Der EU-Kanton Rhein-Main e.V. hat am 08.05.26 die besten Schülerreden zum Thema Europa prämiert.
Die traditionelle Preisverleihung des Wettbewerbes „Meine Rede für Europa“, welche immer um die Europawoche herum stattfindet, wurde in der Hohen Landesschule in Hanau durchgeführt. Für musikalische Begleitung sorgte Umut Özbilge (Abiturjahrgang 2026). Er spielte Musik vom Filmmusikkomponisten Hans Zimmer. Bei diesem Wettbewerb werden Schülerinnen und Schüler der Oberstufe von beruflichen und allgemeinbildenden Schulen in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis ermutigt eine zwei- bis vierseitige Rede eigenständig zu verfassen. Das Thema, welches in Verbindung mit Europa steht, wechselt hierbei jährlich und wird vom EU-Kanton Rhein-Main zu Beginn der Ausschreibung bekannt gegeben. Eine Jury bewertet alle Reden und kürt drei Sieger.
Für die Hohe Landesschule, sprach Stefan Prochnow ein Grußwort. Für den EU-Kanton Rhein-Main e.V. sprach der Vorsitzende Torben Zahradnicky ein Grußwort. Er wies in seinem Grußwort auch auf die nächsten Veranstaltungen des EU-Kantons hin. Diese sind: Am 28. Mai eine Podiumsdiskussion zum Thema „Aktuelle Situation im Iran – Wie sollte sich Europa verhalten?“ und am 24. Oktober die bisher größte Veranstaltung des Vereins: „Die Zukunftskonferenz 2026“, mit namhaften Gästen wie Prof. Dr. Ulrike Guérot. Als Gastredner sprach der Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Dr. Gunther Quidde. Dieser ging in seiner Gastrede auf den berühmtesten Redner des Römischen Reiches, Cicero, und dessen Erfolge und Misserfolge ein.
Dann trugen die diesjährigen Sieger ihre Reden vor in der Reihenfolgte, dass der Drittplatzierte begann, gefolgt von der Zweit- und dann der Erstplatzierten. Das Thema lautete dieses Jahr „Wie sieht der Rest der Welt Europa heute?“. Der Drittplatzierte Jonas Meister (Hohe Landesschule Hanau) ging auf positive Aspekte der EU ein und auf die Vorteile, welche er in einen USA-Urlaub gespürt habe. Allerdings übte er auch Kritik: „Aber die EU hat meiner Meinung nach nicht nur positive Seiten; viele Staaten sehen die EU als zu langsam, uneinig und zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Unterschiedliche Interessen innerhalb der EU erschweren oft schnelle Entscheidungen, etwa in der Außen- oder Sicherheitspolitik. Staaten wie Russland, China und die USA handeln abrupter und schneller als die EU. Nach meinem Empfinden wandert die EU immer weiter weg von der Hauptrolle hin zu der Rolle des Beobachters.“
Die Zweitplatzierte Carmen Elisa Mika (Ulrich-von-Hutten-Gymnasium) schaute sowohl auf die Zukunft als auch auf die Gegenwart. Auch schaute sie auf Grundsätzliches: „Wie also sieht der Rest der Welt Europa heute? Eine als Worst-Case-Szenario formulierte Antwort darauf wäre, dass Europa aufpassen muss überhaupt noch gesehen zu werden. Bündnisse sind zerfallen, neue Akteure betreten den Weltmarkt und Krieg ist wieder Normalität. Das tiefsitzende Ziel Europas eines Weltfriedens scheint außer Reichweite und so muss Europa aufpassen den Anschluss nicht zu verlieren. Es ist schwer in der ganzen Intransparenz, Kriegshetzerei und Machtspielen die Hoffnung nicht zu verlieren, doch am Ende ist es das was Europa beibehalten muss. Hoffnung auf Frieden, auf beständige Demokratien, auf Sicherheit. Diese Hoffnung muss Europa weiterhin antreiben, Diplomatie und internationale Beziehungen als Grundpfeiler seiner Politik zu nutzen.“
Die Erstplatzierte Alexandra Frederike Skujat begann ihre Rede von Australien aus, wo sie die letzten sechs Monate verbracht hatte. Sie ging der Frage nach, warum Menschen auf der ganzen Welt von Europa begeistert sind, „selbst am anderen Ende der Erde.“ Auch ging sie auf die Historie ein sowie auf die unterschiedlichen Kulturen der Länder in Europa. „Ich denke, wir in Europa sollten zusammenhalten und zeigen, dass wir aus unserer Vergangenheit gelernt haben, richtig zu handeln. Wir müssen aufpassen, dass die ganze Welt zum Frieden findet. Auch wenn wir nur mehrere kleine Länder sind, können wir gemeinsam und nur gemeinsam viel erreichen. Wir sollten uns gegen die großen Mächte stellen und ihnen zeigen, dass wir mithalten können und genauso stark in der Wirtschaft und Verteidigung aufgestellt sind wie der Rest der Welt. Wir sind der Beweis dafür, dass viele Länder im Frieden miteinander leben können, und das sollte auch für den Rest der Welt gelten. Wir wissen, dass es viele Religionen, Kulturen und vielfältige Geschichten gibt. Wenn wir es schaffen, gemeinsam zu leben, kann das der Rest der Welt auch.“
Nach dem offiziellen Teil wurde die Preisverleihung mit einem kleinen Snack-Buffet welches der Betreiber der Schulmensa zur Verfügung gestellt und der EU-Kanton Rhein-Main e.V. spendiert hat, bei guten und lebhaften Gesprächen ausklingen gelassen.

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