Bildung auf Gutschein für die Jüngsten

Hanau
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Die Corona-Pandemie und der daraus resultierende Lockdown wirkt sich auch auf Schülerinnen und Schüler stark aus.

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Vor allem die jüngeren Kinder haben sich mit dem Fernunterricht zumeist sehr schwer getan und waren stark auf Hilfe von Eltern oder älteren Geschwistern angewiesen, um die ihnen gestellten Aufgaben zu bewältigen. Doch nicht alle hatten das Glück zuhause auch die Unterstützung zu erhalten, die sie benötigen. Dafür kann es viele Gründe geben: entweder, weil niemand in der Familie Zeit für sie hat - beispielsweise, weil die Mutter sich um viele Kinder kümmern muss oder weil der alleinerziehende Elternteil Vollzeit arbeiten geht - oder weil die Eltern nicht gut genug Deutsch sprechen oder weil die Kinder aus einer bildungsfernen Familie kommen.

Für diese Kinder hat die Stadt Hanau als Baustein der Brüder-Grimm-Bildungsoffensive ein neues Projekt mit dem Titel "Bildung auf Gutschein" ins Leben gerufen, das bis Ende 2021 läuft. Familien, deren Kinder durch Corona-bedingte Lernhindernisse aufgefallen sind, können einen Bildungsgutschein zur Lernunterstützung erhalten. Empfehlungen hierzu können von den Grundschullehrerinnen und-lehrern ausgesprochen werden. Finanziert wird es aus dem Topf des letzten Corona-Hilfspakets der Stadt. Organisatorisch umgesetzt wird das Projekt seit April 2021 vom bewährten Partner Sprungbrett Familien- und Jugendhilfe Hanau e.V. Die Zielgruppe sind Grundschulkinder der 2. bis 4. Klasse aus dem Stadtgebiet Hanau, vorrangig aus den sieben Grundschulen, die nach sozialen Kriterien durch die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive Hanau ausgewählt wurden. Ziele des Projektes sind die Verbesserung der schulischen Leistung, Lernförderung und Freude am Lernen, Stärkung der sozialen Kompetenz, Stärkung der Medienkompetenz im Umgang mit den technischen Möglichkeiten des Home-Schooling und Förderung des Sozialverhaltens.

Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) begrüßte jetzt die ersten vier Lernpatinnen, die sich im Projekt ehrenamtlich engagieren und Kinder mit Nachholbedarf zuhause besuchen, um sie beim Lernen anzuleiten und zu unterstützen. "Vielen Dank für ihre Arbeit und ihr Engagement! Für Schülerinnen und Schüler Ihre Unterstützung existentiell wichtig, denn mit jedem Tag des Lockdowns und dessen Folgen wurden mehr Kinder aus diesen Familien vom Bildungsgeschehen abgehängt und hatten in dieser Zeit keine oder kaum Chancen zum Lernen. Durch die Begrenzung des öffentlichen Lebens und das Home-Schooling wurden einerseits Informations- und Lerndefizite durch Sprachbarrieren deutlich, andererseits waren Familien in der Situation, alle Aufgaben selbstständig zu Hause zu erledigen, extrem gefordert und dadurch häufig überlastet", so Weiss-Thiel.

"Die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive Hanau will dazu beitragen, dass bei Rückkehr zu einem normalen Schulalltag die Familien und auch die Gesellschaft nicht über alle Maßen belastet werden", erklärt Annedore Stübing, Vorsitzende des Präventionsrats und Mitbegründerin der Bildungsoffensive: "Wir wollen Kindern in und mit diesen unterschiedlichen Lern- und Lebenssituationen eine Lernpatin oder einen Lernpaten in der unterrichtsfreien Zeit zur Seite zu stellen, um einige der Lerndefizite abzufedern."

Karin Leißner von Sprungbrett e.V. hofft, dass sich noch mehr Lernpatinnen und Lernpaten für Kinder engagieren und diesen mindestens zwei Stunden Zeit pro Woche widmen, um sie zu unterstützen. "Der Bedarf ist wesentlich höher, als wir derzeit abdecken können. Daher könnten wir sehr gut noch Unterstützung gebrauchen!", sagt sie. Voraussetzung für die Tätigkeit als Lernpat*in sind ein Mindestalter von 18 Jahren sowie ein begonnenes Studium oder eine aktuelle oder vergangene Tätigkeit in den Bereichen Psychologie, Pädagogik, Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaften. "Student*innen können sich die Tätigkeit auch als Praktikum im Rahmen ihres Studiums anrechnen lassen", erklärt Leißner. Zudem erhielte die Lernpat*innen auch Aufwandsentschädigung im Rahmen der Ehrenamtspauschale.

Lernpatinnen und Lernpaten werden für ihre Aufgabe geschult und während des Jahres fachlich begleitet. Pro Woche finden 1- 2 Termine, jeweils mind. eine Stunde, statt. Die Lernpatin/der Lernpate verbringt die Zeit ausschließlich mit dem ihm anvertrauten Kind. In den hessischen Ferien können ebenfalls Termine stattfinden. Die Lernpatinnen und Paten halten Kontakt zu den sorgeberechtigten Eltern und tauschen sich regelmäßig über die Lernentwicklung des Kindes aus.
Weiss-Thiel, Stübing und Leißner nahmen die Gelegenheit wahr, sich beim Service Club "Inner Wheel" für die Spende von Lehrmaterial im Wert von 400 Euro zu bedanken. "Danke für die wunderbare Unterstützung! Das zusätzliche Lernmaterial und die Arbeitsbücher helfen unserer Lernpat*innen dabei mit den Kindern Stoff und Methoden zu erarbeiten!"

Bürger*innen der Stadt Hanau, Insitutionen oder Service-Clubs können den Baustein "Bildung auf Gutschein" mit einer Spende an die Brüder-Grimm-Bildungsoffensive Hanau unterstützen: Spendenkonto Brüder-Grimm-Bildungsoffensive Hanau Sparkasse Hanau BIC: HELADEF1HAN IBAN: DE92 5065 0023 0000 0500 05 Verwendungszweck: FAD 395208 BGB Weitere Info: Sprungbrett Familien- und Jugendhilfe Hanau e.V. Richard-Küch-Straße 4, 63452 Hanau Ansprechpartnerin : Karin Leißner, Telefon: 0176 61624342, Fax: 06181 / 1 80 52–19, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.Verein-Sprungbrett.org

Foto: Freuen sich über die Buchspende von Spende von InnerWheel, die die Lernpat*innen und Kinder mit Unterrichtsmaterial versorgt: Annedore Stübing, Vorsitzende des Präventionsrats Hanau, Lernpatin Nina Ehlert, Karin Leißner von Sprungbrett e.V., Lernpatinnen Maja Barakovic und Jana Fuchs, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und Lernpatin Kevser Eroglu. Quelle: Stadt Hanau

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