Hanau: Neuer Kreisel soll Verkehrsfluss verbessern

In drei Bauabschnitten entstand am Knotenpunkt Knotenpunkt Sandeldamm und Nordstraße ein neuer Kreisel. Dieser soll für einen besseren Verkehrsfluss sorgen und ermöglicht zudem das Einbiegen in die Nordstraße sowohl aus südlicher als auch aus nördlicher Fahrtrichtung.

Hanau
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Circa neun Monate hat es gedauert, nun sind die Bauarbeiten am Knotenpunkt Sandeldamm und Nordstraße in Hanau abgeschlossen. Mit einem neu gebauten Kreisel, neuen Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie neuen Radverkehrsanlagen wurde dabei ein Infrastrukturverkehrsprojekt umgesetzt, von dem letztlich alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen profitieren sollen. "Der Knotenpunkt hier am Sandeldamm ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir das Thema Verkehrsplanung in Hanau ganzheitlich betrachten. Wie auch im beschlossenen Mobilitätsleitbild festgehalten planen wir unsere Baumaßnahmen stets so, dass sie alle Mobilitätsformen gleichberechtigt berücksichtigen", betont Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU).

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Entsprechend wurde der gesamte Straßenraum innerhalb der drei Bauabschnitte neugestaltet. Für den motorisierten Individualverkehr sowie öffentliche Verkehrsmittel ist der Kreisel die spürbarste Neuerung. Vormals wurde der Verkehr über eine Ampelschaltung geregelt, diese entfällt nun vollständig. Darüber hinaus ist es nun sowohl aus nördlicher als auch aus südlicher Richtung möglich, in die Nordstraße einzubiegen. Auch war das Areal der Sandelmühle, an dem sich verschiedene Betriebe befinden, nicht in die Ampelschaltung mit einbezogen, ein Ein- und Ausfahren war dort somit mit Schwierigkeiten verbunden. Über den neuen Kreisel ist nun auch dieses Gebiet besser erschließbar.

Sämtliche Gehwege rund um den Kreisel wurden erneuert, entlang dieser Gehwege wurde zudem ein neuer Radschutzstreifen angelegt. An den Kreisel-Zufahrten gibt es ab sofort Zebrastreifen, die das sichere und schnellere Überqueren ermöglichen. Die Neugestaltung macht diesen Verkehrsknotenpunkt künftig sicherer: "Den heutigen Anforderungen einer Stadt wie Hanau wurde die Kreuzung letztlich nicht mehr gerecht. Außerdem handelte es sich um einen Unfallschwerpunkt, immer wieder hatten Verkehrsteilnehmende die Ampelphasen missachtet", erklärt Markus Henrich, Leiter des für die Baustelle zuständigen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service. Die Neugestaltung soll künftig einen sichereren und leistungsfähigeren Verkehrsfluss ermöglichen und dadurch die ehemals erheblichen Rückstaus bis zum Klinikum verringern.

Um das Areal optisch aufzuwerten, werden im Herbst neue Bäume und Grünbepflanzung eingesetzt. Bereits jetzt fällt jedoch ein besonderes optisches Merkmal auf: Die Stadtwerke Hanau haben pünktlich zu ihrem 175-jährigen Jubiläum ein besonderes Fundstück restauriert. Dabei handelt es sich um eine von ehemals zwölf Sechsecklampen mit hohem Schornstein. Diese wurde nun zentral auf dem neuen Kreisel installiert und wird dort abends leuchten – jedoch nicht mit Gas, sondern mit einer neu eingesetzten LED-Beleuchtung. Licht auch in der Dunkelheit – das gab es in Hanau früher als in den meisten deutschen Städten. Neben Hannover, Leipzig und Berlin gehörte Hanau 1849 zu den ersten Städten, in denen Häuser mit einer Gasbeleuchtung ausgestattet wurden.

