Leitbild legt Grundstein für Planung des Gesamtverkehrssystems

Hanau
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Nach mehreren Bürgerdialog-Veranstaltungen im Internet hat der Magistrat jetzt das Mobilitätsleitbild Hanau "Richtung Zukunft" beschlossen.

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Die Stadtverordneten befassen sich am 13. Dezember damit. "Im weiteren Verlauf geht es nun darum, dass die kommunalpolitischen Gremien sich darüber verständigen, welche Ziele der Mobilitäts- und Verkehrsplanung umgesetzt werden", kündigt Stadtrat Thomas Morlock (FDP)  an. Und weiter: "Auf Grundlage des Mobilitätsleitbilds gilt es dann in dem neu zu erstellenden Verkehrsentwicklungsplan im Zusammenspiel der einzelnen Verkehrsträger konkrete bauliche Maßnahmen zu definieren, die in der Folgezeit umgesetzt werden sollen." Im Einzelnen geht es um Konzepte für Menschen zu Fuß, für den Radverkehr, den motorisierten Individualverkehr, das Parken, die  Lieferverkehre, Busse und Bahnen sowie alternative Mobilitätsformen und um die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Beim Bürgerbeteiligungswochenende im März 2019 waren bereits sehr viele Ideen zum Thema "Fortbewegen" zu verzeichnen, die sich vor allem in der Forderung "Grün statt Grau" zusammenfassen ließen. Im Februar 2020 beschlossen die Stadtverordneten ein Mobilitätsleitbild zu erstellen – als ersten Baustein einer zukunftsgerechten Verkehrsentwicklungsplanung. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung fanden von Februar bis Juni dieses Jahres ein umfassendes Stadtforum zur Verkehrsentwicklung statt, zudem Einzeldiskussionen zu den Detailthemen der Mobilitätsentwicklung in Hanau. An diesem Bürgerdialog beteiligt waren neben städtischen auch externe Fachleute aus Forschung und Wissenschaft, Stadt- und Mobilitätsplanung sowie kommunaler Verkehrsentwicklung.

Im daraus entwickelten, vom Magistrat nun beschlossenen Leitbild sieht Stadtrat Morlock "den Grundstein dafür, dass das Gesamtverkehrssystem in Hanau an den Zielen der Stadt- und Mobilitätsentwicklung der Zukunft ausgebildet werden kann". Nach seinen Worten muss das "Zusammenspiel aller Verkehrsarten so vervollkommnet werden, damit jeder Verkehrsträger seine spezifischen Stärken nutzbringend und Erfolg versprechend einsetzen kann". In den Blickpunkt rücke dabei vor allem der sogenannte Umweltverbund aus Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV, "ohne den motorisierten Individualverkehr, vor allem mit dem Auto, zu ignorieren", nennt der Hanauer Verkehrsdezernent als Zielsetzung.

Im Grunde geht es nach den Worten von Stadtrat Morlock darum, "den vorhandenen knappen Verkehrsraum entsprechend den Bedürfnissen und Interessen der Menschen zukunftsfähig aufzuteilen". Zugleich müsse die Erreichbarkeit für alle Verkehrsarten gewährleistet sein, damit Hanau seiner Rolle als Oberzentrum gerecht werde und Berufs- und Einkaufspendler "nicht aus dem Auge verliert". Der Beschluss des Mobilitätleitbilds durch Magistrat und Stadtverordnete ermöglicht es dem federführenden Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) die erforderlichen Leistungen für das Erstellen eines aus verschiedenen, aufeinander abgestimmten Teilkonzepten zusammengesetzten Verkehrsentwicklungsplan zu bestimmen und an Ingenieurbüros zu vergeben. "Dabei ist es auch notwendig, dass das Gesamtkonzept zur städtebaulichen Entwicklungsplanung, zur Klima-, Umwelt- und Energieplanung der Stadt Hanau passt", erläutert HIS-Leiter Markus Henrich.

Alles Wissenswerte zum Mobilitätsleitbild ist auf der Website https://zukunft-hanau.de/das-mobilitaetsleitbild/  zu finden.  Dazu gehören die Aufzeichnungen sämtlicher Bürgerdialog-Veranstaltungen, die dort gezeigten Präsentationen von Fachleuten und – nach der Stadtverordnetenversammlung am 13. Dezember – eine neu entstandene Broschüre, die Inhalte des Mobilitätsleitbilds übersichtlich zusammenfasst.

"Dieses umfassende Informationsangebot spiegelt wider, wie wichtig uns der Beteiligungsprozess war, ist und bleibt", so Stadtrat Morlock. Er bedankt sich für das gezeigte "breite bürgerschaftliche Engagement" bei der bisherigen Entwicklung des Mobilitätsleitbilds. Damit werde honoriert, dass die Stadt Hanau "auch ohne Präsenzveranstaltungen eine Beteiligungsform im Internet entwickelt hat, die ihresgleichen sucht". Im kommenden Frühjahr starten die Bürger-Veranstaltungen zu den einzelnen Konzepten. "Wir hoffen, dass sich weiterhin viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen, um mit ihrem Wissen aus den Rahmenbedingungen vor Ort den Verkehrsentwicklungsplan zu entwerfen", schließt der Stadtrat.



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