Vacuumschmelze soll Arbeitsplätze in Hanau erhalten

Hanau

Der Appell ist eindeutig: Die Arbeitsplätze bei der Vacuumschmelze (VAC) in Hanau sollen erhalten bleiben.

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Das machten Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna, in einem Gespräch mit der Geschäftsführung der VAC und der Betriebsrätin Cornelia Gramm deutlich. Raabe, der sich bereits im März mit einem eindringlichen Schreiben an die Geschäftsführung gewandt hatte: „Es muss durch eine Stärkung des Standortes jetzt alles dafür getan werden, damit die Jobs in Hanau bleiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VAC haben in den letzten Jahren bereits einiges ertragen. Weitere Einschnitte sind nicht hinnehmbar.“

Die VAC steht nach den Ereignissen der Vergangenheit unter besonderer Beobachtung. „Die VAC trägt einen Rucksack“, sagte OB Kaminsky. „Es ist viel Vertrauen verloren gegangen“. 2011 hatte der Finanzinvestor One Equity Partners  die Firma für 700 Millionen Euro an das Spezialchemieunternehmen OM Group (USA) verkauft und damit fast 350 Millionen Euro Gewinn gemacht, während die Belegschaft zuvor auf Lohn verzichtet hatte. „Die Kommunikation damals war ein Desaster und der Vorgang an sich eine Sauerei“, erinnerte Kaminsky.  Die neuen Chefs wollen den „Rucksack“ wieder abstreifen, so Pressesprecher Matthias Marquardt: „Über eine offene Kommunikation wollen wir nachhaltig Vertrauen aufbauen und damit einen anderen Weg gehen als unsere Vorgänger.“

Dass Kommunikation allein nicht ausreichen wird, machte die Betriebsrätin Gramm klar. Sie monierte, dass der Betriebsrat bei den geplanten  Umstrukturierungsprozessen nur Zuhörer sei. SPD-Mann Raabe unterstützte sie in ihrer Kritik: „Wenn es um die Existenzen von Arbeitnehmern geht, muss der Betriebsrat eingebunden und nicht bloß informiert werden.“ Allein eine betriebsverfassungsgemäße Beteiligung reiche nicht aus, ergänzte Kaminsky. Von der Geschäftsleitung kamen positive Signale. Der Standort Hanau bleibe Innovationszentrum und Produktionsstandort. In Maschinen, Infrastruktur und Forschung werde mit zweistelligen Millionenbeträgen noch stärker investiert. „Meine Überzeugung ist, dass wir betriebsbedingte Kündigungen nicht brauchen“, erklärte CEO Richard Boulter. Ziel sei es, den Weg über normale Fluktuation, Altersteilzeit, Aufhebungsverträge und das Auslaufen von Zeitverträgen zu gehen. Der Abbau von 340 Stellen sei ein „Worst-Case-Szenario“. Man arbeite an allen Stellschrauben, um möglichst viele der aktuell noch 1485 Jobs in Hanau zu erhalten.

Boulter machte deutlich, mit welchen Problemen die VAC aus Sicht der Geschäftsführung zu kämpfen habe: Preis- und Kostendruck, weltweite Überkapazitäten, starker Wettbewerb aus China und der Wegfall mehrerer Großaufträge. „Auf einem wachsenden Markt ist unser Trend negativ. Maximal können wir eine schwarze Null erreichen“, erklärte Boulter. Der traditionsreiche Spezialist für magnetische Spezialwerkstoffe sei deshalb zu einer „Neupositionierung“ gezwungen. Gramm hielt dagegen, dass die Fertigung voll ausgelastet, und die Produkte konkurrenzfähig seien, das nicht die Verlagerung in Niedriglohnländer sondern Innovationen und neue Produkte die Zukunft der VAC sichern, denn hier werde seit einigen Jahren zu wenig investiert.  Es gehe dem Inhaber aber nur um  kurzfristige Gewinnmaximierung, und genau das sei auch die Vorgabe aus Amerika.

„Bauen sie Vertrauen auf, um einen gemeinsamen Weg zu finden, keine Jobs abzubauen“, appellierten Raabe, Kaminsky und Schejna gemeinsam an die Geschäftsleitung. Die Frage des Bundestagsabgeordneten, ob es noch Hoffnung gebe, beantwortete VAC-Chef Boulter mit einem Wort: „Sicher!“.

Foto: Wechselseitig Vertrauen aufbauen: SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Klaus Schejna, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Pressesprecher Matthias Marquardt, VAC-Präsident Richard Boulter, Geschäftsgebietsleiter Roland Stepputat, Betriebsratsvorsitzende Cornelia Gramm und Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe (von links).


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