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„Das ist für uns heute eine gute Gelegenheit, unseren Sohn taufen lassen.“ Zusammen mit Alex lässt sich auch seine Tante taufen. Eigentlich war die Taufe schon viel früher geplant, dann kam die Pandemie dazwischen und immer wieder wurde der Termin verschoben.

Jetzt aber, in der Johanneskirche in Hanau, war es am 17. September soweit: Pfarrer Horst Rühl, die Pfarrerinnen Katharina Scholl, Miriam Weiner und Margit Zahn tauften Alexander, seine Tante und zwölf weitere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie kamen aus Hanau, aus der Region und sogar aus Eberbach bei Heidelberg war eine 75-jährige Niederländerin angereist. Sie hatte am Freitagmorgen ebenfalls aus dem Radio von dem Service des Kirchenkreises Hanau erfahren, dass Segnungen und Taufen ohne Anmeldung möglich sind. „Wenn da was ist, dann lass ich mich taufen“, hatte sie „ihrem Lutz“ gesagt und war kurz entschlossen zu einem Tagesausflug nach Hanau gestartet.

Unter „Ein Lied für Dich“ boten Katrin Kircher, Frank Leimann und Oliver Pleyer eine breite Palette von Titeln in deutscher und englischer Sprache an, unter denen die Ankommenden sich ihre Musik für ihre Taufe aussuchen konnten. Es gab kleine Häppchen, Getränke und am blauen Eiswagen vor der Tür sogar ein Eis. Wenn die Sonne schien, haben manche einfach einen stillen Moment auf der Bank vor der Kirche genossen. Für die Erinnerung an diesen besonderen Tag hat Tag Tanja Seibert mit allen, die es wollten, eine persönliche Taufkerze zum Mitnehmen gestaltet.

Der Entschluss, sich taufen zu lassen, war bei den Jugendlichen und Erwachsenen nicht einfach eine spontane Entscheidung, sondern eine länger währende Auseinandersetzung. Das niedrigschwellige Angebot bot die Gelegenheit, die Taufe endlich in die Tat umzusetzen. Pfarrerin Miriam Weiner sagte, sie habe bei allen Taufgesprächen einen sehr tiefen Glauben erlebt. Allen war bewusst, dass sie mit diesem Schritt in die evangelische Kirche eintreten. Die Menschen sprachen offen über sehr persönliche Dinge, ihre tiefsten Ängste und größten Hoffnungen. Womöglich sei es leichter, mit einem fremden Pfarrer darüber zu sprechen. „Einige erzählten, sie hätten einfach keine Paten gefunden“, ergänzte Pfarrerin Margit Zahn. „Auch das ist eine Hemmschwelle, sich taufen zu lassen. Heute gibt es keine großen Erwartungen an besondere Kleidung oder an ein Familienfest. Viele, die heute zu uns gekommen sind, wollten einfach so gesehen und wahrgenommen werden, wie sie leben.“

In die Johanneskirche gekommen war zum Beispiel eine junge Geflüchtete in Begleitung einer Mitarbeiterin der Flüchtlingsberatung. „Ich zeige Ihnen, wo Sie sich taufen lassen können“, wurden die beiden Frauen in Empfang genommen, ehe sie zum Taufgespräch eingeladen wurden. Endlich konnte sie sich zum Christentum bekennen, was in ihrem Heimatland so gut wie nicht möglich war. Dagegen wussten Gretas Eltern schon länger von diesem Termin. Greta, ein Mädchen im Grundschulalter, hatte sich weißes, spitzenbesetztes Taufkleid für diesen besonderen Tag ausgesucht. Sie fand die Kirche zu groß und hatte ein wenig Angst vor dem Wasser. Auf das kleine, heimelige Turmzimmer freute sie sich jedoch riesig.

Nicht nur Taufen, sondern auch Tauferinnerungen waren ergreifende und emotionale Momente. Eine Seniorin erzählte, sie sei während des Krieges getauft worden und hätte ihren Paten nicht kennengelernt. Die Taufe ihres Enkels sei so schön gewesen, sie sei sehr berührt gewesen. Hierher sei schon am Vortag mit dem Gedanken gekommen „Schau doch mal, wie das hier aussieht.“ Ihre Tauferinnerung mit einem neuen Taufspruch sei ein sehr intensiver und nachdrücklicher Augenblick gewesen, sie fühle sich gehalten, gesegnet und einfach glücklich jetzt.

Glücklich und beseelt waren an diesem Abend nicht nur die neu Getauften und Gesegneten, sondern auch Pfarrer und Pfarrerinnen. Erst nach 20 Uhr abends hatten Sie Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen. Bis dahin war eine Taufe auf die andere gefolgt. Dass bei dieser Aktion 13 Menschen unterschiedlichen Alters getauft wurden, dazu neun Erwachsene besonders für einen persönlichen Segen zu ihrer Tauferinnerung gekommen waren und eine Person sogar von weither zum Wiedereintritt, das hat sie bestärkt. Mit der Aktion „für dich -Taufe erleben“ wollen sie öffentlich noch bekannter machen: es gibt viele Möglichkeiten, wie Menschen in der evangelischen Kirche den Segen spüren können.

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