Das städtische Umweltzentrum Hanau ist nun für zunächst drei Jahre als "Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung" zertifiziert.
Es gehört damit zu den ersten neun Bildungseinrichtungen, die das Land Hessen für ihr "Lernen und Handeln für unsere Zukunft" ausgezeichnet hat. Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der ehrenamtliche Stadtrat Wulf Hilbig dankten Gabriele Schaar-von Römer, Leiterin des Umweltzentrums, für die "vorbildliche Arbeit" im Bildungshaus in der Kinzigaue. Das besteht seit der Landesgartenschau 2002 und bietet ein Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Den Gedankenaustausch mit Schaar-von Römer nutzte der OB für einige grundsätzliche Aussagen: "Umweltbildung ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben zum Wohle von Kindern und Jugendlichen." Daher wünsche er sich, "dass das Land Hessen die Umweltbildung nicht länger nur als freiwillige Aufgabe ansieht". In Hanau sei das Umweltzentrum mit Bildungsangeboten für Kinder-Tagesstätten und Schulen beispielsweise in das neu entstehende Klimaschutz-Konzept eingebunden. Denn, so seine Leiterin Schaar-von Römer: "Es nutzt nichts, wenn wir unsere Gebäude vorbildlich dämmen, aber dann das Bewusstsein fehlt, dass offen stehende Fenster nicht zum Energiesparen passen."
Das Land Hessen betont, es stelle einen hohen Anspruch an Kinder-Tagesstätten und Schulen, damit die nachhaltig handelten. Sie erführen dank der neuen Zertifikate nun eine Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter und qualifizierter Bildungspartner, darunter das Umweltzentrum Hanau. Wie wichtig dem Land diese Würdigungen sind, lässt sich daran ablesen, dass mit Lucia Puttrich, Nicola Beer und Stefan Grüttner die Fachminister für Umwelt, Schulen und Soziales an der Auszeichnungsfeier in Wiesbaden teilnahmen und die Urkunden überreichten.
Um das Zertifikat zu erhalten, mussten die Antragsteller bestimmte Qualitätskriterien erfüllen und im Rahmen einer Erfahrungsauswertung (Selbstevaluation) nachweisen, dass sie die Zielgruppen Schule und Vorschule erreichen und dabei die selbst zu Grunde gelegten Bildungsstandards berücksichtigen. Dazu gehört auch glaubwürdiges Auftreten, indem etwa bei der eigenen Arbeit Büro- und Seminarmaterialien aus dem Umwelthandel verwandt werden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Programmgestaltung mitwirken. Darüber hinaus belegte das Hanauer Umweltzentrum im Fragenkatalog des Landes detailliert seine Kompetenzen, wenn es etwa um Solidarität für Benachteiligte geht.
Das Umweltzentrum Hanau versteht sich vom eigenen Leitbild her als Bildungszentrum für Umweltbildung, Fairen Handel und Artenvielfalt. Das schlägt sich schon allein darin nieder, dass es 17 Umweltschulen in der heimischen Region betreut. Es hat neu einen Sonntagsbrunch unter dem Titel "Neugierig" entwickelt, der Lust auf Natur macht, indem Gäste beispielsweise frische Kräuter kosten können und daraus die Lust aufs eigene Gärtnern erwachsen soll.
Das Umweltzentrum hält sich zugute, mit einem speziellen Schokoladen-Projekt jungen Menschen verdeutlicht zu haben, dass nur fairer Handel den Kakaoanbauern und ihren Kindern in fernen Ländern eine Chance zum auskömmlichen Leben gibt. Das "Projekt Wochenmarkt" hatte um Ziel, dem Nachwuchs saisonal passende, möglichst schadstofffrei angebaute, fair gehandelte oder den Anbau in der heimischen Wirtschaft unterstützende Lebensmittel näher zu bringen. Die davon Begeisterten wiederum sollen auch andere motivieren, um etwa nach dem Markteinkauf im Umweltzentrum auf dem Lagerfeuer Gemüsesuppe zu kochen.
Beim Grünen Ring, einer Freizeitroute zu den Natur- und Landschaftsschutzgebieten rund um Hanau, gehört das Umweltzentrum ebenfalls zu den städtischen Antriebskräften. Sein nordmainischer Teil wird am 28. April offiziell eröffnet, nachdem er südmainisch bereits seit vergangenem Jahr zu erkunden ist.
Foto: Freunde über die "vorbildliche Arbeit" des Umweltzentrums, vertreten durch Referentin Daniela Dickmann und Einrichtungsleiterin Gariele Schaar-von Römer, äußerten Magistratsmitglied Wulf Hilbig und OB Claus Kaminsky (von rechts). Hier begutachten alle die neue Karte mit Hanaus Grünem Ring.
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