Wiedersehen mit Sam Tho Duong – 6. Hanauer Stadtgoldschmied

Hanau

Der 6. Hanauer Stadtgoldschmied Sam Tho Duong wird sich am 4. September 2025 um 17.00 Uhr nach einem Grußwort des Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky (SPD) in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

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Mit der feierlichen Zeremonie im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau wird die Bedeutung der Auszeichnung eines Stadtgoldschmiedes bzw. einer Stadtgoldschmiedin für die Brüder-Grimm Stadt unterstrichen. Im Rahmen der Veranstaltung führt Katja Poljanac, Kuratorin am Schmuckmuseum Pforzheim, in das Werk von Sam Tho Duong ein. Parallel wird die Präsentation „Wiedersehen mit Sam Tho Duong – 6. Hanauer Stadtgoldschmied“ in der Foyervitrine des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau eröffnet. Sie wird bis zum 15. November 2025 zu sehen sein.

Die Arbeiten von Sam Tho Duong zeugen von einer seiner wesentlichen Inspirationsquellen: Der Natur und ihrem Formenreichtum. Feingliedrig, einzeln aufgefädelte Süßwasserreiskornperlen erinnern an Tau, Regentropfen oder vereiste Kristalle auf Ästen und Zweigen. Mit seinen aus Joghurtfläschchen geformten Blüten möchte Duong betonen, wie vermeintlich unscheinbare Gewächse plötzlich in einer Vielfalt von Formen und Farben erblühen können. Ihre Zeit währt jedoch nur kurz, sie sind vergänglich – Sam Tho Duong begegnet ihnen hingegen mit Beständigkeit. Mit dem unedlen Material der Joghurtflaschen verweist er auf Wertzuschreibungen und auf die Farbsymbolik von Reinheit und Helligkeit von Weiß.

Sam Tho Duong wurde im Jahr 2015 zum 6. Hanauer Stadtgoldschmied ernannt. Während seines Aufenthalts vor 10 Jahren in Hanau beschäftigte er sich mit den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm und widmete ihnen eine Arbeit: Sam Tho Duong arrangierte auf einem aufgeschlagenen Märchenbuch mit einer Abbildung zu „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zwei mit kleinen Perlen besetzte Zipfelmützen. Zu dieser Arbeit erzählte Sam Tho Duong eine humorvolle Geschichte: Die Mützen fand er angeblich in einem Verlies des Goldschmiedehauses. Sie gehörten zwei Zwergen, die nach Hanau reisten, um die Brüder Grimm kennenzulernen. Die beiden Zwerge hätten später ihre Mützen im Goldschmiedehaus bei ihrer überstürzten Abreise vergessen.

Diese erzählerische und beobachtende Herangehensweise verdeutlicht, wie sich Duong seinem Arbeitsprozess zuwendet. Die Arbeit „Jacob und Wilhelm“ ist aktuell in der Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Bestandaufnahme“ zu sehen. Der 1969 in Vietnam geborene Künstler absolvierte in Pforzheim an der Berufsfachschule, am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät sowie bei der Firma Wellendorff eine Ausbildung zum Goldschmied. Sein anschließendes Studium an der Hochschule für Gestaltung schloss er 2002 mit dem Diplom ab, seit 13 Jahren arbeitet Sam Tho Duong freischaffend. Er hat in zahlreichen Ländern ausgestellt, seine Arbeiten sind international in vielen Sammlungen vertreten. Sein Werk wurde zudem mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Herbert-Hofmann-Preis, 2012 mit dem Staatspreis Baden-Württemberg und 2014 mit dem Friedrich Becker Preis.


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