, kurz DEXT-Fachstellen. Eine solche Fachstelle gibt es in Hanau bereits seit Sommer 2020. Sie ist eine von bisher 26 solcher Fachstellen in Hessen.

"Rassismus und Extremismus nehmen in unserer Gesellschaft in erschreckendem Ausmaß zu. Das Attentat vom 19. Februar vergangenen Jahres, bei dem in unserer Stadt neun Mitbürger und eine Mitbürgerin aus rassistischen Motiven ermordet wurden, ist erschütterndes Zeugnis dieser Entwicklung. Dieser müssen wir gezielt aktiv entgegenwirken, denn Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und rechte Gewalt bestehen leider auch jenseits dieses tragischen Anschlags in Hanau", erklärt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD), der die Unterstützung des Landes Hessen ausdrücklich begrüßt. Die DEXT-Fachstelle werde Teil des von der Stadt Hanau auf den Weg gebrachten ‚Zentrums für Demokratie und Vielfalt‘. "Wir stellen uns mit dem Zentrum aktiv, mit und für alle Bürgerinnen und Bürger sichtbar und erlebbar in Hanau gegen extreme Gedanken und leisten einen wichtigen Beitrag, wie das Zusammenleben heute und morgen demokratisch und in Frieden gelingen kann", so Weiss-Thiel. Aufgabe der DEXT-Stelle in Hanau sei es vor allem, in Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden von Stadt, Bildungseinrichtungen und Vereinen geeignete Maßnahmen gegen Alltagsrassismus, Extremismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu entwickeln.

"In unserer Stadt gibt es eine jahrhundertelange Tradition, Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen zu integrieren", so Axel Weiss-Thiel. "Werte wie Toleranz, Vielfalt und Solidarität müssen zentrale Bestandteile unseres Selbstverständnisses als Stadtgesellschaft bleiben. Die DEXT-Fachstelle Hanau ist eine zentrale Einrichtung, die genau dieses Ziel verfolgt." Als Fach- und Informationszentrum verfügt die Fachstelle, die aktuell noch in der Volkshochschule Hanau angesiedelt ist, über ausgewiesene Expertise zu den Themen Diskriminierung, Rassismus und Extremismus. Sie ist Anlaufstelle für alle Personen und Einrichtungen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen beziehungsweise von ihnen mittelbar oder unmittelbar betroffen sind.

"Unser Angebot ist entsprechend vielfältig", erklärt Elke Hohmann, Leiterin der Fachstelle. "Wer auch immer Fragen zu den Themen Diskriminierung, Rassismus und Extremismus hat, wer vielleicht selbst betroffen ist oder sich Sorgen um Menschen in seinem Umfeld macht, kann sich an uns wenden. Wir bieten eine kostenlose, vertrauliche Erstberatung, sprechen über mögliche Unterstützung und vermitteln gegebenenfalls an andere Beratungsstellen weiter." Schwerpunktmäßig geht es bei der Arbeit der Fachstelle darum, gegen extreme Ideologien anzugehen: gegen Rechts- und Linksextremismus, Islamismus, Antisemitismus, Muslim- und Islamfeindlichkeit, Rassismus sowie gegen Hate Speech, also Hassrede. Aufgrund der Ereignisse in Hanau hat das Themenfeld Rechtsextremismus und Rassismus eine besondere Rolle inne.

"Wir klären auf über Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit, entwickeln diversitätssensible Handlungsoptionen und Strategien zum Schutz der Teilhaberechte Betroffener und organisieren themenspezifische Veranstaltungen. Zudem unterstützen wir Selbsthilfeorganisationen und Einrichtungen, die mit Betroffenen zusammenarbeiten, zum Beispiel die Initiative 19. Februar und das Hanauer Jugendzentrum, und tragen deren Anliegen in städtische Runden", erläutert Gözde Saçıak, Beratung und Projektkoordination der DEXT-Fachstelle Hanau. Zum Angebotsspektrum der Fachstelle gehört es, Weiterbildungen und Workshops für städtische Mitarbeitende, Vereine und Einzelpersonen zu organisieren und Handlungsempfehlungen für die Politik auf Grundlage von Bedarfsanalysen und Monitoring zu formulieren.

