Aktuell geht das Unternehmen davon aus, etwa 240 Stellen abbauen zu müssen, um "die notwendigen Kosteneinsparungen zur Stärkung der Wettbewerbsposition und Sicherung des Standorts Hanau realisieren zu können". Die ursprünglichen Überlegungen waren noch von einem Abbau von ca. 340 Stellen am Standort Hanau ausgegangen. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft mit Aushang vom 27. Mai und in mehreren Bereichsversammlungen über diese positiven Entwicklungen und sagte einen Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen aus Anlass dieses Projektes unter gewissen Voraussetzungen zu.
Wie bereits früher berichtet, beabsichtigt die VAC als Reaktion auf einen zunehmenden Wettbewerbsdruck vor allem aus China eine globale Neupositionierung mit umfangreichen Veränderungsmaßnahmen. Laut Aussage vom Februar sollten hiervon neben anderen Maßnahmen im Laufe der nächsten vier Jahre ca. 340 der bisher etwa 1.450 Arbeitsplätze am Firmensitz in Hanau betroffen sein, die abgebaut und teilweise in andere Fertigungsstandorte verlagert werden sollen. Das Unternehmen verspricht sich davon eine Sicherung und Stärkung des Standorts Hanau mit seinen verbleibenden Arbeitsplätzen sowie eine deutlich bessere Marktposition. Diese Zahl konnte nunmehr nach intensiver Detailarbeit der Spezialisten in mehreren Projektteams auf 240 erheblich reduziert werden.
Auf Basis dieser deutlich reduzierten Zahl und nach intensiven Analysen hält das Unternehmen es für realistisch, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten und gänzlich ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen auszukommen. Eine entsprechende Zusage machte die Geschäftsführung der Belegschaft geknüpft an die Bedingungen, dass die Arbeitnehmervertreter dem Abschluss von Altersteilzeitverträgen, dem Auflegen eines Freiwilligenprogramms und betriebsbedingten Versetzungen ohne vorherigen Arbeitskampf zustimmen. In diesem Sinne zählt man auf eine konstruktive und faire Zusammenarbeit mit den Verhandlungspartnern der Arbeitnehmerseite, um diese Zusage im Interesse der Belegschaft aufrecht erhalten zu können.
An der grundsätzlichen Zielsetzung, den Standort Hanau als Fertigungsstandort und Innovationszentrum für die Schlüsseltechnologien der VAC beizubehalten, hat sich nichts geändert. Nach wie vor sehen die Planungen vor, den Stammsitz des Unternehmens durch jährliche Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in die Erweiterung und Modernisierung des Maschinenparks besonders in profitablen Fertigungsbereichen langfristig zu stärken und zu sichern. Auch der ursprüngliche Zeitplan, nach dem die Umsetzung der nötigen Maßnahmen im vierten Quartal 2015 beginnen und der Großteil dann in den beiden Folgejahren 2016 und 2017 erfolgen könnte, ist immer noch aktuell.
Die unmittelbar weiteren Planungen sehen zunächst einen Beginn der Verhandlungen über die von Betriebsrat und IG Metall am 22. Mai übergebenen Forderungen nach einem Zukunftstarifvertrag und einem Sozialtarifvertrag am 2. Juni vor. Die Geschäftsführung hat mehrfach ihre Verhandlungsbereitschaft signalisiert und appelliert in diesem Zusammenhang an Arbeitnehmervertreter und Belegschaft, die anstehenden Diskussionen und Verhandlungen mit Augenmaß zu führen und dabei das Wohl des gesamten Unternehmens im Auge zu behalten, um insbesondere den Standort Hanau zu stärken und die hiesigen Arbeitsplätze zu sichern.
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