Teilnehmerrekord beim Internationalen Frauenfrühstück

Hanau

45 Frauen waren zum Internationalen Frauenfrühstück ins Hanauer Brockenhaus gekommen, um sich über das Thema Burnout und Depression zu informieren.

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Ein Besucherrekord, über den sich Organisatorin Adrien Schüßler sehr freute. Seit September 2012 bietet sie einmal im Monat diese Veranstaltung an.

Seit September 2012 wird das Internationale Frauenfrühstück im Brockenhaus angeboten. „Das Brockenhaus Hanau des BWMK (Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.) im Stadtteil Lamboy ist Treffpunkt für Genuss- und Kunstinteressierte“, sagt Adrien Schüßler. „Das Haus dient auch als Veranstaltungsort unter anderem für Lesungen und Konzerte. Die Idee, auch ein Frühstück für Frauen anzubieten, kam von Besucherinnen aus dem Stadtteilzentrum Süd-Ost.“ Das Frauenfrühstück richtet sich an Frauen aller Nationalitäten, in unterschiedlichen Altersstufen und Lebenssituationen. Die Themen, die nach dem gemeinsamen Frühstück besprochen werden, wählen die Teilnehmerinnen meist selbst aus. Die Organisatorin sucht dazu Referenten, die ihre Vorträge ehrenamtlich halten. Gerne werden auch Vereine eingeladen, die über ihre Arbeit berichten. Eine Sicherheitsaufklärung durch die Polizei, die Arbeit des „Frauenhauses“ in Hanau, gesunde Ernährung, die Betreuung von Angehörigen, die Lebenshilfe Hanau und das BWMK wurden an diesen Vormittagen unter anderem thematisiert.

Vor 45 Teilnehmerinnen referierte nun Birgit Höllmer, die als Psychotherapeutin am Hanauer Klinikum tätig ist, über das Thema Burn-Out. „Burn-Out und Depression sind zwei Geschichten, die aber nahe zusammen liegen“, so Höllmer. „Burn-Out ist aber nicht als Krankheit anerkannt. Es ist so nicht behandelbar. Symptome des Burn-Out sind vielmehr Krankheitsmodelle einer depressiven Störung.“ Die beiden Erscheinungen unterschieden sich vor allem dadurch, dass sich der Patient beim Burn-Out in einer Aufwärtsspirale befinde, er wolle etwas erreichen und handele nach einem Kampfmuster. Der Patient mit einer Depression hingegen befinde sich in einer Abwärtsspirale und handele nach einem Bewahrungsmuster. „Befindet man sich in einer Depression, fällt es einem sehr schwer, etwas Neues zu lernen“, erklärte die Expertin. „Ein depressiver Mensch braucht sehr viel Erfolg, um ihn überhaupt zu spüren.“ Trotzdem sei eine Depression gut behandelbar, vorausgesetzt, dass sie früh genug entdeckt werde.

Gerade Frauen seien schnell von Burn-Out gefährdet, da sie als „Familien- und Büromanagerin“ dazu neigten, viel Verantwortung zu übernehmen. „Das hat auch einen gewissen Selbstzweck, denn diese Frauen wollen Erfolg haben“, sagte Birgit Höllmer. „Mein Präventionsziel für sie ist es, dass sie sich stundenlang auf einen Stuhl setzen können, ohne das Gefühl zu haben, für das und das zuständig zu sein.“ Sie erlebe es oft, dass Frauen in ihre Sprechstunden kämen, um über mögliche Symptome ihrer Ehemänner zu sprechen, selbst aber nicht merkten, dass sie von der Krankheit betroffen wären.

Die Teilnehmerinnen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Vortrag der Psychotherapeutin und genossen in vollen Zügen das Frühstück im Saal der Jugendstilvilla. Das Beschäftigungsprojekt für Menschen mit Beeinträchtigungen in der Lamboystraße 52 umfasst mehrere Arbeitsbereiche: Neben dem Café Samocca gibt es im Dachgeschoss ein Kunstatelier, in dem Menschen mit Behinderung schöpferisch tätig sind, außerdem eine Zigarrenmanufaktur und einen Verkaufsbereich. Das Café Samocca bietet neben dem Frauenfrühstück regelmäßig auch Kulturveranstaltungen an.

Auch für das neue Jahr plant Adrien Schüßler weitere Folgen des Internationales Frauenfrühstücks. Am Montag, 20. Januar, wird ein Vortrag zum Thema Social Media angeboten, am Dienstag, 18. Februar, zum Thema „Zwei Jahre Brockenhaus Hanau“. Im März stellt der Verein Lawine seine Arbeit vor, Inkontinenz bei Frauen steht im April auf dem Programm und das Thema Burn-Out wird im Herbst wiederholt und fortgesetzt. Für alle Termine wird um eine Reservierung unter Telefon 06181/1801114 gebeten.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bwmk.de


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