Ehrung für bedeutende Persönlichkeiten

Hanau
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Der Magistrat der Stadt Hanau hat in seiner Sitzung am vergangenen Montag entschieden, die Grabstätte von Dr. Heinrich Bott, Hen Donath und Prof. Dr. Gerhard Bott zu einer Ehrengrabstätte zu ernennen.

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"Bei den drei miteinander verwandten Personen handelt es sich um bekannte und bedeutende Hanauer Persönlichkeiten. Entsprechend haben wir uns innerhalb des Magistrats darauf verständigt, dieser Grabstätte die entsprechende Würde zu verleihen", so Stadtrat Thomas Morlock (FDP). Mit dem Beschluss geht auch eine Verpflichtung einher. So wird die Stadt Hanau ab sofort die Pflege und Unterhaltung des Grabes auf ihre Kosten übernehmen. Die Grabstätte Ahrens/Bott/Donath/Peteler, die ein 4-stelliges Erdwahlgrab auf dem Hauptfriedhof darstellt und in der die oben genannten Persönlichkeiten beigesetzt sind, wird in seiner Gesamtheit zu einem Ehrengrab.

Die drei geehrten Personen eint nicht nur ihre Verwandtschaft, sondern auch ein herausragendes Engagement in und um Hanau (Informationen zu Heinrich Bott und Hen Donath aus: Begraben, aber nicht vergessen. Hanau 2008): So war Dr. Heinrich Bott (Hanau 1896 – 1973 Schlüchtern) Lehrer und Heimatgeschichtsforscher. Bott strebte nach seinem Studium der Fächer Geschichte und alte Sprachen in Marburg, den Lehrerberuf an. Dies wurde ihm als ehemaliger Sozialdemokrat nach der Machtübernahme der NSDAP verwehrt. Bott arrangierte sich mit der Situation und wurde 1937 Studienrat der Hohen Landesschule und später der Karl-Rehbein-Schule. In dieser Zeit arbeitete er neben seinem Hauptberuf an wichtigen wissenschaftlichen Publikationen, darunter etwa "Die Altstadt Hanau" (1953) und "Gründung und Anfänge der Neustadt Hanau, 1596-1620" (1970/71). Zur Erinnerung an den Verstorbenen wurde die ehemalige Marienstraße in der Hanauer Altstadt in "Heinrich-Bott-Straße" benannt.

Auch Pfarrer Hen Donath (Hanau 1945 - 2005 Hanau) hatte ein ausgeprägtes Interesse an Geschichte – geweckt durch seinen Großonkel Heinrich Bott. Nach seinem Studium der evangelischen Theologie in Marburg arbeitete er als Vikar an der Ludwig-Geißler-Schule. Anschließend wurde er Pfarrer an der Kaufmännischen Schule II und am Wirtschaftsgymnasium. Überdies war Donath als Seelsorger in der Martin-Luther-Stiftung tätig. Insgesamt war Donath über 30 Jahre lang evangelischer Geistlicher in Hanau – unter anderem in der Kreuzkirchengemeinde im Lamboy, wo er sich mit Hingabe und Engagement den sozialen Herausforderungen des Stadtteils widmete. Später ging es ihm als Stadtführer, Autor und Herausgeber mehrerer Publikationen hauptsächlich um das Schicksal der "kleinen Leute", die die Auswirkungen der Zeitläufte erdulden mussten.

Der erst kürzlich verstorbene Prof. Dr. Gerhard Bott (Hanau 1927 – 2022 Hanau), Sohn von Heinrich Bott, war Kunsthistoriker und Historiker. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem das Verdienstkreuz am Bande sowie das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Im Laufe seines Lebens hatte er sich – nach dem Studium der Fächer Kunstgeschichte und Geschichte sowie einer erfolgreichen Promotion – insbesondere der Kunstwissenschaft und der Museumslandschaft verschrieben. Bott leitete in seiner Berufslaufbahn verschiedene deutsche Museen, das Historische Museum in Frankfurt, das Hessische Landesmuseum Darmstadt, das Wallraf-Richartz-Museum in Köln und zuletzt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Überdies lehrte Bott an verschiedenen deutschen Universitäten, unter anderem in Köln, Bochum und Bamberg. Von 2010 bis 2012 war er zusammen mit seiner Frau Dr. Katharina Bott Stadthistoriker seiner Geburtsstadt Hanau. 2006 erhielt Bott die höchste kulturelle Auszeichnung Hanaus, die August-Gaul-Plakette. Er engagierte sich insbesondere für Goethe und Hanau, Wilhelmsbad, den Hanauer Ratspokal, die Hanauer Stilllebenmalerei, Friedrich Casimir von Hanau-Lichtenberg, Moritz Daniel Oppenheim und den Wettbewerblichen Dialog / den Stadtumbau Hanaus.

"Mit dem Status Ehrengrab möchten wir Dr. Heinrich Bott, Hen Donath und Prof. Dr. Gerhard Bott ob ihrer Verdienste für die Stadt Hanau diese besondere Ehre erweisen. Sie engagierten sich intensiv für die Erforschung unserer Stadt- und Landesgeschichte. Wir möchten dafür sorgen, die Erinnerung an diese drei großen Persönlichkeiten wach zu halten", so Morlock abschließend.


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