„Willige Vollstrecker oder standhafte Richter?“

Hanau
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Im Rahmen der Ausstellung "Leben im Krieg. Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg" im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe hält Dr. h. c. Georg D. Falk im Kulturforum Hanau am Donnerstag, 7. Oktober, um 19 Uhr den Vortrag "Willige Vollstrecker oder standhafte Richter? Über den Alltag des NS-Staats in der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main.

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War der Zivilprozess während der NS-Zeit eine "Insel nationalsozialismusfreier Normalität"? Auf Grundlage der überlieferten 2.800 Entscheidungen des OLG Frankfurt am Main aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 wird zum ersten Mal für ein deutsches Oberlandesgericht eine empirisch abgesicherte Studie über die Rechtsprechung in Zivilsachen während des NS-Staates vorgelegt. Die Autoren, sämtlich erfahrene Richter, machen plastisch deutlich, wie die Rechtsfindung in die damaligen Rahmenbedingungen eingebunden war. Die dargestellten Fallgeschichten schaffen einen konkreten Eindruck von den ausgetragenen Konflikten. Hatte eine Klage auf Rückzahlung des einem jüdischen Makler von der SS abgepressten Geldes Erfolg? Was geschah mit dem von einem Vermieter gegen seine deportierten jüdischen Mieter missbräuchlich erwirkten Arrest? Konnte von einem SA-Mann die Entfernung eines diskriminierenden Plakates verlangt werden? Haftete "Der Stürmer" für unwahre hetzerische Behauptungen? Die Studie legt Unrechtsurteile ebenso offen wie mutige Entscheidungen. Zugleich wird dem Schicksal jüdischer Prozessparteien nachgegangen und gezeigt, dass selbst ein Prozessgewinn keinen Schutz vor Entrechtung, Deportation und Ermordung bot.

Teilnahmebedingung ist die vorherige Anmeldung unter Telefon 06181-295 1799 oder schriftlich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Veranstaltungsort ist das Kulturforum Hanau, Am Freiheitsplatz 18a in 63450 Hanau. Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist ein 3G-Nachweis (geimpft, tagesaktuell getestet, genesen) notwendig. Die Veranstaltung findet vorbehaltlich der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen statt.

Zur Ausstellung:
Die Ausstellung "Leben im Krieg. Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg", die im Dachgeschoss von Schloss Philippsruhe gezeigt wird, nimmt den 75. Jahrestag der Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 zum Anlass für eine interaktive Präsentation. Dabei steht vor allem das Alltagsleben im Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt. Wer lebte unter welchen Bedingungen in Hanau? In einem Krieg, der intensiv vorbereitet wurde und immer umfassender in alle Bereiche des Lebens hineinwirkte. Durch einen bewussten erzählerischen Perspektivwechsel sollen die unterschiedlichen Aspekte des Lebens schlaglichtartig herausgearbeitet werden. Erstmals werden auch die erinnerungskulturellen Entwicklungen nach 1945 betrachtet und bis an die Jetztzeit herangeführt. Seit Anfang Juni sind auch Elemente der Stadtlaborausstellung "Ich sehe was, was du nicht siehst. Rassismus, Widerstand und Empowerment" des Historischen Museum Frankfurt in die Ausstellung integriert. In der Stadtlaborausstellung des Historischen Museums Frankfurt wurde das Thema Rassismus von rund 60 Stadtlaborantinnen und Stadtlaboranten beleuchtet. Angegliedert an die Ausstellung "Leben im Krieg – Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg", schlagen die Beiträge einen Bogen in die Gegenwart und zeigen, dass Rassismus auch heute präsent ist. Ergänzt werden die Frankfurter Beiträge von einer Posterausstellung zum Thema Rassismus von Jugendlichen des Leistungskurses Geschichte der Hohen Landesschule in Hanau.

Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe Philippsruher Allee 45, 63454 Hanau www.museen-hanau.de

Foto: Führung in der Ausstellung „Leben im Krieg“ mit Kuratorin und Direktorin Dr. Victoria Asschenfeldt, © Städtische Museen Hanau

 



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