Die besonderen Anforderungen, die das „Wohnen im Alter“ mit sich bringt, standen im Mittelpunkt eines Gesprächs, das der Hanauer Seniorenbeirats dieser Tage mit dem Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau, Jens Gottwald, Sachgebietsleiter der Technik, Ulrich Mönch und Sachgebietsleiter Wohnungswirtschaft, Hakija Tadzic, geführt hat.
Die Verantwortlichen des Hanauer Wohnungsbauunternehmens konnten dabei kompetent zu allen Fragen der Beiratsmitglieder Rede und Antwort stehen.
„Wir sind natürlich darauf bedacht, auch gerade älteren Menschen kostengünstigen Wohnraum anbieten zu können“, führte Geschäftsführer Gottwald auf die Frage der nach der Zukunft des Ostkarrees aus, das nach den Plänen der Baugesellschaft einem Neubau weichen soll. Doch manchmal sei eine Sanierung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einfach nicht sinnvoll, weil es die Bausubstanz der Nachkriegszeit nicht erlaube, beispielsweise die für barrierefreies Wohnen erforderlichen Fahrstühle einzubauen. „Die Mietpreise werden zwar mit dem Neubau nicht auf dem heutigen Niveau gehalten werden können, doch dem gegenüber stehen erhebliche Einsparungen dank spürbar sinkender Nebenkosten.“ Schließlich, so gaben die Vertreter der Baugesellschaft Hanau zu bedenken, werde erst durch den Neubau altersgerechtes, barrierefreies Wohnen an dieser zentralen Innenstadtlage überhaupt möglich.
Wichtig war dem Geschäftsführer der Baugesellschaft im Gespräch mit den sechs Mitgliedern des Seniorenbeirats, dass sich das Unternehmen sich der Verantwortung auch gegenüber älteren Menschen bewusst ist, die in Altersarmut leben oder hohe Pflege- und Gesundheitskosten verkraften müssen. „Wann immer es die die Substanz der Gebäude hergibt, versuchen wir natürlich die Zugänge kostengünstig barrierefrei zu gestalten, indem wir, wie beispielsweise in der Königsberger- und Dresdener Straße Rampen errichten lassen, damit bedürftige Personen das Gebäude mit dem Rollator einfach begehen können und im Innenbereich nur in den Fahrstuhl steigen brauchen.“ Darüber hinaus, betonte Gottwald, stehe die Baugesellschaft Hanau auch bei problematischen Einzelfällen stets als Ansprechpartner zur Verfügung und lasse niemand im Stich.
Generell hat die Baugesellschaft Hanau das Minimieren von Barrieren im Fokus. „Wir sind uns dessen genau bewusst, dass selbst kleinere Maßnahmen spürbare Erleichterungen für ältere Menschen bedeuten“, ergänzte der Sachgebietsleiter Wohnungswirtschaft, Hakija Tadzic. Der Sachgebietsleiter Technik, Ulrich Mönch, fügte hinzu: „Wir versuchen, die Wünsche unserer Mieter zeitnah umzusetzen und sammeln die verschiedenen Anträge. Dabei genießen Anträge der älteren Mieterinnen und Mieter beispielsweise nach einem spezieller Badumbau, bei dem die Wanne durch eine ebenerdige Dusche ersetzt wird, Priorität.“
Auf die Frage des Seniorenbeirates, wie es mit der Wohnraumbilanz für ältere Menschen in der Innenstadt aussieht, da für diese eine gute Infrastruktur, wohnungsnahe Einkaufmöglichkeiten und eine gewachsene Nachbarschaft besonders wichtig sei, konnte Tadzic auf zahlreiche Einzelprojekte hinweisen, bei denen die Baugesellschaft Hanau reichlich neuen Wohnraum durch Sanierungen geschaffen hat. Gute Beispiele hierfür sind nach seinen Worten die Metzgerstraße, die Badergasse oder die Nordstraße. Auch die Wohnungen im Erdgeschoss der Nordstraße und Louise-Schroeder-Straße seien alle seniorengerecht saniert. „Das bedeutet konkret, dass sie barrierefrei sind, vollständig mit Bodenfliesen versehen wurden, extra breite Türen erhalten haben und die Steckdosen in Kniehöhe angeordnet wurden.“
Ingesamt verfügt die Baugesellschaft Hanau derzeit über 360 komplett barrierefreie Wohnungen, darüber hinaus gibt es noch zahlreiche barriereminimierte Wohnungen. Wie Geschäftsführer Gottwald im Detail ergänzt, sind davon 70 Wohnungen behindertengerecht.“ Die Delegation des Seniorenbeirats war sichtlich beeindruckt von diesen Zahlen und attestierten dem Geschäftsführer, dass dies bereits eine sehr erfreuliche Anzahl sei. Elke Reinstorf, die Vorsitzende des Seniorenbeirates, freute sich über das sehr positive Gespräch und dankte für die informativen Einblicke. „Wir haben auf alle Fragen sehr fundierte und kompetente Antworten bekommen. Zukünftig können wir die Menschen an die richtige Stelle verweisen.“ Gleichzeitig wurde verabredet, dass weitere Treffen stattfinden sollen, da der Seniorenbeirat als auch die Baugesellschaft Hanau großen Wert darauf legen, den Kontakt für die Zukunft aufrecht zu erhalten.
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