Zwischen Faszination und Ekel: Vortrag zur Ausstellung Körperwelten

Hanau

Im Rahmen des Evangelischen Forums Hanau+ hielt Pfarrer Prof. Dr. Lukas Ohly in der vergangenen Woche einen eindrucksvollen Vortrag in der Alten Johanneskirche Hanau (AJOKI) zur Ausstellung Körperwelten.

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Sein Beitrag widmete sich nicht einer Bewertung der Ausstellung, sondern der religionsphilosophischen und theologischen Reflexion der Ambivalenzen, die sie hervorruft.

Ohly betonte insbesondere die „Doppelgesichtigkeit“ menschlicher Reaktionen: das „Gaffen“ und der Ekel seien eng miteinander verwoben. Diese Ambivalenz mache sich die Ausstellung zunutze, indem sie das Innere eines Körpers sichtbar macht. Dies sei aber eine andere Art, Unsichtbares auffällig zu machen, als das, was Religionen als Offenbarungen des verborgenen Gottes erleben. Als Beispiel führte Ohly sogenannte Kipp-Bilder an, die je nach Perspektive verschiedene Bedeutungen eröffnen. So sei das „Erscheinen des Erscheinens“, also die unsichtbare Seite des Sichtbaren, ein zentrales Moment des Religiösen, mit dem die Ausstellung konfrontiere.

Der Vortrag verstand sich nicht als Plädoyer für oder gegen Körperwelten, sondern als Einladung, die Spannungen zwischen Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit und menschlicher Wahrnehmung nachzuvollziehen.

Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum, in der Fragen gestellt und persönliche Eindrücke geteilt wurden. Eine vertiefte Auseinandersetzung folgt am Totensonntag: am 23. November 2025 um 17 Uhr lädt das Evangelische Forum Hanau+ herzlich zur Podiumsdiskussion ein – die Podiumsgäste und der Veranstaltungsort werden zeitnah gegeben. Interessierte sind willkommen, sich an diesem Abend mit Fragen von Vergänglichkeit, Körperlichkeit und Wahrnehmung auseinanderzusetzen.


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