Klinikum Hanau: Keine lebensbedrohlichen Szenarien durch Sprachprobleme

Hanau
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

„Fachkräfte aus aller Welt sind für die Erhaltung unseres Gesundheitswesens von großer Bedeutung“, setzt Dr. Maximilian Bieri (SPD), Bürgermeister der Stadt Hanau, Klinikdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Hanau, ein klares Zeichen gegen die Kritik an der Sprachkompetenz ausländischer Ärzte, die die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz geäußert hatte. In Hanau, mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Hessens kleinste Großstadt, leben Menschen aus 140 Nationen.



"Es ist extrem hilfreich, dass sich Menschen unterschiedlichster Nationen auf die Expertinnen und Experten in unserem Klinikum verlassen können. Die Standards, um in deutschen Krankenhäusern zu arbeiten, gerade für die Ärztinnen und Ärzte sind hoch", lobt Dr. Bieri und mahnt an, dass "Mäkeleien an vermeintlichen Sprachbarrieren ein falsches Bild von Deutschland und unserem medizinischen Fachpersonal vermitteln". Der Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz hatte mangelhafte Sprachkenntnisse ausländischer Ärztinnen und Ärzte als massives Problem dargestellt, die zu lebensbedrohlichen Szenarien führten. "Ausdrücklich widerspreche ich dieser Darstellung, im Gegenteil, tagtäglich sind Mediziner aus aller Welt für unser Gesundheitssystem eine große Stütze." Bieri pflichtet auch dem Marburger Bund bei. "An keiner Stelle ist belegt, dass anerkannte Ärzte aus dem Ausland große Sprachprobleme haben und es ist schlicht Unsinn, dann noch eine Verknüpfung zu lebensbedrohlichen Szenarien zu knüpfen. Solche Aussagen schaden der Reputation Deutschlands, pauschale Vorurteile helfen uns nicht."

Klar sei, dass Sprache ein wichtiges, verbindendes Fundament gerade in der Medizin ist. Dankbar ist Dr. Bieri deshalb für die Aussage von Faisal Shehadeh, Hanauer Bürger und aus Syrien stammender Arzt sowie Präsident der Syrischen Gesellschaft für Ärzte und Apotheker in Deutschland (SyGAAD). "Wir sind uns einig, dass die Hürden für die Zulassung, um in Deutschland zu praktizieren, bewusst hoch sind. Dass ein Drittel bis die Hälfte ausländischer Medizinerinnen und Mediziner beim ersten Versuch der Fachsprachenprüfung durchfallen, ist ein Beleg dafür, dass an die Approbation höchste Ansprüche gelegt werden", so Klinikdezernent Dr. Bieri. Die Fachsprachenprüfung besteht aus Ärztebrief, Patientengespräch und einem Gespräch unter Medizinern.

Am Klinikum Hanau arbeiten im Pflegedienst 236 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht in Deutschland geboren sind (32 Prozent), im ärztlichen Dienst sind es 101 (30 Prozent). Dazu zählte auch bis vor kurzem der Hanauer Chirurg Faisal Shehadeh, ehemaliger Oberarzt am Klinikum Hanau und Präsident der Syrischen Gesellschaft für Ärzte und Apotheker in Deutschland (SyGAAD). "Ich lebe und arbeite seit sieben Jahren in Hanau. Die Arbeit, Zusammenarbeit und Integration funktionieren sehr gut, daher verstehe ich diesen unglaublichen Vorwurf nicht und freue mich sehr, dass Dr. Bieri sich so klar positioniert. Dies wird auch Medizinerinnen und Medizinern, die nach Deutschland kommen wollen, ein klares Signal sein", so Faisal Shehadeh. "Wir haben in der seit Jahrhunderten internationalen Stadt Hanau sehr gute Erfahrungen mit Fachkräften aus aller Welt gemacht. Und daran arbeiten wir weiter", so Bürgermeister Dr. Bieri abschließend. 


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

online werben

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige

vogler banner

Anzeige

Online Banner 300x250px MoPo 2