Urnen-Gemeinschaftsbegräbnisse neu eingeführt

Hanau

Erstmals hat auf dem Hanauer Hauptfriedhof eine Urnen-Gemeinschaftsbeisetzung für acht Verstorbene stattgefunden.

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Diese Form der Bestattung bietet der Eigenbetrieb Hanau Grün neuerdings zusätzlich an, nachdem er seine Entgelttabelle zum 31. Januar 2013 mit Zustimmung der Stadtverordneten geändert hat. "Mit der Einführung der Urnen-Gemeinschaftsbeisetzung haben wir als Stadt aus unserer sozialen Verantwortung heraus die Möglichkeit geschaffen, dass auch bei Verstorbenen ohne Angehörige und ausreichende finanzielle Mittel eine pietätvolle Beisetzung in einem würdevollen Rahmen ermöglicht wird", erläutert Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Er betont: "Jeder hat das Recht auf eine würdige Bestattung".

Dies hob auch der evangelische Klinikpfarrer Hans-Joachim Roth zu Beginn seiner Ansprache bei der Gemeinschaftsbestattung hervor: "Wir möchten niemanden vereinnahmen. Aber wir halten es für eine Tat der Nächstenliebe, dass alle Namen hier genannt werden und sie alle miteinander eine würdige Abschiedsfeier und Bestattung bekommen." Der katholische Diakon Daniel Göller ergänzte: "Sie gehörten zu uns, waren unsere Mitmenschen und Zeitgenossen. Und es gibt Menschen, die sie vermissen."

Im Auftrag ihrer beiden Kirchen gestalteten die beiden Seelsorger miteinander die Abschiedsfeier und begleiteten die Beisetzung. Schon im Vorhinein war zwischen dem Eigenbetrieb Hanau Grün und Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hanau eine entsprechende Verabredung getroffen worden. Die Urnen-Gemeinschaftsbeisetzung findet einmal im Monat - an jedem dritten Mittwoch - statt. Sie beginnt mit einer Trauerfeier im Urnen-Abschiedsraum des Hauptfriedhofs, die im Wechsel von Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Konfessionen gestaltet wird.

Im Anschluss erfolgt die gemeinschaftliche Beisetzung der Urnen im Rasengrabfeld. Freunde und Bekannte der Verstorbenen können daran teilnehmen. Im Nachgang wird ein Schild mit dem Namen des verstorbenen Menschen an der Mauer am Rasengrabfeld angebracht, sofern dieser nichts anderes verfügt hat. So ermöglicht das Urnen-Gemeinschaftsgrab als Alternative zur anonymen Bestattung das individuelle Gedenken in Form einer Namensnennung auf für Menschen, die keine näheren Angehörigen haben.


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