Am vergangenen Mittwoch traf sich die SPD im Hanauer Rathaus mit Serpil Temiz Unvar, Gründerin der Bildungsinitiative Ferhat Unvar, und ihrem Team in den Räumlichkeiten der Initiative direkt am Hanauer Freiheitsplatz.
Fraktionsvorsitzende Ute Schwarzenberger spricht von einem „gelungenen und wertvollen Austausch“. Die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau hat sich mit der Bildungsinitiative Ferhat Unvar e. V. ausgetauscht. Serpil Unvar, die Mutter des beim rassistischen Terroranschlags vom 19. Februar 2020 aus dem Leben gerissenen Ferhat Unvar, gründete die Initiative im November 2020.
„Am Anfang waren es nur ich und ein paar Jugendliche – man hat uns belächelt und gefragt, was wir erreichen wollten. Doch uns war und ist es wichtig und heute sind wir nicht nur in Hanau, sondern bundesweit und international tätig“, erzählte Serpil Unvar den Stadtverordneten der SPD-Fraktion. Die Bildungsinitiative leistet Arbeit in den Bereichen Empowerment und Jugendbildung. Sie gibt mit einem besonderen Konzept Workshops an Schulen zu den Themen 19. Februar und Antirassismus. Wichtig ist es Serpil Unvar, dass diese Workshops von Jugendlichen für Jugendliche gemacht werden. Die Initiative wird unter anderem durch „Demokratie leben!“ und die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus gefördert.
Ein Schwerpunkt neben der Bildungsarbeit ist auch die internationale Vernetzung. Serpil Unvar erzählte: „Mir ist es wichtig, Geschichten anderer Betroffener über Ländergrenzen hinweg zu hören und sichtbar zu machen. Ich habe Eltern getroffen, die haben ihre Kinder durch Anschläge verloren und in ihren Geschichten spiegelt sich unser gemeinsamer Kampf gegen Rassismus und Hass wider. Jede Begegnung erinnert mich daran, dass wir nicht allein sind – und dass wir gemeinsam lauter werden müssen“.
Die Bildungsinitiative und Serpil Unvar sind zahlreich ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Aachener Friedenspreis, der Georg-Bernard-Plakette, dem Ehrenpreis der kurdischen Gemeinde Deutschlands und dem Walter-Dirks-Preis. SPD-Fraktionsvorsitzende Ute Schwarzenberger erklärt zum Austausch mit Unvar und ihrem Team: „Die Bildungsinitiative leistet unschätzbare Arbeit für das friedliche Miteinander in Hanau, Deutschland und Europa. Wir sind stolz darauf und wollen den Austausch intensivieren. Für uns als SPD-Fraktion ist klar: Der 19. Februar 2020 ist einer der einschneidendsten und schrecklichsten Tage in der Stadtgeschichte – deshalb ist das Gespräch, die Begegnung und das Gedenken von unschätzbarer Wichtigkeit“.
Im Zuge des Austausch lobt Schwarzenberger auch: „Wir sind froh, dass wir mit dem Haus für Demokratie und Vielfalt auch einen würdigen Platz für das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer und Hinterbliebenen des 19. Februars gefunden haben“. Gründerin Serpil Unvar zieht folgendes Resümee zum gemeinsamen Austausch mit der Rathaus-SPD: „Der Austausch heute zeigt mir, dass Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung tragen müssen. Wir schulden den Opfern nicht nur Erinnerung, sondern auch konkrete Taten – für eine gerechtere und sichere Zukunft."

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