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Sa, Apr
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Jahreshauptversammlung der PHM: „Zuschüsse müssen steigen“
Der alte und der neue Vorstand der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (von rechts): Martin Brand, Thomas Adlung, Mostafa Saroukh, Armin Wunsch, Hans-Peter Maier, Schulleiter Jörn Pick und die stellvertretende Schulleiterin Renata Kapala. Foto: PHM
Weiterhin über 1000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr, noch ausgeglichene Finanzen und ein Vorstand, der seine erfolgreiche Arbeit fortführen kann: In der Jahreshauptversammlung des Trägervereins der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM), „Jugendmusikschule und Musikbildungswerk Hanau e.V.“, konnte rückblickend auf das Jahr 2025 gesehen eine insgesamt positive Bilanz gezogen werden.
Die Nachfrage für Instrumental-Unterricht sei groß, die Angebote für Kleinkinder vor allem in den Kitas sehr gefragt. Vielfältige Kooperationen beispielsweise mit der Kathinka-Platzhoff-Stiftung zeugten von der geschätzten Akzeptanz der PHM als Bildungspartner. Nicht wenige Schülerinnen und Schüler sind erfolgreich präsent in Wettbewerben wie dem „Willy-Bissing-Wettbewerb“ der Sparkasse Hanau oder gar auf Bundesebene von „Jugend musiziert“.
Eigentlich also alles bestens, könnte man vermuten. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: PHM-Schatzmeister Thomas Adlung rechnet vor, dass die Musikschule mittelfristig gesehen dringlichst eine Aufstockung der Finanzzuwendung seitens der Stadt Hanau benötigt, will sie weiterhin die qualitativ hochwertige, fundierte kulturelle Bildung für die Stadtgesellschaft wie bisher aufrechterhalten.
Hauptursache für die sich künftig abzeichnende Schieflage ist das sogenannte „Herrenberg-Urteil“ des Bundessozialgerichtshofes vom Juni 2022. Dieses Urteil stellt klar, dass Honorarlehrkräfte je nach tatsächlicher Ausgestaltung ihrer Tätigkeit sozialversicherungsrechtlich als abhängig beschäftigt gelten können – auch wenn der Vertrag sie als „selbstständig“ bezeichnet. Entscheidend ist dabei vor allem, ob sie in die Organisation des Trägers eingegliedert sind und kein echtes unternehmerisches Risiko tragen, wodurch dann Beiträge zur Sozialversicherung fällig werden. In der juristischen Bewertung hatte dies zur Folge, dass die PHM ihre bisherigen Honorarlehrkräfte in eine Festanstellung überführt hat, verbunden mit einem deutlichen Anstieg der Personalkosten.
„Das ist aber nur der Anfang, denn um qualifizierte Lehrkräfte längerfristig an der PHM halten zu können, müssen die Gehälter weiter nach oben angepasst werden“, führt der alte und neue Vorsitzende Armin Wunsch aus. „Das wiederum erfordert eine Anpassung des städtischen Zuschusses, können wir die steigenden Personal-Ausgaben nicht weiter auf unsere Schuleltern umlegen und sind unsere Rücklagen, die eigentlich für die Neuanaschaffung und Instandhaltung von Instrumenten gebildet wurde, dann rasch aufgebraucht. Das würde unserem Bildungsauftrag als öffentliche Musikschule für alle Altersklassen und sozialen Schichten widersprechen“, führt Wunsch weiter aus. Bezuschusst wird die PHM vom Land Hessen und der Stadt Hanau, die nach der Auskreisung auch die bisherigen Anteile des Main-Kinzig-Kreises übernehmen müsste. „Das Land hat hier im Rahmen des beschlossenen Paktes für die Musikschulen in den vergangenen Jahren die Zuschüsse sukzessiv erhöht. Natürlich sind wir der Stadt Hanau sehr dankbar für die bisher geleistete zuverlässige Unterstützung in den vergangenen Jahren, aber leider verharrt der städtische Zuschuss nun seit 20 Jahren auf gleichem Niveau“, konstatiert Wunsch verbunden mit der Hoffnung, mit der Stadt Hanau zeitnah eine Lösung für eine notwendige Erhöhung der Zuwendungen zu finden.
Rückblickend befindet sich die PHM zwar noch in ruhigen Fahrwassern, konnten die laufenden Betriebskosten bisher gedeckt werden. „Nach vorne schauend hoffen wir, dass sich daraus nicht ein veritabler Sturm entwickelt“, so die PHM-Vorstandsmitglieder, die in der Jahreshauptversammlung in ihren Ämtern bestätigt wurden: Armin Wunsch, Vorsitzender, Mostafa Saroukh, 2. Vorsitzender, Thomas Adlung, Schatzmeister, Hans-Peter Maier, Schriftführer und Beisitzer sowie Martin Brand als Beisitzer. „Die Musikschule ist weit mehr als ein Ort des Unterrichts. Sie bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu entwickeln, Talente zu entdecken und aktiv am gesellschaftlich-kulturellen Leben teilzuhaben. Damit verbindet sie Menschen und schafft Chancen unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Wir als Vorstand haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen den Zugang zur musikalischen Bildung zu ermöglichen. Damit das gelingt, brauchen wir auch in Zukunft die wohlwollende Unterstützung der Stadt“, führt Saroukh aus. So hoffen die Verantwortlichen des Trägervereins, dass es in den anzustoßenden Gesprächen mit dem neu gewählten Oberbürgermeister Max Bieri und den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung diese von der Notwendigkeit des Fortbestehens der Musikschule für die Stadt Hanau zu überzeugen.
Der alte und der neue Vorstand der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (von rechts): Martin Brand, Thomas Adlung, Mostafa Saroukh, Armin Wunsch, Hans-Peter Maier, Schulleiter Jörn Pick und die stellvertretende Schulleiterin Renata Kapala. Foto: PHM