Ein sonniger Herbsttag und viele astreine Erklärungen

Hanau
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An einem der letzten sonnigen Herbsttage bot Revierförster Volker Ahrend vom Revier Neuwirtshaus eine vielfältige Waldführung in seinem Revier durch.

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Der Verein Menschen in Hanau hatte eingeladen und ca. 20 Menschen waren der Einladung zu der barrierefreien Wanderung gefolgt. Die Teilnehmenden erlebten eine kurzweilige Veranstaltung. Viel Neues haben sie über den multifunktionalen, quasi inklusiven Wald erfahren.

Los ging es am Forstamt Hanau-Wolfgang. Es liegt mitten im Wald und gleicht einer winzigen Siedlung, denn neben dem Forstamt, dem Waldladen und der Samendarre befinden sich dort weitere 6 Fachwerkhäuser. Zu Beginn gab Ahrend einen kleinen Einblick in die Arbeit der Hessischen Samendarre, die derzeit auf Hochtouren Baumsamen sammelt und vor Ort zur Wiederaussaat vorbereitet. Die Teilnehmenden waren beeindruckt, dass die Eicheln von Hand von offiziell anerkannten Standorten gesammelt werden. Die Säcke, mit denen sie angekommen sind sogar versiegelt (verplombt). Nicht in jedem Jahr gibt es eine gute Mast. Das bedeutet in der Forstsprache, dass zum Beispiel die Buchen, Eichen und Kastanien viele “Früchte” – Bucheckern, Eicheln oder Kastanien – tragen. In den Jahren, in denen eine geringe Mast vorhanden ist, findet ein “Wettkampf” zwischen den Sammlern und den Tieren des Waldes, im Wesentlichen den Wildschweinen, statt. Auch wenn das Grundprinzip des Waldbaus heute die natürliche Verjüngung des Waldes ist, verjüngen sich manche Baumarten – wie die Eiche – nur schwer selbst. Sie benötigen die Unterstützung und werden gepflanzt.

Im weiteren Verlauf der Wanderung ging es an großen Eichen vorbei. Wie in Forstkreisen üblich, sind so alte Bäume schon vom Vor-Vorgängerförster von Volker Ahrend gepflanzt worden. Nun sind sie “reif”. Sie könnten also gefällt werden. Viele dieser alten Eichen werden aber auch aus Naturschutzgründen stehengelassen. Im Wald besteht zudem der Grundsatz, dass nicht mehr Holz geerntet wird als nachwächst. Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde im Jahr 1713 von Hans Carl von Carlowitz quasi erfunden. Von Carlowitz forderte eine nachhaltende Waldbewirtschaftung, in der man zum schonenden Umgang mit der Natur verpflichtet ist und appellierte an die Verantwortung für künftige Generationen. Daher kommt unser heutiger Begriff der Nachhaltigkeit.

Beim nächsten Stopp wuchsen hohe Kiefern, die nicht kerzengrade in die Höhe gewachsen sind, sondern sich ganz heftig in eine Richtung neigen. Auf die Frage, ob die Bäume nicht sicherheitshalber gefällt werden sollten, versicherte Revierförster Ahrend, dass diese Kiefern sehr gesund sind. Sie neigen sich nur in die Richtung, aus der der Wind kommt. Das ist ganz normal für Kiefern. Diese Kiefern sind sogar “astrein”. Im ersten Moment ist es merkwürdig, dieses Wort in Zusammenhang mit einem Baum zu hören. Umgangssprachlich wird das Wort genutzt, wenn wir sagen wollen, dass etwas in Ordnung und absolut unbedenklich ist. Auch dieser Begriff kommt aus dem Forst: damit ist ein Holz gemeint, dass keine Astlöcher hat und so in der Maserung einwandfrei ist.

Der Forstmann machte aber auch auf absterbende Buchen aufmerksam. Den Buchen machen die heißen Sommer sehr zu schaffen. Dazu kommt der “Stress” alle 4 Jahre des großen Maikäfer-Flugs in der Hanauer Gegend. Außerdem speichern die sandigen Böden schlecht das Wasser. Da die Buche ist eine wasserliebende Baumart ist, kommt sie durch all diese Widrigkeiten an die Grenze des Überlebens. Das führt dazu, dass großflächig die Buchen absterben. Ein großflächiges Absterben von Bäumen bezeichnet man als Kalamität. Dieser Begriff wird auch im Zusammenhang mit dem landesweiten Absterben von Fichten durch den Borkenkäfer genutzt. Den Teilnehmenden wurde während der Führung deutlich, dass Revierförster Ahrend eine ganze Reihe von Interessen unter einen Hut bringen muss. Gerade der Aspekt der Erholung ist im stark besiedelten Bereich wichtig. So musste die Wandergruppe mehrmals aufpassen, dass sie als Gruppe den Weg nicht blockierten, weil Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Roll-Ski-Fahrer und Inline-Skater an ihnen vorbei wollten.

Am Ende der Führung ging ein großes Dankeschön für die barrierefreie Führung an Volker Ahrend verbunden mit dem Wunsch, nach einer Wiederholung und Fortsetzung dieser schönen Veranstaltung.



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