Im Juli 1941 zwang die deutsche Wehrmacht rund. 60.000 jüdische Bewohner der weißrussischen Hauptstadt Minsk in ein Ghetto.
Vier Monate später begannen die Deportationen von Juden aus Großstädten in Deutschland, aus Wien und aus der besetzten Tschechoslowakei nach Minsk. Am 11./12. November 1941 wurden aus Frankfurt am Main über 1.000 Menschen jüdischen Glaubens in das Ghetto Minsk deportiert, die größtenteils vorher in Gemeinden des Frankfurter Umlandes lebten. Bis auf elf Personen wurden alle Deportierten im Ghetto oder im Vernichtungslager Trostenez ermordet.
Diese Woche ist Frida Raisman im Main-Kinzig-Kreis zu Gast. Sie ist eine der wenigen Überlebenden des Ghettos, 1935 in Minsk geboren und als Kind zum Leben im Ghetto gezwungen. Am Donnerstag, 30. Januar, wird sie um 9.30 Uhr in der Karl-Rehbein-Schule bei Schüler/innen der Geschichtskurse zu Gast sein. Zu dem Treffen in der Mensa der Schule sind interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.
Raisman gehört zu einer Gruppe von Zeitzeugen, die das IBB und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung Zukunft aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktags am 27.1.2014 in die deutschen Städte eingeladen haben, von denen 1941 und 1942 Deportationen nach Minsk ausgingen. Die Karl-Rehbein-Schule engagiert sich seit Jahren mit Zeitzeugengesprächen für die Aufarbeitung der Geschichte. Ihr Namensgeber Karl Rehbein war selbst Verfolgter des NS-Regimes. Dr. Elisabeth Schmitz, ihr wurde vor kurzem posthum der Ehrentitel "Gerechte der Völker" verliehen, unterrichtete nach dem Zweiten Weltkrieg an der Schule.
Der Besuch an der Karl-Rehbein-Schule wird unterstützt durch die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH, den Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., die Christlich-Jüdische Gesellschaft Hanau e.V., den Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. und den Magistrat der Stadt Hanau.
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