Im Herzen Hanaus an der Französischen Allee haben sie sich im dritten Geschoß eingefunden. Oma und Eltern haben sie gebracht.
Es ist Freitag 15 Uhr. Der letzte Tag der Osterferien. Schnell sind die Jacken ausgezogen, die Fahrradhelme abgelegt. Zehnjährig sind zwei und ein elfjähriges Mädchen komplettiert das jugendliche Team. Auf einem langen Buchetisch ist sie ausgebreitet: Die Arbeit, die vor ihnen liegt: Vier verschiedene kleine Broschüren, zwei unterschiedliche, postkartengroße Flyer, zierliche Holzkistchen mit Dominospielen, kleine Holzklammern, größere kamen früher auf die Wäscheleine, und hunderte Tüten. Alles soll zu einer Einheit zusammengepackt werden. Die Tüten waren ursprünglich als Brottüten vorgesehen. Jetzt haben Sie einen neuen Zweck, nicht zur Aufbewahrung für das Butterbrot, sie sollen Hilfe spenden, nicht für den Körper, für den Geist. Das kümmert die Jungs und das Mädchen jetzt nicht. Sie wollen die Tüten packen. Hören gespannt zu, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Broschüren, die postkartengroßen Flyer, das Dominospiel zusammengelegt werden. Wie diese Sammlung vorsichtig in die Tüte zu schieben sei.
Die Tüte oben gefaltet wird und das Verschließen der Tüte mit der kleinen Holzklammer vorzunehmen ist. Die erste Proberunde ist erfolgreich. Erst vorsichtig, überlegend, die Reihenfolge sichernd, ist Stille im Raum eingekehrt, der sonst ebenfalls als Arbeitszimmer dient. Nach wenigen Minuten sammeln sich die ersten fertigen Tüten auf dem Tisch. Kartons werden zur Aufnahme herbeigeholt, damit die Arbeitsfläche frei bleiben kann. So geht es weiter. Tüte für Tüte wird fertig. Die Broschüren mit den Titeln: „Wehr dich! Gegen sexualisierte Gewalt im Netz“, „Was spielt mein Kind da eigentlich“ werden mit dem Flyer „Hilfsmittel digitale Medien...“ abgedeckt, dann folgt das Dominospiel unter dieses kommen die Broschüren „So surft mein Kind sicherer im Internet für Kinder von 6 – 10 und für Kinder ab 10 Jahren“. Den Abschluss des Stapels bildet der Flyer mit den „Hilfe- und Beratungsangeboten“ und den „Ideen zur Vermeidung der Auswirkungen zu früher und intensiver Mediennutzung“. Es entsteht Stapel für Stapel, Stapel für Stapel wandert in eine Tüte, die gefaltet und zu geklammert wird. Flink sind die kleinen Hände der drei, es entwickelt sich ein Wettbewerb. Die Dominospiele mit den kleinen Holzkistchen sind in einem Karton von 25 Stück verpackt. Ein Meilenstein, wenn wieder ein Karton der Spiele verarbeitet ist und herangeholt werden muss.
So vergeht die Zeit. Tüte für Tüte, Dominospiel für Dominospiel. Apfelsaft, pur oder gespritzt, Mineralwasser, im Laufe der Zeit auch eine Schale Gummibärchen und später ein Karton Köhler-Küsse aus Hainburg versüßen das junge Arbeitsleben. Ein Päuschen im Nebenraum auf dem Trampolin sorgt für Entspannung und Abwechslung. Tüte für Tüte. Es muss noch erwähnt werden, die schnell erarbeitete Routine lässt Gespräche zu. Der Austausch hat intensive Fahrt aufgenommen. Tüte für Tüte wird erzählt, welche Arbeiten nach den Ferien geschrieben werden, welche Lehrer viel Sympathie erworben haben, bei welchem es noch nicht gelungen ist. Tüte für Tüte ist zu hören, wie sich ältere Schüler schlecht benehmen. Was kind in den Ferien erlebt und was wichtig ist. Tüte für Tüte wird auch über die Nutzung der neuen Medien erzählt. Der gesprächige Austausch war nur kurz unterbrochen als der Präsident des Rotary Club Hanau Thomas Neeb einen kurzen Besuch bei den Fleißigen machte. Tüte für Tüte entstanden 275 rotarische Medien Hilfe Tüten mit Dominospiel, die den Besuchern des Hanauer Medientages: Gefahr im Netz! Kinder nicht alleine lassen! vorbehalten sind.
Mit großem Dank wurden die Fleißigen von den Eltern nach getaner Tat abgeholt.
Gefahr im Netz! Kinder nicht alleine lassen!
Hanauer Medientag
Congress Park Hanau
Schloßplatz
63450 Hanau
25. April 2026 10 – 17 Uhr Eintritt
Anmeldung über: Ticket Frankfurt RheinMain


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