Am 24. September 2025 fand das 7. Stadtgespräch der CDU Hanau unter dem Titel „Unsichtbar, unbezahlbar, unersetzlich: Care-Arbeit im Fokus“ statt.
Am 24. September 2025 fand das 7. Stadtgespräch der CDU Hanau unter dem Titel „Unsichtbar, unbezahlbar, unersetzlich: Care-Arbeit im Fokus“ statt.
Bei dieser Veranstaltung diskutiert die OB-Kandidatin Isabelle Hemsley Themen aus der gesellschaftlichen Mitte mit berufenen Gesprächspartnern. Im Mittelpunkt stand diesmal die gesellschaftlich so wichtige, oft übersehene Care-Arbeit – von der professionellen Pflege bis zur Angehörigenbetreuung im privaten Umfeld. In einer lebendigen Gesprächsrunde vor rund 80 Gästen diskutierten Stadträtin Isabelle Hemsley, Dr. Maria Haas-Weber, Palliativmedizinerin und Hausärztin, sowie Thorsten Hitzel, Vorstandsvorsitzender der Martin Luther Stiftung Hanau, gemeinsam mit den Anwesenden die vielfältigen Facetten von Sorgearbeit.
Dr. Haas-Weber hob hervor, dass Palliativ- und Hospizarbeit besonders positive Formen der Sorge darstellen, da sie „ummantelnde, umsorgende Sorge am Ende des Lebens“ bieten. Sie kritisierte den hohen Bürokratieaufwand und die mangelnde Zeit für den Menschen in der täglichen Praxis und forderte einen Paradigmenwechsel: Pflegekräfte brauchen mehr Kompetenzen, weniger Dokumentationspflichten und mehr Zeit für die echte Zuwendung. Ein zentrales Anliegen formulierte sie mit Blick auf das Lebensende: „Was wünscht sich ein Mensch am Ende des Lebens?“ Empathie müsse im Mittelpunkt stehen – keine Schmerzen, keine Sorgen, gutes Essen, ein Lächeln, ein liebes Wort, frische Luft und ein frisches Nachthemd. Sie betonte auch, dass Frauen oft mehr „Weichheit“ in die Pflege einbringen, und forderte, Kirchen müssten wieder aktiver werden: „Stark für die Schwachen und laut für die Leisen.“
Stadträtin Hemsley thematisierte die große Herausforderung, Familie und Beruf zu vereinbaren, und bezeichnete Gleichberechtigung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie verwies auf das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Finanzierbarkeit, auch mit Blick auf die Familienpflege: Ein Familienpflegegeld analog zum Elterngeld könnte Entgeltverluste ausgleichen und die Verteilung von Sozialleistungen korrigieren. Hemsley betonte, dass die Entscheidung zur Care-Arbeit eine private Sache der Familie bleiben müsse, zugleich aber Beratungsangebote und Unterstützung – etwa durch Beratungsstützpunkte im Haus der Gesundheit – unerlässlich seien. Es brauche gesellschaftliches Verständnis für Rollentausch und Akzeptanz, mehr Zeit und finanzielle Mittel für Familienpflege sowie eine Enttabuisierung des Älterwerdens. Wertschätzung zeige sich letztlich auch durch verlässliche Finanzierung und Planbarkeit für Familien.
Thorsten Hitzel brachte es auf den Punkt: „Care-Arbeit hält die Seele am Leben.“ Deshalb steht bei der Martin Luther Stiftung der Mensch im Mittelpunkt. „Wir wollen die individuellen Bedürfnisse der uns anvertrauten Menschen erfüllen können“. Die Altenhilfe ist einigen massiven Veränderungen ausgesetzt, die dies zunehmend erschwert – wenn Politik und Gesellschaft zusammen arbeitet, dann jedoch kann eine menschliche Altenhilfe auch in der Zukunft Realität sein.
Bei der Frage nach dem Anteil von Männern in der Pflege bestätigt Herr Hitzel, dass die Altenhilfe weiblich dominiert ist – 85% der Mitarbeitenden in der Stiftung ist weiblich. Jedoch fördert die Stiftung Themenfelder, wie z.B. die zunehmende Digitalisierung in der Pflege, die Männern Spaß macht. So begeistert es, vor allem auch junge Menschen, die digitale Sprachdokumentation – in den Einrichtungen wird nur noch digital dokumentiert. Die hohe Ausbildungsquote, dieses Jahr 12%, zeigt, dass Interesse an den Berufen der Altenhilfe da ist. Junge Menschen interessieren sich zunehmend für Berufe, die sinnvoll und gemeinschaftsorientiert sind. Dabei sind sie in der Altenhilfe und bei der Martin Luther Stiftung richtig. In der Abschlussrunde äußerte er den Wunsch, Nachbarschafts- und Familiennetzwerke wieder zu stärken und gemeinsam Verantwortung für die Herausforderungen der Gesellschaft zu übernehmen.
Zum Ende der Veranstaltung formulierten die Teilnehmer klare Wünsche: Mehr Anerkennung und Unterstützung für Care-Arbeit, bessere Arbeitsbedingungen, mehr gesellschaftliche Wertschätzung und gezielte politische Maßnahmen. Die CDU Hanau setzt sich weiterhin dafür ein, dass die „unsichtbare“ Arbeit im Zentrum der Gesellschaft ankommt – und fordert alle politischen Akteure auf, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Ein persönliches Dankeschön im Namen vieler Anwesenden richtete die CDU an Dr. Maria Haaas-Weber gerichtet: „Ich wünsche jedem eine Maria in ihrem Leben“, brachte Isabelle Hemsley die Anerkennung für die aufopfernde und segensreiche Arbeit der Hanauer Medizinierin auf den Punkt.
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