Mit dem Bundesligarekordschützen Dieter Müller stand eine ganz besondere Persönlichkeit im Mittelpunkt des Interesses im Wohnstift Hanau.
Mit dem Bundesligarekordschützen Dieter Müller stand eine ganz besondere Persönlichkeit im Mittelpunkt des Interesses im Wohnstift Hanau.
Bereits bei der Anmoderation durch den Journalisten und Moderator des Hessischen Rundfunks Philipp Engel erhielt Müller viel Applaus. Als der Moderator dann das Publikum zu Dieter Müller befragte, kam spontan von Landrat a. D. Karl Eyerkaufer: „Dieter Müller schaffte in der Bundesliga bis heute etwas Einmaliges: Er erzielte 1977 für den 1.FC Köln im Spiel gegen Werder Bremen beim 7:2 insgesamt 6 Tore.“ Der Profifußballer Dieter Müller bestritt insgesamt 303 Bundesligaspiele für die Vereine Kickers Offenbach, 1. FC Köln, VfB Stuttgart und 1. FC Saarbrücken und schoss dabei 177 Tore. Damit steht er auf Platz 7 der Liste der erfolgreichsten Torschützen. Mit dem 1. FC Köln wurde Dieter Müller einmal Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Auf die Frage, an welche Erfolge er sich besonders gerne erinnert, kam natürlich die Antwort: „Bei der Fußballeuropameisterschaft wurde ich 1976 als Debütant Torschützenkönig und mit der deutschen Nationalelf Vizeeuropameister. Sensationell war damals, dass ich nach meiner Einwechslung im Halbfinale in der 76. Minute noch 3 Tore gegen Jugoslawien erzielte und wir damit den Sprung ins Finale schafften“.
Dieter Müller hat aber auch mit zwei schweren Schicksalsschlägen die Schattenseiten des Lebens kennengelernt. So wurde er 1997 wie aus heiterem Himmel mit einer unheilbaren Erkrankung und dem Tod seines 16-jährigen Sohnes nach einem Hirntumor konfrontiert. „Dies“, so Müller, „habe ihm mehr denn je deutlich gemacht, dass Fußball zwar eine schöne Sache ist und ihn im Leben auch sehr weit gebracht hat, aber nicht alles im Leben ist.“ Hinzu kam 2012 noch ein schwerer Herzinfarkt mit einem Herzstillstand von über 30 Minuten und einem einwöchigen Koma. „Wäre meine Frau damals nicht gewesen, so hätte ich das sicherlich nicht überlebt.“ Als Vereinsmensch hat Müller ein besonderes Herz für die Offenbacher Kickers, für die er auch insgesamt 12 Jahre als Präsident aktiv war. Heute betreibt er eine nach ihm benannte und erfolgreiche Fußballschule und hilft auch hier immer wieder sozial benachteiligten Kindern. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir immer noch besonders viel Spaß“, erklärte Müller. Zum Abschluss des Gesprächs fragte Philipp Engel ihn, wie er zum Thema „Alt werden“ und „Alter“ steht. Müller antwortete, dass es ihm wichtig ist, aktiv dazu beizutragen, dass er bei Gesundheit bleibt. „Da habe ich mich letztes Jahr erheblich übernommen, als ich in Bordeaux, wo ich als Fußballer einige Erfolge feiern durfte, versucht habe einen Halbmarathon zu laufen. Unter den gesundheitlichen Folgen leide ich teilweise noch heute. Aber ich sehe dem Alter mit Gelassenheit, Dankbarkeit und Demut entgegen.“, äußerte Müller abschließend.
Foto: Moderator Philipp Engel im Gespräch mit dem Bundesligarekordschützen Dieter Müller.
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