Nach den Gebäuden gab es nachts aber auch bald aus Gas gespeistes Licht in den Straßen der Stadt, bereits 1850 wurde in der Nürnberger Straße die erste Gaslaterne aufgestellt. An diese technische Revolution erinnert künftig für alle sichtbar eine alte städtische Gaslaterne, die den neuen Verkehrskreisel am Sandeldamm zieren wird. "Damit setzen wir ein Zeichen, das zu unserem 175-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr passt: Wir präsentieren uns als moderner Energiedienstleister mit zukunftsweisenden Projekten der auf einer starken Tradition aufbaut", sagt Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau GmbH.

Die Gaslaterne war im Depot der Stadtwerke entdeckt worden und wurde im vergangenen Jahr von der Firma Rekon in Fulda fachmännisch restauriert. Unterstützt wurde das Projekt neben den Stadtwerken und der Hanau Netz GmbH vom städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS), dem Fachbereich Kultur und der Stiftung der Sparkasse Hanau. Der rund zwei Meter hohe Kandelaber, der früher eine insgesamt sieben Meter hohe "Richtlaterne" krönte, ist eine von ehemals zwölf Sechsecklampen, die mit hohem Schornstein und einfachen Doppelbrennern, aber noch ohne Gasglühlicht und Druckfernzünder ausgerüstet waren. Im Detail konnten die Gäste des Bürgerfestes 2023, das ganz im Zeichen des Stadtwerke-Jubiläums stand, die restaurierte Laterne unter die Lupe nehmen.

Im Zuge des Umbaus der Einmündung Sandeldamm/Nordstraße an der alten Herrnmühle zu einem Verkehrskreisel wurde beschlossen, dass der historische Kandelaber künftig den Mittelpunkt des Kreisels zieren soll. Hier wird die Laterne an die Zeit erinnern, als Gas weniger zum Kochen und Heizen, sondern dafür genutzt wurde, Licht ins Dunkel zu bringen. Und er erinnert an den rasanten Ausbau der Straßenbeleuchtung in der alten Residenzstadt: Im Jahr 1868 brannten bereits 214 Gaslaternen auf Hanaus Straßen, 1907 waren es 816, davon 448 "Abendflammen" und 434 "ganznächtige Richtflammen". Wie zuverlässig und sicher diese Beleuchtungsform war, zeigt sich auch daran, dass erst 1963 die letzte Gaslaterne abgeschaltet wurde und wie zuvor alle anderen von einer strombetriebenen Straßenlampe ersetzt wurde.

Jetzt, fast 175 Jahre nach der ersten Inbetriebnahme wird in Hanau wieder eine historische Gaslaterne für Licht sorgen. Allerdings nicht mit Gas als Energieträger. Der Kandelaber wurde mit moderner und energieeffizienter elektrischer Lichttechnik ausgestattet, wird aber dennoch an mehr als 100 Jahre Gaslichtromantik in der Brüder-Grimm-Stadt erinnern.

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Bei der Eröffnung des neuen Kreisels vor Ort (von links): Martin Hoppe (Leiter Fachbereich Kultur, Stadtidentität, Internationale Beziehungen), Adrian Szabo (Geschäftsführer Hanau Netz GmbH), Dirk Leppermann (ehemals Planung der Straßenbeleuchtung bei den Stadtwerken Hanau), Markus Henrich (Betriebsleiter Hanau Infrastruktur Service), Stadträtin Isabelle Hemsley, Thorsten Wünschmann (Leiter Ordnungsamt Stadt Hanau), Ortsvorsteher Wilfried Schneider und Jan Marschall (Leiter der Straßenverkehrsbehörde Hanau).

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In drei Bauabschnitten entstand am Knotenpunkt Knotenpunkt Sandeldamm und Nordstraße ein neuer Kreisel. Dieser soll für einen besseren Verkehrsfluss sorgen und ermöglicht zudem das Einbiegen in die Nordstraße sowohl aus südlicher als auch aus nördlicher Fahrtrichtung.

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Während der Bauarbeiten wurden auch neue Radverkehrsanlagen sowie Zebrastreifen errichtet, die somit auch dem Fuß- und Radverkehr vor Ort mehr Raum geben.


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