Kaminsky: Klare Absage an ein neues Hanauer Stadtfest

Hanau
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„Das Lamboy-Fest ist für uns ein Anlass, über unsere Stadtgeschichte und unsere Identität nachzudenken. Dass wir eine bewegte Geschichte haben, wird man kaum bestreiten können und es ist auch so, dass uns diese Geschichte bis heute prägt“, führte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in die Eröffnung von „Lamboyfest historisch“ ein.



Zum bunten Festtreiben in der Hanauer Altstadt (7. bis 9. Juni) gehört ein umfassender Blick in die Stadtgeschichte mit Vorträgen, einer Ausstellung, Führungen, Lesungen und Musikdarbietungen (3. bis 10. Juni). Im Kulturzentrum Ajoki in der Alten Johanneskirche werden zurzeit Leben und Leiden im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) in Hanau gezeigt, als kaiserlich-habsburgische Truppen unter der Führung von Wilhelm von Lamboy die Stadt belagerten. "Die Befreiung vor 388 Jahren brachte das Lamboyfest hervor. Es gehört sicher zu einer der Hanauer Eigentümlichkeiten, das Fest nach seinem Belagerer zu benennen. Die Hintergründe in einer so umfangreichen Schau zu zeigen, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, Hingabe, und Leidenschaft für ein Thema. Sie umfasst mehrere Schautafeln und ein Dutzend detailreicher Dioramen, die die Begebenheiten rund um die Blockade Hanaus und andere Ereignisse in der Umgebung darstellen", so Kaminsky in seiner Ansprache.

Das Lamboyfest sei für die Menschen in der Stadt und für die, die neu dazugekommen sind und sich interessieren eine Chance, Identität zu gründen, Identität zu finden und eine Chance, das kulturelle Gedächtnis aufzufrischen. "Identitätsstiftender geht es fast nicht", so Oberbürgermeister Kaminsky, der sich in seiner Rede auch auf die vor kurzem veröffentlichte Rheingold-Studie bezog: "Mit jedem Kilometer, den man von Hanau weg ist und Hanau beurteilt, trübt sich der Blick auch ein bisschen ein. Auf die beiden großen Feste, die wir in Hanau haben, Lamboyfest und Bürgerfest, sind wir stolz. Sie sind nicht irgendwelche vom Himmel gefallenen Feierlichkeiten. Das Bürgerfest wurde 1958 als Dankeschön von Oberbürgermeister Heinrich Fischer, dem Magistrat und unseren Vereinen ins Leben gerufen als Dankeschön an die Bürgerinnen und Bürger, die nach dem 19. März 1945 angepackt haben. Auch das Johannisfeuer und das Bundesäppelwoifest in Steinheim, das Waldfest in Klein-Auheim, das Dorfbrunnenfest in Mittelbuchen, der Rochusmarkt und das Mainuferfest in Großauheim tragen zur Identitätsstiftung bei. Einem neu zu kreierenden Stadtfest, das uns Identität stiften soll, erteile ich eine klare Absage. Lamboyfest ja, Bürgerfest ja, unsere vielen Feste ja – ein neues Stadtfest nein. Wir haben etwas, was wir nicht aufs Spiel setzen."

Den Gästen der Eröffnung sagte der OB mit einem Augenzwinkern, dass sie ein schlechtes Gewissen haben sollten, wenn sie das Lamboyfest nicht weiterempfehlen würden. "Hier können Sie die Geschichte unserer Stadt und Region in dieser Zeit ein Stück schmecken und fühlen."


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