Im Nachgang des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau begleitet die Fachstelle den städtischen Gedenkprozess und unterstützt diesen durch ihre Expertise. "Wir erarbeiten zum Beispiel in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen und mit Betroffenen eine Erinnerungskultur und begleiten einen städtischen Erinnerungs- und Trauerprozesses. Dazu gehört, dass wir eine Gruppe koordinieren, in der sich alle Menschen, die zum Gedenken an den Anschlag aktiv sind, treffen und über erinnerungskulturelle Themen sprechen. Und wir beraten auch städtische Gremien rund um das Gedenken an den Anschlag, zum Beispiel die Organisationsgruppe zum Jahrestag", erklärt Elke Hohmann.

Darüber hinaus versucht die Fachstelle, bereits bestehende Angebote wie Opferberatungsstellen oder das "Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus" auch in Hanau bekannt und niedrigschwelliger zugänglich zu machen. Parallel analysiert die Fachstelle den lokalen Bedarf bezüglich der genannten Themenbereiche und holt gezielt entsprechende Angebote nach Hanau. So organisiert sie beispielsweise Weiterbildungen zum Thema Diskriminierung für die Stadtverwaltung Hanau.

Nicht zuletzt ist die DEXT-Fachstelle Hanau eingebunden in die Mitgestaltung des Zentrums für Demokratie und Vielfalt. Dieses wird im städtischen Handlungsfeld der Demokratieförderung und Arbeit gegen Rassismus Impulse setzen, begleiten, moderieren und helfen, Antworten zu finden. Das Zentrum soll das friedliche, integrierende Zusammenleben in der Hanauer Stadtgesellschaft weiter gestalten und entwickeln. Weiterhin werden im Zentrum städtische Verantwortliche der neuen Fachstelle Vielfalt ansprechbar sein und das mit Bundesmitteln ausgestatteten Programm "Demokratie Leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" sowie das ebenfalls mit Landesmitteln geförderte Programm "WIR – Wegweisende Integrationsansätze realisieren" und das Büro des Ausländerbeirates und die Behindertenbeauftragten. Als weitere mögliche Nutzende für das "Zentrum für Demokratie und Vielfalt" sind Bürger-Initiativen, Migranten-Vereine- und -bürgerschaftliche Organisationen, Selbsthilfegruppen, Geschäftsstelle für "Internationale Wochen gegen Rassismus" und Antidiskriminierungsstelle, externe Opferberatung für Opfer rassistischer und sexualisierter Gewalt denkbar. Inhaltliche Zusammenarbeit wie etwa mit Hanauer Hilfe e.V., dem Weissen Ring und dem Frauenhaus könnten darüber hinaus entwickelt werden. Sobald die Räumlichkeiten für das Zentrum für Demokratie und Vielfalt nutzbar sind, wird auch die DEXT-Fachstelle dort einziehen.

Die DEXT-Fachstelle Hanau ist ein Fach- und Informationszentrum, das sich mit den Themen Diskriminierung, Rassismus und Extremismus auseinandersetzt. Sie richtet sich an alle Personen und Einrichtungen in Hanau. Im Nachgang des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau begleitet die Fachstelle den städtischen Gedenkprozess und unterstützt diesen durch die eigene Expertise. Darüber hinaus versucht die Fachstelle, bereits bestehende Angebote wie Opferberatungsstellen, das "Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus" auch in Hanau bekannt und niedrigschwelliger zugänglich zu machen. So bietet sie Erst- und Verweisberatung für Personen, Vereine und Unternehmen und unterstützt sie dabei, die für sie richtigen Maßnahmen und Anlaufstellen zu finden. Die Fachstelle analysiert eigenständig den lokalen Bedarf bezüglich dieser Themenbereiche und holt gezielt entsprechende Angebote nach Hanau. So organisiert sie beispielsweise Weiterbildungen zum Thema Diskriminierung für die Stadtverwaltung Hanau.

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