„Ganz offensichtlich hat der FDP-Vorsitzende Dr. Ralf-Rainer Piesold einige Zusammenhänge nicht verstanden“.
So reagiert Stadtrat Andreas Kowol auf Piesolds Vorwurf in einer Pressemitteilung, der grüne Dezernent Kowol wolle im Bereich der Grünpflege keine Haushaltskürzungen vornehmen. Dagegen wehrt sich Kowol „auf das entschiedenste“.
„Dr. Piesold beruft sich auf einen Zeitungsartikel, den er offensichtlich nicht richtig gelesen hat“, so Kowol. Darin war die Rede davon, dass durch den milden Winter der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur (HIS) Kosten eingespart habe, „die zur Haushaltskonsolidierung beitragen“. HIS sei wie alle Einheiten der Stadt gefordert einen Beitrag zur Sicherung der Haushaltssanierung zu leisten. „Dass dies vorrangig nicht im Grünbereich erfolgt, liegt im Gesamtinteresse der Stadt“, findet der Dezernent.
Diese Schwerpunktsetzung in den Kontext der Bildungsförderung der Stadt zu setzen oder gar einen Widerspruch mit der Kinderpolitik der Stadt zu sehen, sei „abstrus“. Die Stadt Hanau sei trotz großer Sparbemühungen im Bereich Kinder- und Bildungsangeboten weiter „vorbildlich aktiv“. „Hier jetzt Bäume gegen Kinder auszuspielen ist schäbig“, meint Stadtrat Kowol.
Zudem verschafften große Grünflächen Städten einen Wettbewerbsvorteil und hätten darüber hinaus positiven Einfluss auf Kleinklima, Umwelt und Ökonomie. „Grünflächen werden als ein bevorzugtes Merkmal in Hanau wahrgenommen. Öffentliche Grünanlagen und Parks in der Stadt sind die Orte, an denen sich jeder Bürger aufhalten und durchatmen kann“, betont er.
Der Erhalt dieser Flächen sei, gerade aufgrund des angespannten Haushaltes, „eine Herausforderung, der man sich stellen muss“. Denn im Gegensatz zu anderen öffentlichen Räumen in der Stadt müssten Grünflächen intensiver gepflegt werden, um der Gemeinschaft nützlich zu sein. „In unserer schnelllebigen Zeit ist es insbesondere für Kinder wichtig, dass Grünflächen als Freizeitorte zur Verfügung stehen“, gibt Kowol zu bedenken.
Darüber hinaus stehe die Luftqualität in unmittelbarem Zusammenhang gerade mit den Bäumen, „die der Hanauer FDP-Chef so anprangert“. Bäume seien wie Luftfilter. Sie verringern die Belastung der Stadtluft mit Feinstaub, Schmutzpartikeln und Schwermetallen. Somit sei die Aussage von Dr. Piesold, Bäume seien Hanau wichtiger als Kinder, „mehr als kurzsichtig“. Und er fügt hinzu: „Die Stadt Hanau legt großen Wert auf Bäume und Grünflächen, gerade weil ihr die Kinder und alle Menschen in der Stadt wichtig sind“.
Wenn die FDP wirklich meine, dass zu viel Geld für den Erhalt der Grünflächen ausgegeben wird, „wären die Haushaltberatungen die Gelegenheit gewesen, dies vorzuschlagen“, hält Kowol den Freien Demokraten vor. Hierauf habe die FDP aber verzichtet. Daher sein Schluss. „Glaubwürdigkeit sieht anders aus.“
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