Es war ein richtig schönes Familienfest, zu der sich rund 100 Mitglieder aller Generationen des 1. Hanauer Schwimmvereins 1912 e.V. (HSV) am Sonntag im Nachbarschaftshaus Tümpelgartentrafen.
Es war ein richtig schönes Familienfest, zu der sich rund 100 Mitglieder aller Generationen des 1. Hanauer Schwimmvereins 1912 e.V. (HSV) am Sonntag im Nachbarschaftshaus Tümpelgartentrafen.
Bei dieser Akademischen Feier anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens, das ganzjährig unter dem Motto "Vom Main bis in die Kinzigau'" steht, gaben sich nicht nur alte und neue "12er", sondern auch verschiedene Vertreter von Politik und Sport ein Stelldichein. In seiner Begrüßungsansprache hob Günter Hefner, ehemals Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südosthessen und nun als Ministerialdirigent in Vertretung des Schirmherrn Minister Boris Rhein anwesend, die Verbundenheit der Hanauer Einwohner zum Wasser heraus.Insbesondere die Flüsse Main und Kinzig hätten dazu beigetragen, dass der HSV vor hundert Jahren aus der Taufe gehoben wurde und seither sowohl in Sportschwimmen als auch in der Schwimmausbildung sehr aktiv ist. Unter den Ehrengästen waren unter anderem Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Dr. Hans Katzer in Vertretung von Landrat Pipa sowie auf sportlicher Seite der Vizepräsident des Landessportbundes
Hessen, Helmut Meister und der Präsident des Hessischen Schwimmverbandes, Dr. Werner Freitag zugegen.
In seinem in freier Rede gehaltenen Festvortrag nahm der langjährige Vorsitzende des HSV, Ingbert Zacharias, alle Anwesenden mit auf eine Zeitreise durch 100 Jahre recht bewegter Vereinsgeschichte. Mit vielen kleinen Anekdoten und Einzelheiten untermalt, beschrieb er in spannendem Vortrag den Weg der noch zur Kaiserzeit gegründeten "12er" zunächst an ihr Domizil am Steinheimer Mainufer bis hin zum Hanauer Schicksalstag am 19. März 1945, bei dem der Verein wie viele Einwohner auch durch den Luftangriff alles verlor und einige tote Mitglieder zu beklagen hatte. Erst vier Jahre nach der Zerstörung von Hanau erinnerten sich mehrere frühere Mitglieder des zu Kriegende von den Amerikanern aufgelösten Vereins an alte Zeiten und trafen sich im August 1949 in der Hafenwirtschaft, um den HSV ein zweites Mal aus der Taufe zu heben.
Für die erste Hälfte der 50er-Jahre fand der Verein sein neues Domizil am Mainufer, nun aber auf Hanauer Seite neben dem städtischen Flussbad. 1955 erfolgte dann der Umzug der Schwimmsportler an die Kinzig im Bereich des Tümpelgartens; hier bauten sich die HSV-Leute auf der Insel des Licht- und Luftbades ein kleines Areal mit Fluss-Schwimmbahn auf. Zacharias wies in seinen Ausführungen besonders daraufhin, dass der Verein zwar seit den 20er Jahre bei der Stadt Hanau immer wieder den Bau eines Hallenschwimmbades angeregt hatte. Dieser Wunsch verwirklichte sich aber erst 1959 mit der Einweihung des heutigen Heinrich-Fischer-Bades, in dem der HSV seit dieser Zeit sportlich und seit 2004 auch mit einem kleinen Vereinheim zuhause ist.
Oberbürgermeister Claus Kaminski, der sich von dem interessanten Ausflug in einen Teil der neuer Hanauer Stadtgeschichte angetan zeigte, würdigte in seinem Grußwort das sportliche und auch soziale Wirken des ältesten Schwimmvereins der Stadt und überreichte Ingbert Zacharias im Rahmen seiner Ansprache eine großzügige finanzielle Unterstützung für das in den letzten Jahren recht aufwendig erstellte Vereinsheim an der Kinzigstraße. Mit einem Schmunzeln ergänzte Kaminsky, andere Vorsitzende wären bei Vorlage ihrer Unterstützungsanträge sinnbildlich mit Keule oder Säbel in der Hand zu ihm gekommen - Zacharias hingegen sei ein eleganter Florettfechter gewesen. Dr. Werner Freitag hob die langjährige Leistung der HSV-Mitglieder insbesondere in der Schwimmausbildung hervor und fügte im Bezug auf den Festvortrag hinzu, dass auch er in jungen Jahren in einem Flussschwimmbad ersten Wasserkontakt hatte und die Widrigkeiten dieser Konstrukte in der Strömung wohl einzuschätzen weiß.
Den Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung, die vom einem Querflöten-Septett der Paul-Hindemith-Musikschule untermalt wurde, bildete die Ehrung mehrerer Vereinsmitglieder durch den Vorsitzenden des Bezirks Mitte im Hessischen Schwimmverband, Joachim Bürger sowie den ebenfalls anwesenden Hanauer Sportkreisvorsitzenden Stefan Bahn. Im Anschluss hatte der Verein alle Anwesenden zu einem gemütlichen Beisammenseinmit SmallTalk in den Nebensaal geladen; das Highlight hierbei war eine Bilderschau mit Beiträgen aus allen Jahrzehnten der Vereinsgeschichte, die für viel Furore sorgte und starke Erinnerungen bei den Beteiligten weckte.
"Es ist wie auf dem Geburtstag des sehr rüstigen Opas - und alle sind gekommen: die Geschwister, die Kinder und auch die Enkel; es wird mit Sicherheit nicht die letzte Feier dieser Art sein", kommentierte der Vorsitzende Ingbert Zacharias am Ende die für ihn und alle daran beteiligten Freunde und Helfer erfolgreiche Veranstaltung.
Foto: Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (rechts) überreichte Ingbert Zacharias stellvertretend für den HSV Hanau die Silberne Ehrenplakette.
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