„Die Amerikaner und ihre Kultur hatten großen Einfluss auf Hanau“

Hanau
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Norman Thatcher Scharpf ist seit dem 6. August 2021 Generalkonsul im US-Generalkonsulat Frankfurt.

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Vor wenigen Tagen besuchte Scharpf – gemeinsam mit einer kleinen Delegation -  Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) im Hanauer Rathaus, um sich vorzustellen und mit ihm über Themen wie Politik, Wirtschaft und Integration zu sprechen.

Besonders interessiert war Scharpf daran, wie die Stadtgesellschaft die schrecklichen Terror-Attentate des 19. Februars 2020 verarbeitet hat und wie sie damit umgeht. "Das Attentat und die Geschehnisse dieser Horror-Nacht haben uns alle stark geprägt", berichtete OB Kaminsky. Bis heute würden viele Hanauerinnen und Hanauer zusammenzucken, wenn sie einen Helikopter über der Stadt kreisen hörten. "Ich denke unser aller Aufmerksamkeit hat sich dahingehend geschärft, dass leider schreckliche Dinge in nächster Nähe geschehen können", so der OB.

Insgesamt sehe er aber auch, dass die Hanauerinnen und Hanauer seither als Gesellschaft enger zusammengerückt sind. "Wir sind uns alle einig, dass wir Gewalt und Rassismus in unserer multikulturellen und toleranten Stadt nicht dulden. Hier leben und arbeiten 140 verschiedene Nationalitäten seit vielen hundert Jahren friedlich zusammen und das lassen wir uns von einem irregeleiteten Rassisten nicht wegnehmen!", versicherte Kaminsky. Dennoch habe das Attentat der Stadt eine schrecklich schmerzende Wunde und den Familien und Freunden der Ermordeten unermessliches Leid zugefügt. "Damit werden wir auf alle Zeit leben müssen! Wir können nicht mehr tun, als daraus zu lernen, dass nur Zusammenhalt und Solidarität uns stark macht", bekräftige der OB.

Der Generalkonsul äußerte zudem Sorge, dass die nachfolgenden Generationen der Hanauer Bürgerinnen und Bürger die enge Verbundenheit der Stadt mit der US-Armee über viele Jahrzehnte gar nicht mehr kennen, da die in Hanau stationierten US-Streitkräfte 2009 komplett aus Hanau abgezogen sind. "Es erinnern sich immer weniger Menschen an die Stationierung des US-Militärs in Hanau. Wenn wir nicht zusammenarbeiten, um zukünftige Generationen an die Bedeutung der engen Beziehung zwischen unseren beiden Völkern zu erinnern, riskieren wir, dass sie vergessen wird", so Scharpf.  "Auch uns bereitet diese Aussicht Sorge", bestätigte Kaminsky, denn die Amerikaner und ihre Kultur hätten lange Zeit großen Einfluss auf die Entwicklung von Hanau gehabt. "Wir haben immer gerne und gut mit unseren amerikanischen Freunden zusammengearbeitet und mit den Jahren sind in Hanau viele deutsch-amerikanische Freundschaften entstanden und sogar Ehen geschlossen worden", so Kaminsky. "Wir freuen uns darauf, diese guten freundschaftlichen Beziehungen auch in Zukunft aufrecht zu erhalten und heißen amerikanische Gäste jederzeit in unserer Stadt willkommen. Zum Abschied übergab Kaminsky ein Buch über die Brüder Grimm an den Generalkonsul und lud ihn herzlich ein in der kommenden Saison mit seiner Familie die Brüder Grimm Festspiele im Amphitheater zu besuchen.

Norman Thatcher Scharpf

Norman Thatcher Scharpf ist seit dem 6. August 2021 Generalkonsul im US-Generalkonsulat Frankfurt. Von August 2018 bis Dezember 2020 war er stellvertretender Leiter des Büros des US-Außenministers, leitete dessen Sekretariat und war für die Organisation der Auslandsreisen des Außenministers verantwortlich. Er ist ein Berufsdiplomat im Rang eines Gesandten Botschaftsrats.

Thatcher fungierte von 2015 bis 2018 als Botschaftsrat für Management an der US Tri-Mission Vienna (die bilaterale Botschaft in Österreich, die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen in Wien, sowie bei der US-Vertretung innerhalb der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Von 2012 bis 2015 war er stellvertretender Botschafter an der US-Botschaft in Bratislava. 2010/11 war er als stellvertretender Direktor des Büros für spezialisierte und technische Behörden im Amt für internationale Organisationsangelegenheiten des Außenministeriums tätig. Zu seinen weiteren Auslandsaufenthalten zählen Belgrad, Tallinn, Zagreb, Warschau und Sao Paulo. Er hält zahlreiche Ehrenauszeichnungen des Außenministeriums inne.

Vor seinem Eintritt in den Auswärtigen Dienst war Thatcher als Surface Warfare Officer bei der US-Marine tätig, u.a. auf dem Lenkwaffen-Zerstörer USS Robison (DDG-12) und dem Flugzeugträger USS Ranger (CV-61). Außerdem war er an Personaleinsätzen in Panama und Washington, DC beteiligt. Er wurde mit der Defense Meritorious Service Medal, der Navy Commendation Medal und der Navy Achievement Medal ausgezeichnet.

Thatcher wuchs in Washington, DC auf. Dort besuchte er die St. Albans School. An der University of Pennsylvania absolvierte er ein Bachelor-Studium der Wirtschaftswissenschaften. Danach schloss er sein Master-Studium im Bereich National Security Resource Strategy an der National Defense University ab. Zu seinen aktiven Fremdsprachen gehören Deutsch, Slowakisch, Portugiesisch, Spanisch und Französisch. Serbokroatisch, Polnisch und Estnisch zählen zu seinen passiven Sprachkenntnissen. Er ist verheiratet mit Donna Marie LaPorte aus New Orleans, Louisiana. Sie haben eine Tochter und zwei Söhne. Sein jüngster Sohn besucht ein Frankfurter Gymnasium. Drei von Thatchers vier Großeltern waren die Enkelkinder von Deutschen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Hessen und Baden-Württemberg in die USA auswanderten.

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